Unser kleiner Roadtrip durch Wales
Vier Tage lang haben wir uns im nördlichen Wales rum getrieben. Das ist eigentlich viel zu wenig Zeit, um diese schöne Gegend zu erkunden. Aber, es war ja nur ein eingeschobener Kurzurlaub und sollte für uns einfach mal eine Ersttäter Tour auf die britischen Inseln sein, um mal was anderes wie London zu sehen. Und was wir gesehen haben, hat uns wahnsinnig gut gefallen. Tolle Landschaften und traumhafte Küstenabschnitte, wunderbare alte Castles und die wunderschönen Gärten. Dazu die unzähligen schönen Örtchen, wo jedes einem besonderen Charme hatte. Für uns steht eines fest, wir waren nicht zum letzten Mal in Wales oder in Britanien unterwegs.
Etappe 1 – Conwy und Llandudno
Am ersten Tag sind wir nach dem Frühstück in Chester gestartet und haben uns auf den Weg nach Wales gemacht. Ziel war die Region rund um die Stadt Conwy und der Badeort Llandudno. Da wir den Weg geniessen wollten haben wir direkt nach der „Grenze“, also einen Schild am Straßenrand, den North Wales Expressway verlassen und uns auf die Küstenstraße begeben. Ab hier waren dann alle Straßenschilder zweisprachig beschriftet. Englisch und keltisch sind in Wales die offiziellen Sprachen. Keltisch ist hier aber keine tote, alte Sprache. Die Einheimischen sprechen diese im Alltag und halten diese stolz am leben. Aber jeder Waliser kann auch englisch, zum unserer Begeisterung – denn von dem keltischen haben wir kein Wort verstanden.
Flint Castle
An der Küstenstraße haben wir dann auch schnell das erste Castle entdeckt, das Flint Castle, direkt am Meer gelegen. Und genau solche alten Ruinen wollten wir auf unserer Route sehen. Das Wetter war dazu prächtig, wie auch an allen weiteren Tagen unserer Reise. Da hatten wir wohl richtig Glück.
Conwy Castle
Gegen Mittag kamen wir dann in Conwy an. Der malerische Küstenort bietet einige Sehenswürdigkeiten, z.B. das kleinste Haus in Großbritanien oder das älteste Haus von Wales. Hauptsehenswürdigkeit ist aber sicherlich das Conwy Castle, welches oberhalb der Bucht auf einem Hügel tront. Diese 1287 errichtete Burg wurde von Edward I. errichten, wie weitere 8 Burgen in Wales, um dort seinen Herrschaftsbereich zu sichern. Die beeindruckende Burg kann besichtigt und erkundet werden. Durch enge Wendeltreppen in den Türmen kommt der Besucher bis auf die obersten Ebenen und hat von dort einen wunderbaren Ausblick.
Llandudno und der Great Orme
Von Conwy aus fuhren wir dann in das nördlich gelegene Llandudno. Der Ort ist das größte Seebad in Wales und hat eine wunderbare Promenade am kilometerlangen Strand. Entlang der schönen Promenade liegen zahlreiche große Hotels und noch viel mehr kleine Bed&Breakfast-Häuser. Eingebettet wird der Ort durch die beiden Berge, dem Great Orme und dem Little Orme.
Den Great Orme kann man mit einer Seilbahn, die aber bei unserem Besuch außer Betrieb war, oder einer Cable Car besuchen. Die Cable Car führt, mit einer Zwischenstation zum Umsteigen, bis auf den Gipfel des Great Orme. Von dort hatten wir dann einen wunderbaren Blick über die Halbinsel. Vor der Reise wurden wir gewarnt, dass sich der Gipfel oft im Nebel oder Dunst befindet und man nicht viel sehen kann. Nun, wir hatten da wohl richtig Glück und eine wunderbare Aussicht.
Auf dem Weg mit der Cable Car hat man auf dem unteren Abschnitt auch noch einen wunderbare Blick auf den Ort Llandudno mit seiner herrlichen Promenade.
Neben der Seilbahn und der Cable Car kann man den Great Orme noch über den Marine Drive mit dem Auto oder als Wanderung besichtigen. Dieser etwas 5 Kilometer lange Scenic Drive führt einmal um die ganze Halbinsel. Unterwegs bieten sich teilweise spektakuläre Aussichten.
Llandudno Bay Hotel
Die Nacht haben wir dann im Llandudno Bay Hotel, direkt an der Promenade gelegen verbracht. Hier haben wir dann am Abend auch die erste Berührung mit der britischen bzw. walisischen Küche gemacht. Und alle Vorurteile sind geplatzt wie Seifenblassen, das war einfach nur lecker. Und die Aussicht aus dem Zimmer war, besonders zum Sonnenuntergang, ein Träumchen.
