Keine Lust zu fotografieren? Das gehört zum Hobby dazu.

Veröffentlicht: 27. Oktober 2021

1540 Worte- 6.3 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-
Ruhrbrücke - die Zweite

Beitragsdaten

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 27. Oktober 2021

Aktualisiert: 03. Dezember 2021

1540 Worte- 6.3 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-

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Ihr habt keine Lust zu fotografieren? Keine Motivation die Kamera in die Hand zu nehmen und auf Fototour zu gehen? Keine Angst, Ihr seid nicht am Ende Eures Hobbys angekommen, das ist ganz normal. Auch wir haben oft keinen Antrieb dafür neue Fotos zu machen. Mit ein paar Tipps kommen wir aus solchen Krisen wieder raus.

Keine Lust zu fotografieren? Völlig normal.

Solche Phasen, wo wir keine Lust haben zu fotografieren, haben wir immer wieder mal. Oft sind damit Phasen verbunden, wo man seine eigenen Fotos grundsätzlich alle schlecht findet, voller Fehler oder einfach langweilig.

Solche kreativen Sinnkrisen sind aber vollkommen normal wie vermutlich bei jedem anderen Hobby auch. Und es gibt wirklich Bezeichnungen für diesen Zustand. Foto-Blockade nennt Martin von kwerfeldein die Unlust eine Kamera in die Hand zu nehmen. Auf der gleichen Seite nennt Marit es eine Kreativ-Neurose.

Was sind die Gründe für die Unlust

Wenn man nach Gründen für eine fotografische Unlust sucht, findet man vielseitige Begründungen. Für einige sind die geringeren Anforderungen, durch immer bessere Kameras ein Grund, um die Motivation zu verlieren. Andere sind von der Bilderflut im Netz überfordert und das wirkt sich auf die Lust aus, noch eigene Fotos zu machen. In wieder anderen Fällen findet man keine neuen Motive, weil man gefühlt schon alles einmal abgelichtet hat.

Dazu kommen oft auch zu hohe Ansprüche an die eigenen Bilder. Da kommt man von einer Fototour zurück und es gefallen einem selbst nur ein oder zwei Fotos von dem Tag. An allen anderen Bildern hat man was zu mäkeln oder sie kommen einem langweilig und belanglos vor.

In anderen Fällen verschieben sich einfach die Interessen. Wo das Hobby Fotografie vorher die Freizeitbeschäftigung Nummer 1 war, stehen nun andere Hobbys im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit oder Zeit. Und auch bei diesen anderen Hobbys gibt es Phasen, wo man keine Motivation dazu findet. Wir haben auch Zeiten, in denen wir keine Lust zum Radeln haben oder zum Brettspielen.

Wie ist das bei uns, haben wir solche Phasen ohne Lust zu fotografieren?

Ja, eindeutig und ganz laut, JA. Zum Beispiel lagen unsere Kameras fast über den kompletten Winter 20/21 im Rucksack und schlummerten im Winterschlaf vor sich hin. Zu Beginn des Winters hatten wir noch die Idee, fotografisch mit Tabletop-Fotos über den Lockdown-Winter zu kommen. Schnell war aber klar, dass Fotos von Dingen, die auf einem Tisch liegen, mehr oder weniger langweilig sind. Klar, man kann da tolle Dinge machen, mit interessanter Lichtsetzung und Dampf noch verfeinern. Aber am Ende war das nichts für uns. Das liegt vielleicht auch daran, dass so ein Projekt, mit 5 neugierigen Katzen in der Wohnung, auch nicht ganz ohne Nervenzusammenbrüche über die Bühne geht.

Besipiel 90mm Table

Nein, Quatsch, die Katzen waren nur eine dumme Ausrede. Es hat uns einfach nicht gepackt Dinge auf dem Tisch zu fotografieren, nicht fasziniert. Also  haben wir die Kamera einfach Kamera sein lassen und haben auf schöneres Wetter gewartet, um wieder mit der Kamera nach draußen zu können.

