Sensationelle neue Masken-Funktion in Lightroom Classic für Himmel und Motive

Veröffentlicht: 27. Oktober 2021

1258 Worte- 5.5 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-
Neue Masken-Funktion in Lightroom Classic

Beitragsdaten

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 27. Oktober 2021

Aktualisiert: 27. Oktober 2021

1258 Worte- 5.5 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-

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Wer uns kennt, der weiß, dass wir ultimative Überschriften auf dem Blog nicht mögen. Aber was Adobe bei Lightroom Classic in der Version 11 nun eingeführt hat, ist für uns eine sensationelle Neuerung, welche wir auch gerne so benennen. Es können nun automatische Masken für den Himmel und das Motiv im Bild erzeugt werden. Das ganze funktioniert so gut, dass für uns die Entwicklung unserer Bilder nun viel einfacher werden wird.

Neue Masken-Funktionen in Lightroom Classic Version 11

Wer das neue Lightroom startet und in den Entwicklungsmodus wechselt, dem fällt direkt der veränderte Bereich oben in der Werkzeugleiste auf. Der ist nun aufgeräumter und es finden sich 4 Symbole.

Werkzeugbereich im Entwicklerbereich

Werkzeugbereich im Entwicklerbereich

In dem rot umrandeten Bereich finden sich nun die neuen Symbole. Hinter dem ersten Symbol befindet sich das Freistellen-Werkzeug, dann folgt der Kopierstempel und die Rote-Augen-Korrektur. Und unter dem letzten Symbol, diesen Kreis mit den Punkten am Rand, befindet sich das neue Maskierungs-Tool. Und das hat es in sich, uns zwar geballt.

Maskierungsmenu Lightroom Classic

Maskierungsmenu Lightroom Classic

Hier findet ihr die altbekannten Möglichkeiten zur Maskierung. Den Pinsel, den linearen Verlauf und den Radialverlauf. An diesen ändert sich nichts. In diesen altbekannten Masken konntet ihr bisher auch noch einen Farbbereich oder einen Luminanzbereich definieren. Nun könnt Ihr diese beiden Funktionen auch unabhängig von einem der alten Maskierungen nutzen, also auf das komplette Bild anwenden.

Die sensationelle Neuerung sind aber die beiden neuen Masken Motiv und Himmel. Mit diesen erstellt Lightroom nach einem Klick automatisch Masken, welche eben entweder den Himmel oder das Motiv im Bild maskiert. Und das erledigt Lightroom in unseren Versuchen und Tests mit einer erstaunlichen Perfektion. Und es kommt noch besser, die Masken werden Euch in einem kleinen Fenster angezeigt und können dort noch verändert, kopiert, umbenannt oder umgekehrt werden.

Kleines Fenster mit den Masken

Kleines Fenster mit den Masken

Warum uns das so begeistert möchten wir in zwei kurzen Beispielen mal zeigen.

Tierfoto-Bearbeitung – die neuen Masken unterstützen unseren Arbeitsablauf enorm

Wir entwickeln unsere Tierfotos aus den RAW-Dateien alle in Lightroom. Dabei gehen wir oft hin und hellen die Tiere (also das Motiv) ein wenig auf und dunkeln den Hintergrund ein wenig ab. So kommt es halt zu einer schönen Freistellung des Tieres vor dem Hintergrund.

Bisher haben wir das meistens mit einer gepinselten Maske gemacht, wobei es oft schwierig war, die Grenzen zwischen Tier und Hintergrund gut zu treffen. Gerade bei haarigen Tieren war das oft ein wenig kniffelig. Jetzt haben wir das mal an einem Foto für Euch getestet, wie das mit den neuen Masken funktioniert.

Nehmen wir mal dieses Foto aus dem Duisburger Zoo als Beispiel:

Lightroom Masken - Beispiel Tiere - Original

Wie bei vielen Tierfotos wollen wir hier die Tiere gerne ein wenig aufhellen, vielleicht noch ein wenig die Details bearbeiten oder hervorheben. Der Hintergrund, die Wiese, soll dagegen ein wenig dunkler werden. Bisher hätten wir nun eine Maske über die Kängurus gelegt, per Pinsel, und dort Änderungen vorgenommen. Eine zweite, von Hand gemalte Maske hätten wir auf den Hintergrund gelegt. Aber spätestens das Stück zwischen den beiden Tieren wäre wieder Fummelarbeit gewesen.

Im neuen Lightroom wählen wir für den ersten Schritt einfach die Masken-Funktion „Motiv auswählen“. Nach einem Klick dauert es zwei, drei Sekunden und die beiden Kängurus sind perfekt maskiert.

Lightroom Masken - Beispiel Tiere - Tiere maskiert

Auf diese Maske können nun die normalen Bearbeitungen angewendet werden. Hier im Beispiel erhöhen wir ein wenig die Belichtung, hellen die Tiefen ein wenig auf und korrigieren noch ein wenig die Struktur.

