Datensicherung bei reisenden Fotobloggern

Veröffentlicht: 17. August 2022

Autor: Herr Tommi

Da wir immer wieder mal gefragt werden, wie wir eigentlich mit unseren Daten umgehen, wird es Zeit für einen aktuellen Artikel dazu. Was machen wir mit unseren vielen Fotodateien, wo und wie sichern wir diese? Dazu die Daten, die im Leben inzwischen so anfallen und natürlich die Daten unseres Blogs. Auf welche Daten möchten wir von unterwegs zugreifen, welche müssen „nur“ an einem anderen Ort sicher abgelegt werden?

Datensicherung – für uns eine wichtige Sache

Ohne Datensicherung geht es heute nicht mehr. Das Risiko eines Datenverlustes ist nicht zu unterschätzen. Und wir möchten unsere Fotos und andere Daten nur ungerne verlieren. Daher haben wir im Laufe der Jahre einige Euros in ein Konzept investiert, mit dem wir uns recht sicher fühlen.

Um Euch aber einen Überblick zu geben, hier erst mal ein Bildchen:

Datensicherung 2022

Das mag nun erstmal erschlagend wirken, ist es aber gar nicht. Eigentlich ist unser ganzes Konzept auf zwei Standbeine aufgestellt. Unsere Nextcloud als zentraler Speicherort für unsere Daten und unser NAS-Laufwerke für Fotos und zur Sicherung der Nextcloud.

Unsere Nextcloud

In unserer Nextcloud liegen alle unsere Daten, die uns wichtig sind und an die wir regelmäßig dran müssen. Um diese dort zu schützen, ist die Netxcloud natürlich nur per sicherer Verbindung (https) zu erreichen und die Daten auf dem Server sind verschlüsselt. Das macht das System zwar ein klein wenig langsamer, das stört uns aber nicht weiter. Hier geht die Sicherheit eindeutig vor.

Die Daten auf der Nextcloud synchronisieren sich live mit dem MacBook von Thomas und dem Windows-Desktop von Melli. Außerdem können wir von unseren mobilen Geräten auf die Nextcloud zugreifen. Das ist für uns sehr wichtig, wenn wir z.B. auf Reisen mal auf Unterlagen zugreifen müssen.

Die Daten auf der Nextcloud beschränken wir aber bewusst auf aktuelle Daten. Ein- oder zweimal im Jahr wischen wir da durch und nehmen alte Daten dort weg, die wir nicht mehr ständigen Zugriff benötigen.

Auf der Nextcloud liegen keine Foto-RAW-Daten. Diese werden nur auf den NAS gespeichert, da müssen wir von unterwegs nicht dran. Allerdings haben wir dort schonmal die fertigen Fotos der letzten ein, zwei Reisen liegen, um die unterwegs zeigen zu können. Allerdings liegen diese dort in kleiner Größe, mit max. 1200 Pixeln Breite, das reicht für das Zeigen per Handy oder Tablet vollkommen aus.

Wo liegen die Foto-RAW-Daten?

Nach einer Fototour landen die Foto-RAW-Daten erstmal auf zwei externen SSD-Laufwerken (je 500 GB), welche am MacBook von Thomas angeschlossen sind. Dort findet dann die Auswahl und Bearbeitung statt. Die entwickelten Fotos für den Blog landen dann auf dem Webserver, fertige Fotos um die an anderer Stelle zu zeigen, auf der Nextcloud. Nach der Bearbeitung werden die RAW-Daten, inkl. der Bearbeitungsinformationen von Lightroom, dann auf das NAS2 verschoben. Hier stehen diese dann für ggf. anfallende spätere Bearbeitungen zur Verfügung.

Auf dem NAS1 liegen unsere Fotos bis 2018. Das gute Stück hatte nur 2 TB Kapazität, es ist voll. Zusätzlich existieren von diesem NAS noch zwei Sicherungen auf externen Platten.

Die fertig entwickelten Fotos werden auf dem NAS 2 gesichert. Dort haben wir einen großen Bereich für diese Fotos, die zumeist ja eh auf dem Blog landen.

Unser NAS2 – Zentraler Speicher für alle Daten

Auf dem NAS 2 laufen alle unsere Daten zusammen. Die Nextcloud synchronisiert sich automatisch mit dem NAS 2, ebenso landen dort, in einer anderen Freigabe, alle Foto-RAW-Daten. Das gute Stück hat 4 Festplatten mit je 4 Terabyte Kapazität verbaut. Diese sind in einem RAID10 verbunden, so stehen effektiv 8 TB Speicher zur Verfügung.