Aber auch im Sommer, bei schönem Wetter, haben wir oft die Kameras zu Hause gelassen. Einige Radtouren haben wir ganz ohne Kameras gemacht, selbst mit dem Handy haben wir kein Foto geschossen. Ich sag mal so, wenn wir zum x-ten Mal unsere Hausstrecke nach Kettwig und zurück radeln, was sollen wir da fotografieren? Zum hunderten Mal die Ruhrtalbrücke? Und manchmal wollen wir auch einfach nur Radeln, den Kopf frei bekommen und nicht auf Motivsuche gehen. Da würde eine Kamera nur stören und den Genuss der Radtour mindern. Wir müssen ja nicht von jeder Tour mit Fotos für einen Bericht mitbringen.

Und jetzt kommt das Tolle an der Sache. Fotografie ist für uns, und vermutlich auch für Euch, nur ein Hobby. Also lassen wir es einfach bleiben, wenn wir keine Lust haben. Es steht kein Auftraggeber hinter uns, der Fotos haben will. Unser Geldbeutel leidet nicht, wenn wir keine Bilder machen. So einfach ist das. Und irgendwann kommt man aus diesem Loch auch wieder raus.

Was tun gegen die fotografische Unlust?

Nun, an dieser Stelle wird es schwierig, ein Allheilmittel oder den ultimativen Tipp zu finden. Wir können nur sagen, wie wir uns aus solchen kreativen Löchern befreien. Ob die auch bei Euch funktionieren, keine Ahnung?

Den eigenen Anspruch herunterschrauben

Oft passiert es, dass wir nach Hause kommen und gerade Thomas gefällt kein einziges Foto so richtig gut. Er findet immer was zu meckern. Dann wird es Zeit, dass Melli ihm mal wieder den Kopf wäscht. Denn die Dinge fallen vermutlich niemanden, wirklich niemanden auf. Der Fokus sitzt nicht zu 1000%, eine kleine Unschärfe, wo sie nicht hingehört, ein heller Fleck im Bokeh über einem Tierkopf? Ja, Thomas fallen so Dinge auf und nerven ihn manchmal. Und dann werden die Fotos mit 1000 Pixeln breit auf den Blog gestellt und kein Mensch kann das noch erkennen.

Denkt immer dran, auch Profi-Fotografen kommen oft mit mehreren hundert Fotos von einem Shooting nach Hause und dann sind dabei 2,3 oder 4 wirklich gute, perfekte Fotos. Warum soll das bei uns Hobbyfotografen anders sein?

Daher, einfach mal den Anspruch an die eigenen Fotos ein wenig herunterschrauben. Das bedeutet nun nicht, jeden fotografischen Sondermüll zu bejubeln, sondern einfach weniger streng mit sich selbst zu sein.

Ohne Kamera losziehen

Eine Wochenendtour, eine Radtour, ein Zoobesuch und die Kamera einfach mal zu Hause lassen. Vor Ort die Schönheit der Orte einfach mal genießen und ohne Blick durch den Sucher wahrnehmen. Das haben wir im letzten Sommer zwei, dreimal gemacht. Und siehe da, eines Tages kommt der Gedanke, „hätte ich jetzt mal die Kamera dabei“. Das ist der Moment, wo die Therapie gegen die Unlust wirkt.

Neue Technik ausprobieren

Halt, Stopp, hiergeblieben! Jetzt nicht die neue Achttausend-Euro-Kamera kaufen gehen oder das 1500mm-Objektiv zum Preis eines Kleinwagens. Wir meinen genau das Gegenteil.

Uns motiviert es immer, wenn wir neue Technik ausprobieren können. Es macht Spaß auszuprobieren, was damit an Fotos gemacht werden kann. Und das geht auch mit einem kleineren Geldbeutel. Entweder mit einem schönen, gebrauchten Alt-Objektiv oder mit einer kleinen, kompakten Kamera. Das hat den Reiz des Neuen, schont den Geldbeutel und motiviert wieder mit der Neuerung auf Tour zu gehen.

Oder nehmt nur das Smartphone zum Fotografieren. Die Dinger machen heute wirklich tolle Fotos, solange das Licht mitspielt.