Und nun wollen wir den Hintergrund ändern. Dazu kann man nun einfach die Maske in dem kleinen Maskenfenster duplizieren und die Auswahl umkehren. Und schon ist der Hintergrund maskiert und kann bearbeitet werden.

Lightroom Masken - Beispiel Tiere - Hintergrund maskiert

Sollte man nun noch die Auswahl weiter eingrenzen wollen oder etwas von der Auswahl subtrahiert werden, so können weitere Filter zugefügt werden. So können Farbbereiche oder Luminanzbereiche der Maske zugefügt oder auch abgezogen werden. In unserem Beispiel macht das aber keinen Sinn, wir möchten den kompletten Hintergrund dezent abdunkeln.

Weitere Filter zur Maske zufügen

Weitere Filter zur Maske zufügen

Auf der zweiten Maske haben wir nun den Hintergrund ein wenig abgedunkelt, die Klarheit reduziert und das Rauschen entfernt. Und so sieht nun das Ergebnis im Vorher-Nachher-Vergleich aus:

Lightroom Masken - Beispiel Tiere - OriginalLightroom Masken - Beispiel Tiere - Fertig

Das ist nun vielleicht ein wenig überspitzt bearbeitet. Aber zur Demonstration ist das gut geeignet, da der Unterschied auffällt. Und ja, all das wäre auch mit dem alten Lightroom und den manuellen Masken per Pinsel gegangen. Aber, mit viel mehr Aufwand und ungenauer, was nun mit zwei Mausklicks erledigt war.

Beispiel Himmel und Landschaft

Ein an sich belangloses Bild von Kreta dient als Beispiel für die Funktion Himmel maskieren.

Lightroom Masken - Beispiel Himmel und Landschaft - Original

Hier haben wir im ersten Schritt, wieder per Mausklick den Himmel maskiert und ein wenig bearbeitet. Danach haben wir die Maske kopiert und umgekehrt, sodass die Auswahl nun auf der Landschaft liegt. Da es aber Ziel ist, die Landschaft ein wenig aufzuhellen, haben wir die hellen Bereiche per Luminanzauswahl von der Maske subtrahiert.

Maske und Luminanz subtrahiert

Maske und Luminanz subtrahiert

In der Überlagerung sieht man nun deutlich, dass die hellen Stellen in der Landschaft nicht mehr maskiert sind und somit nicht bearbeitet werden.

Landschaft ohne helle Bereiche maskiert

Und das Ergebnis sieht nun so aus:

Lightroom Masken - Beispiel Himmel und Landschaft - OriginalLightroom Masken - Beispiel Himmel und Landschaft - Fertig

Auch diese Bearbeitung hätten wir ohne die neuen Funktionen hinbekommen, nur mit viel mehr Aufwand. Es wären Verlaufsfilter (für den Himmel) und Pinsel- oder Radialfilter für die Landschaft zum Einsatz gekommen. Auch hier profitieren wir in Zukunft von einer einfacheren Möglichkeit zur Auswahl.

Fazit – Das Arbeiten in Lightroom wird sich verändern

Für uns wird sich das Arbeiten in Lightroom durch die neue Masken-Funktion verändern. Ganz stark wird das im Bereich der Tierfotografie sein. Das Freistellen von Tieren, ganz besonders von haarigen Exemplaren, war in Lightroom nur mit sehr viel Aufwand möglich. Das hat uns gelegentlich mal zu Photoshop getrieben, weil die Möglichkeiten dort einfach besser waren. Nun entfällt dieses Problem und wir können dafür wunderbar Lightroom nutzen.

Einziger Wermutstropfen an der ganzen Geschichte ist, dass die angelegten Masken nicht nach Photoshop übernommen werden, wenn man die Fotos doch dort weiterverarbeiten will. Natürlich werden die Anpassungen übernommen, nur eben die Masken selbst nicht. Da wir aber in 99% der Fälle ohne Photoshop auskommen, können wir damit leben.

Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr schon mit den neuen Masken in Lightroom experimentiert? Wie sind Eure Erfahrungen oder ist das für Euch keine interessante Funktion? Schreibt uns dazu gerne einen Kommentar.

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3 Kommentare

  1. Torsten 29. Oktober 2021 um 11:37 - Antworten

    Danke für die verständlichen Erläuterungen. Ich selbst tue mich meistens schwer mit den ganzen Reglern in LR. Aber das kann ich ja mal ausprobieren.

  2. Martin 29. Oktober 2021 um 16:43 - Antworten

    Die Funktion ist wirklich toll, aber …
    blöde Frage, wie kehrt du die Maske in deinem Beispiel mit dem Kangaroo um ?

    • Martin Rösler 29. Oktober 2021 um 16:54 - Antworten

      Hat sich schon erledigt, auf den kleinen Pfeil mit dem Kontext-Menü, dann kommt „Umkehren“ als Auswahl.
      Danke für den tollen Blog

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