Rheinisches Braunkohlerevier
Das Rheinische Braunkohlerevier gehört zu den wohl größten Industriesehenswürdigkeiten in unserer Region. Während im heimischen Ruhrgebiet die Steinkohleförderung zum erliegen gekommen ist, wird westlich des Rheins weiter Braunkohle abgebaut. Dies geschieht in überirdischen Tagebauten, mit gigantischen Maschinen in verschiedenen Revieren.
Der Betreiber RWE hat an einigen Stellen Aussichtspunkte geschaffen, so das man als Besucher mal einen Eindruck von den Arbeiten bekommen kann. Diese haben wir gestern mal abgeklappert, bei Bullenhitze und aufziehenden Gewittern.
Rheinisches Braunkohlerevier
Das Rheinische Braunkohlerevier liegt westlich der Stadt Köln und reicht im Westen bis nach Eschweiler und im Norden bis Erkelenz. Für einen Ausflug vom Ruhrgebiet, vom Niederrhein oder dem Kölner Raum ist es also schnell erreichbar.
Durch die Größe des Tagebaus, die Ausbreitung der verschiedenen Reviere muss man aber schon einige Kilometer fahren um zu den verschiedenen Aussichtspunkten zu gelangen. Eintritt kosten die Aussichtspunkte keinen, sie können frei besucht werden.
Thomas Römer/OpenStreetMap data [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Aussichtspunkt und Skywalk Tagebau Gazweiler I
Wenn ihr über die A61 kommt und in Jackerath die Autobahn verlasst, werdet ihr schon mit Schildern zum Skywalk geleitet. Ein Skywalk? Ja, ein Skywalk, den gibt es nicht nur am Grand Canyon.
Eines vorweg, das Teil ist hoch und verdammt wackelig. Ganz besonders, wenn es so windig ist wie gestern. Der Boden ist ein Gitterrost, durch den man sehr weit nach unten schauen kann.
Da ich dort ganz alleine war, habe ich allen Mut zusammen genommen und bin mit meiner Höhenangst auf das Ding drauf gegangen. Immer schön am Geländer entlang – hat bestimmt witzig ausgesehen. Aber die Aussicht von der Plattform ist wirklich toll.
Besonders beeindruckend sind natürlich die Maschinen. Leider waren sie im Moment recht weit weg vom Aussichtspunkt, aber man hat ja ein Teleobjektiv.
Westlich des Abbaugebietes Garzweiler I wird das neue Gebiet Garzweiler II in den nächsten Jahren erschlossen. Eine Abbaumaschine grub sich schon langsam in die Richtung.
An allen Aussichtspunkten findet man zahlreiche Tafeln mit Erklärungen zu den einzelnen Tagebauten, den Maschinen und der Geschichte.
Die Kraftwerke
Das Wetter wurde nun leider ein klein wenig schlechter. Rund herum zogen dunkle Wolken mit Gewittern auf. Egal, damit kann man auch tolle Bilder machen.
Bei der Fahrt zwischen den Aussichtspunkten sieht man überall die Braunkohlekraftwerke, wo die Kohle in Energie umgewandelt wird. Schön sind sie nicht unbedingt, aber imposant.
Aussichtspunkt Tagebau Inden
Nördlich von Eschweile, an der A4, findet man den Tagebau Inden. Auch hier gibt es einen Aussichtspunkt aber ohne Skywalk.
Neben den Baggern fand ich persönlich die Konstruktion der Förderanlagen für die abgebaute Kohle recht beeindrucken. Die Kohle muss ja von den verschiedenen Abbaustellen gesammelt und dann zu den Kraftwerke gefördert werden. Dies geschieht über riesige, endlose Förderbänder.
Aussichtspunkt Tagebau Garzweiler I – Nord
In der Nähe des Ortes Jüchen ist auf der obigen Karte noch ein Aussichtspunkt eingezeichnet. Dieser ist aber offiziell nicht mehr in Betrieb und auch auf allen Schildern an den Straßen durchgestrichen. Kein Grund als, nicht doch mal da hin zu fahren.
Tagebau Garzweiler I im Norden
Und zum Schluss gibt es noch eine Stimmungsaufnahme mit Blümchen…
Es gibt noch zwei weitere Aussichtspunkte am Tagebau Hambach – welche wir aber nicht mehr besucht haben. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und vor allem – nasser! Aber so haben wir einen Grund, in den nächsten Wochen noch einen Ausflug in die Region zu machen. Vor allem wollen wir das dann mal in der Abenddämmerung machen. Die Abbaumaschinen sind im Dunklen toll beleuchtet – da kann man dann bestimmt das ein oder andere feine Bild machen.
Das waren ein paar Eindrücke von unseren Nachmittagsausflug in das Rheinische Braukohlerevier. Wir hoffen wie immer, dass euch die Bilder in Informationen ein wenig gefallen und sind schon gepannt auf Kommentare.