O. K., wer doch lieber mit teuren, neuen Dingen spielen will, darf jetzt doch losrennen. Denn das macht natürlich auch Spaß.

Herausforderungen suchen

Stellt Euch selbst mal vor Herausforderungen. Nehmt die Kamera, nur ein Objektiv, welches ihr auf der geplanten Tour sonst niemals einsetzen würdet und geht mit dieser Ausrüstung los. Wir haben das schon mehrfach gemacht, zum Beispiel mit 50mm Brennweite in einen Zoo. Auf die Idee würden wir eigentlich nicht kommen, da rennen wir immer mit dem riesigen 100-400-Objektiv herum, idealerweise noch mit 1,4-fach-Konverter.

zoo-muenster-2018-1

Es hat aber Spaß gemacht, man musste ganz anders an das Thema Zoofotografie herangehen und neue Perspektiven und Motive suchen. Wo wir sonst gerne Porträts  von Tieren machen, sind auf einmal Gehegefotos entstanden.

Mal etwas Neues ausprobieren

Sucht Euch mal neue Motive oder fotografische Genres aus und probiert mal, dort hineinzuschnuppern. Wir machen das selbst gelegentlich und es holt uns oft aus einem kreativen Loch hinaus.

Man merkt dann auch schnell, ob diese Art der Fotografie etwas für einen ist. Wie oben schon geschrieben, diese Sache mit Dingen auf dem Tisch zu fotografieren, ist eindeutig nichts für uns. Anders sah es letztes beim Thema Streetfotografie aus. Das hat uns angefixt und wird wohl noch öfters Thema auf Fotos hier werden.

RE Richtung Mülheim

Manchmal ist auch ein einfacher Motivwechsel Grund zur neuen Motivation. Als Fotografen, die jahrelang viele Flugzeuge und später Tiere fotografiert haben, war es spannend es einfach mal mit Zügen zu probieren.

Setzt Euch nicht unter Druck, es ist nur ein Hobby

Letzter Tipp: Setzt Euch selbst nicht unter Druck. Denkt immer daran, es ist nur ein Hobby, nicht mehr aber auch nicht weniger. Ja, dann liegt die x-Tausend Euro teure Ausrüstung mal ein paar Monate ungenutzt rum. In Zukunft kommt die Lust wieder, dann schnappt man sich die Kamera und geht wieder auf Tour. Und in der Zwischenzeit hat man andere Dinge genossen oder andere Hobbys ausgelebt.

Noch weniger lasst Euch von anderen Menschen unter Druck setzen. „Wir haben lange keine Fotos mehr von Dir gesehen“, ja, dann ist das so, weil wegen keine Lust. Oder wie uns das passiert ist, dass sich eine Freundin, scherzhaft und ohne echten Vorwurf, darüber ausließ, dass wir bei Komoot eine Tour ohne Fotos eingestellt hatten. Wir haben dann geantwortet, dass wir nur Radeln wollten. Prompt kam einer um die Ecke mit dem Spruch, „Bei einem Profil, welches Reisen-Fotografie im Namen hat, erwarte ich aber schon Fotos“. O. K., dieser Geselle folgt uns nun nicht mehr. Ihr müsst keinem etwas liefern, niemandem, außer Euch selbst. Und dann auch nur, wenn Ihr selbst das wollt.

Wie sind Eure Erfahrungen mit der Unlust zu fotografieren? Habt Ihr das selbst schon erlebt und wie geht Ihr damit um? Schreibt gerne einen Kommentar mir Euren Erfahrungen und Tipps unter diesen Beitrag.

Vielen Dank für Deinen Besuch

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3 Kommentare

  1. Detlef Mansfeld 27. Oktober 2021 um 13:10 - Antworten

    Wahre Worte denen ich nichts hinzuzufügen habe.

  2. Wolfgang Reingruber 28. Oktober 2021 um 4:16 - Antworten

    Ich fotografiere gerne.

  3. Sven Janssen 30. Oktober 2021 um 19:42 - Antworten

    Fotografieren ist für mich ein Hobby. Wenn ich mal keine Lust habe, dann ist das so. Ein paar Tage oder Wochen später ist die Lust wieder da.

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