Banff National Park – Reisebericht und Tipps
Der Banff National Park war ein weiteres Ziel auf unserem Kanada Road-Trip. Auch hier hat uns die extrem Landschaft begeistert. Tolle Seen, wunderbare Berge, eine Gondelfahrt zum Gipfel und ein Treffen mit ganz vielen Huskies waren unsere Highlights in den Tagen im Banff.
Banff National Park mit dem Wohnmobil – ein Reisebericht
Früh am Morgen haben wir Jasper verlassen und sind direkt auf den Icefield Parkway Richtung Süden gefahren. Die vielen tollen Orte unterwegs hatten wir je bereits in den Tagen vorher gesehen, so konnten wir direkt durchfahren bis zum Columbia Icefield und dabei einfach beim fahren die kanadischen Rocky Mountains geniessen.
Icefield Parkway – Teil 2 im Banff National Park
Unterwegs haben wir nur zwei kurze Raucherpausen gemacht. Bei einem der Stopps hatten wir dann einen neuen Freund. Ein Rabe saß direkt neben uns auf dem Schild und liess sich mal gar nicht von uns stören. Wir konnten ihn in aller Ruhe in allen Positionen fotografieren, ein netter und neugieriger Kerl.

Für diese Teilstrecke haben wir uns alle Zeit der Welt genommen, da wir diesen Teil in den nächsten Tagen nicht nochmals fahren wollten.
So haben wir einige ausgiebige Stopps eingelegt. Dabei konnten wir auch ein wenig im Schnee spazieren gehen und natürlich mussten wir auch einen kleinen Schneemann bauen.
Auf der Strecke bis nach Lake Louise gibt es zahlreiche Haltemöglichkeiten, teilweise mit sensationellen Aussichten auf die Berge rundum.
Natürlich findet man auch im Banff zahlreiche Wasserfälle, teilweise direkt an der Straße. An einer Stelle war eine komplette Steilwand übersät mit kleinen und großen Wassefällen – einfach herrlich.
Entlang der Strecke stösst man immer wieder auf kleinere und größere Seen. Die Berge im Hintergrund, zusammen mit dem blauen oder grünen Wasser, sind einfach ein sensationell schönes Fotomotiv.
Lake Louise im Banff National Park
Am späten Nachmittag haben wir dann den Ort Lake Louise erreicht. Hier sind wir direkt zum Lake Louise Trailer Campground gefahren, wo wir problemlos noch einen Stellplatz bekommen haben – allerdings nur mit Strom, ohne Wasser und Abwasser. Da wir aber den Wassertank voll hatten war das kein Problem.

Lake Louise Trailer Campground
Der Campground ist riesig groß und bietet mehrere hundert Stellplätze. Durch die Größe verteilen sich die zahlreichen Camper aber ganz gut. Der Platz war schon ok, nicht herausragend sondern solide einfach. Aufgrund der Größe hatten wir auch hier mit Schlimmerem gerechnet.
Am frühen Abend sind wir dann hoch zum Lake Luise gefahren, wo wir aber nach 15 Minuten wieder geflüchtet sind – das war rappelvoll dort, trotz Nebensaison. Zahlreiche Busladungen mit Selfie-Stick-bewaffneten Asiaten belagerten den See und das Ufer. Wir sind dann erstmal zurück zum Campground, zum Abendessen.
Später am Abend sind wir dann nochmal hoch zum Lake gefahren, und siehe da – es war vieeel leerer und angenehmer. So konnte man mal ungestört am Ufer sitzen und diese herrliche Aussicht geniessen. Und, man hatte auf seinen Fotos nicht ständig irgendwelche iPads auf Stangen im Bild.
Eigentlich wollten wir auch noch weiter hoch in die Berge fahren, zum Moraine Lake. Leider war die Straße noch gesperrt und öffnete auch erst nach dem Ende unserer Reise. Damit haben wir einen weiteren Grund, um nochmals in den Banff zu fahren.
Bow Valley Parkway
Um von Lake Louise nach Banff zu kommen kann man einfach den Transcanada-Highway 1 fahren oder, deutlich gemütlicher, den Bow Valley Parkway. Die Chancen hier Tiere zu sehen ist viel größer, auch wenn wir nicht viel Glück hatten. Aber auf jeden Fall ist auch hier die Landschaft einfach wunderschön
An einigen Aussichtspunkten hat man einen wunderbaren Blick über endlose Wälder oder auf tolle Berge, wie oben auf den Castle Mountain.
Fahrt mit der Banff Gondola
In Banff angekommen haben wir uns erstmal einen Stellplatz auf dem Tunnel Mountain Campground gesichert. Auch hier war es kein Problem eine Site zu bekommen. Selbst am späten Abend waren noch mehr als genug Stellplätze frei.
Da das Wetter unglaublich schön war haben wir uns direkt danach auf den Weg zum Banff Gondola gemacht.