- Llandudno Bay Hotel
- Zimmer im Llandudno Bay Hotel
- Essen im Llandudno Bay Hotel
- Essen im Llandudno Bay Hotel
- Essen im Llandudno Bay Hotel
- Sonnenuntergang Llandudno Bay Hotel
Etappe 2 – Isle of Anglesey
Unsere nächste Etappen führte uns auf die Isle of Anglesey, ganz im Nordwesten von Wales in der irischen See gelegen. Die kleine Insel ist nur wenige hundert Meter vom Festland getrennt und kann über zwei Brücken befahren werden. Auf der Insel findet man den Ort, mit dem längsten Ortsnamen in Großbritianien. Viel Spaß beim Aussprechen: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch
Plas Cadnent Hidden Gardens
Da wir uns die Zunge dabei nicht brechen wollten, entschlossen wir lieber unseren ersten Garten zu besuchen, statt den Ortsnamen auszusprechen. Von den britischen Gärten hatten wir schon einiges gehört aber die Realität ist, wie so oft, noch viel schöner. Fast zwei Stunden sind wir durch diesen riesigen Garten gelaufen und haben die tollen Pflanzen und Blumen genossen.
Beaumaris Castle
Nach so vielen Blumen wurde es aber wieder Zeit für ein Castle. Dieses fangen wir in Beaumaris, einem Küstenort auf der Isle of Anglesey. Nur 50 Meter von unserem nächsten Hotel entfernt lag das Beaumaris Castle, eine weitere Burg, die von Edward I. in Wales gebaut wurde. Umgeben von einem Wassergraben liegt auch diese Burg in der Nähe der Küste und bietet einige tolle Ausblicke.
The Bull Beaumaris Hotel
In unmittelbarer Nähe des Schlosses lag unser nächstes Hotel, das Bull Beaumaris. In einem uralten Gebäude hatten wir ein richtig knuffiges Zimmer unter dem Dach. Und auch das Essen hat uns hier wieder begeistert. Wir werden tatsächlich noch Fans der britischen Küche.
- The Bull Beaumaris
- The Bull Beaumaris
- The Bull Beaumaris
Etappe 3 – Rund um den Snowdonia National Park
Unsere letzte Etappe führt uns weiter die Küste entlang und später quer durch den Snowdonia National Park. Entlang der Küste fährt man durch wirklich wunderschöne Orte, stößt überall auf kleine Häfen oder die überall vorhandenen historischen Eisenbahnen.
Harlech Castle
Und natürlich findet man hier auch Burgen. Die vielleicht schönste unserer kleinen Tour haben wir in Harlech gefunden. Schon die Straße zum Harlech Castle war mit 25% Steigung ein Erlebnis. Die Burg thront über dem Küstenort und bietet richtig tolle Aussichten. Das auch diese Burg von Edward I. gebaut wurde, müssen wir wohl nicht mehr erwähnen.
Plas Brodanw Garden
Einen weiteren Garten haben wir natürlich auch noch angesehen. Der Plas Brodanw Garden liegt am westlichen Rand des Snowdonia National Parks. Er war nicht so groß, wie der erste Garten den wir besuch haben aber nicht weniger schön und beeindruckend.
Betws Y Cowd
Unser letztes Etappenziel war der Ort Betws Y Cowd, am östlichen Rand des Snowdonia National Parks. In diesem wunderschönen kleinen Ort findet man zahlreiche Hotels, kleine Restaurants, Kirchen und Museen. Und es gibt ein kleines Eisenbahnmuseum, dass man nicht verpassen sollte. Dort findet man eine Menge Dinge rund um die Eisenbahngeschichte im Snowdonia und vor allem einige wunderbar gestaltete Dioramen.
The Royal Oak Hotel
Die letzte Nacht haben wir im Royal Oak Hotel in Betws Y Coed verbracht. Auch hier hatten wir ein schönes Zimmer, mit Blick auf den riesigen zentralen Garten im Ort. Das Hotel hatte zudem zwei Restaurants, wo wir uns am Abend für den rustikaleren Grill Room entschieden haben. Und das war eine sehr gute Wahl.
- The Royal Oak Hotel
- The Royal Oak Hotel
- The Royal Oak Hotel
Fazit: Wales ist ein Reiseland nach unseren Wünschen
Wales, wir kommen wieder, versprochen! Wir haben viele Dinge nicht sehen können, weil die 4 Tage waren viel zu kurz um wirklich alle Sehenswürdigkeiten in der Region zu sehen. Und wir reden ja nur über den Norden von Wales. Auf jeden Fall überlegen wir, mal eine zweiwöchige Reise durch das schöne Land zu machen. Es gibt soviel zu sehen. Neben den ganzen Kirchen, Burgen und schönen Orten bietet alleine der Snowdonia National Park genug zu sehen für mehrere Tage. Das ganze dann in einem Wohnmobil, das wäre eine runde Sache. Campingplätze gibt es dort in fast jedem Ort.
Auch Freunde von Action können dort auf Ihre Kosten kommen. Seien es Rafting- oder Kajak-Touren, Klettergärten, Seilbahnen an denen man ins Tal fahren kann. Für uns ist das ein wenig zu viel Action, wir mögen eher die kulturellen und landschaftlichen Reize. Die Region hat aber wirklich für alle Reisenden was zu bieten.
Das war unser „kleiner“ Reisebericht über unserem Besuch in Wales. In den nächsten Tagen werden wir noch weitere Beiträge mit tollen Fotos aus den Burgen und Kirchen veröffentlichen und natürlich werden auch noch weitere Fotos aus den Gärten folgen, die wir besuchst haben. Wart Ihr schon in Wales? Wie hat es euch dort gefallen? Über einen Kommentar würden wir uns sehr freuen.
