Nach Außen ist bei dem NAS lediglich ein sftp-Zugang eingerichtet, und dieser per Firewall für genau eine IP-Adresse freigeschaltet. So ist eine Sicherung unseres Blogs möglich, ohne aber das NAS für die große weite Welt zu öffnen. Das wollen wir nicht, weil wir es schlicht und einfach nicht benötigen. Wenn wir mal unterwegs sind, müssen wir an die Daten auf dem NAS nicht zugreifen.

Jetzt kommt was ganz wichtiges und auch niederschmetterndes: Ein NAS ist kein optimales Sicherungsmedium. Wenn die Daten im Netzwerk angegriffen werden, kann auch das NAS als Speichermedium im Netz davon betroffen sein. Daher sichern wir die Daten auf dem NAS zusätzlich auf externe Festplatten. Hier findet aber keine Synchronisation statt. Die Daten werden in eine Richtung als BackUp geschrieben. Und diese externen Festplatten werden regelmäßig getauscht. Die nicht im Einsatz befindlichen Platten werden dann extern gelagert. So sind die Daten für den Fall gesichert, dass hier die Hütte mal abbrennt.

Die externen HDDs haben natürlich unterschiedliche Größen. Für Daten und Blog-Daten reichen je ein Terrabyte aus. Die Foto-RAW-Daten werden auf 4 TB-Platten gesichert.

Sicherung des Blogs

Eigentlich ist das Konzept ganz einfach. Ein Plugin erzeugt in WordPress ein Backup, spielt dieses per sftp auf das NAS 2 und gut ist. Dummerweise haben wir einen sehr fotolastigen Blog, der bereits seit 2009 existiert. So stehen wir vor dem Problem, dass dort inzwischen rund 190.000 Fotodateien liegen, die in Summe rund 16,5 Gigabyte groß sind.

Nein, wir haben keine 190.000 Fotos auf dem Blog, so verrückt sind wir nun auch nicht. Aber, von jedem Foto existieren fünf Versionen als jpg-Dateien, in verschiedenen Größen, damit diese auf mobilen Geräten schnell und optimal angezeigt werden können. Seit zwei Jahren kommen dann auch noch die Varianten im schnellen webp-Format dazu, ebenfalls in fünf Größen. Teilen wir nun die 190.000 mal durch 10, dann sind wir bei 19.000 Fotos, das passt schon. Natürlich sind die nicht mehr alle in Artikel eingebunden. Viele Fotos liegen nur noch auf dem Server rum. Außer dort Platz zu verbrauchen schaden diese aber nicht. Den Aufwand, die mal zu bereinigen, scheuen wir noch. Vielleicht gehen wir da mal an langen Winterabenden ran.

Wir sichern auf dem Blog täglich die Datenbank. Das passiert automatisch in der Nach und dauert nur wenige Minuten. Den ftp-Bereich, also die Daten, sichern wir einmal in der Woche. Tägliche Sicherungen macht unser Provider, das reicht uns dafür. Aus Erfahrung (Seufz) sind diese auch schnell wiederhergestellt und eingespielt. Wir machen die Sicherungen zu uns eigentlich nur für den Fall, dass unser Provider morgen am Tag die Lichter ausschaltet – was allerdings sehr unwahrscheinlich ist – aber man weiß ja nie.

Die wöchentliche Sicherung ist dann auch kein Voll-BackUp. Wir sichern nur die „variablen“, von uns erzeugten Daten. Die Systemverzeichnisse von WordPress (wp-admin und wp-inludes) können wir jederzeit aus einer neuen WordPress-Installation ziehen. Plugins sichern wir auch nicht, nur eine Liste der installierten Plugins. Die Einstellungen sind in der Datenbank gesichert und im Fall der Fälle installieren wir die Plugins einfach neu. Auch vom Theme sichern wir nur das Child-Theme, wo wir einige individuelle Anpassungen vorgenommen haben.

Und bei den Fotos sichern wir nur das aktuelle Jahr. Die Fotodaten der Jahre 2009 bis 2021 haben wir einmal auf dem NAS und auf den externen Platten gesichert. Das reicht dann, die müssen ja nicht jede Woche neu gesichert werden, da sich dort nichts verändert.

Fazit: Bis jetzt ist es gut gegangen

So, das war unser Datensicherungskonzept. Vielleicht ist es nicht perfekt, aber bisher ist immer alles gut gegangen. Für uns essenziell ist es übrigens, dass all diese Sicherungen vollautomatisch funktionieren. Wenn wir da irgendwo manuell eingreifen müssten oder eine Sicherung anstoßen müssten, würden wir es garantiert regelmäßig vergessen.

Noch mehr Tipps zum Thema Datensicherung für Fotografen findet ihr auch bei Norbert Eder auf dem Blog.

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