Die Seilbahn fährt 698 Meter hoch auf den Sulphur Mountain, wo auf einer Höhe von 2281 Metern die Bergstation liegt. Bereits von hier hat man einen sensationellen Ausblick auf die Umgebung. Noch besser wird das aber, wenn man sich von dort auf den Sulphur Mountain Boardwalk begibt. Über zahlreiche Stufen geht es erstmal ein wenig nach unten, bevor der Aufstieg zur Sulphur Mountain Cosmic Ray Station folgt.
An der alten Wetterstation angekommen und schon auf dem Weg dahin bekommt man das ein oder andere sensationelle Panorama vor die Augen.
Der anstrengende Weg dort hoch lohnt sich auf jeden Fall. Die Aussicht in phänomenal schön, besonders bei diesem klaren Wetter. Und zur Belohnung gibt es auch süße Tiere vor die Linse. Direkt in den Felsen an der Station leben ganz viele Golden Mantled Ground Squirrels.
Die kleinen Kerle sind sehr zutraulich. Wenn ihr da was essen wollt, passt ein wenig auf. Diese Squirrels klauen euch das Essen aus dem Rucksack oder aus den Händen.
Das Banff Hotel
Nachdem wir mit der Gondel wieder ins Tal gefahren sind, wollten wir als nächsten Programmpunkt das Banff Hotel besuchen. Nun, was soll ich sagen? Das ist mit einem 30-Feet Wohnmobil ein klein wenig kompliziert. Dort einen Parkplatz zu finden ist es wenig abenteuerlich. Wir haben dann aufgegeben. Immerhin hatten wir ja schon das tolle Foto aus der Gondel machen können.
Unterhalb des Hotels liegen noch die Bow Falls, wo man mit dem Wohnmobil auch vernünftig parken kann. Die Falls sind jetzt nicht so spektakulär, wie andere Wasserfälle in der Region, aber auf jeden Fall nett anzusehen.
Two Jacks Lake
Wir haben dann die Stadt noch mal verlassen und sind über den nördlich gelegenen Lake Minnewanka Scenic Drive gefahren, bis zum Two Jack Lake.
Weiter führte der Scenic Drive zum Lake Minnewaka. Überall auf den Wiesen, rund um die sehen, leben zahlreiche Murmeltiere. Diese sind relativ scheu und bei hektischen Bewegungen verstecken sie sich in ihren Bauten. Setzt man sich aber meine in Ruhe auf eine Wiese und wartet ein wenig ab, dann siegt bei den Tieren doch die Neugierde und es sind super Fotos mit den kleinen Kerlen möglich.
Ein Vormittag mit vielen Huskies
Am folgenden Morgen war die Vorfreude riesig. Wir hatten uns für die Besichtigung einer Huskie-Farm angemeldet. Los ging die Tour in Canmore, einem kleinen Ort außerhalb des Banff National Parks. Um 9 Uhr waren wir an dem Ladenlokal der Anbieter Snowy Owl Sied Dog Tours, in der Stadt. Von dort ging es dann mit einem Kleinbus zur etwas außerhalb gelegenen Farm. Jetzt hatten wir erwartet, dass wir dort von außen ein wenig die Hunde anschauen können und vielleicht 3 oder 4 da frei rum laufen. Aber von wegen!
Als wir eintrafen, tummelten sich rund 40 Huskies, alles Damen, hinter einem Gittertor. Und unser Guide spricht ganz trocken zu uns. „Dann geht mal da rein“ – WTF? Habt ihr schon mal versucht, in ein Gehege zu kommen, wo über 40 Huskies sind, die dich alle gleichzeitig begrüßen wollen? Das erklärte aber auch die Hinweise, die uns vorher gegeben wurden. Folgende Dinge sollte man beachten:
- Keine Angst vor Hunden
- Keine Allergien gegen Tierhaare
- Keine Angst vor Hunden
- Klamotten anziehen, die man anschliessend nicht mehr unbedingt benötigt
- Keine Angst vor Hunden
Wir sind dann in dieses Gehege, zwischen all den wunderbaren Hunden hindurch – und wir kamen uns vor wie im Paradies. Die Hundedamen waren stürmisch, verspielt aber kein bisschen aggressiv.
Wir haben auf der Tour auch viel gelernt, über die vielen verschiedenen Rassen und Arten. Welcher Huskie-Typ für welche Aufgabe geeignet ist usw. – über zwei Stunden geballtes Input – immer unterbrochen von ausgiebigen Schmuseeinheiten für die Hunde.
Ihr seht auf den Fotos einige Tiere angekettet. Das hat seinen Grund – die Ketten kommen in Schichten ab. Entweder laufen die Weibchen frei rum oder die Männchen. Beide zusammen, das würde am Trennzaun zum Chaos führen.
Einen Besuch der Farm können wir nur empfehlen, wenn ihr in der Ecke seit. Aber nur, wenn ihr keine Angst vor Hunden habt.
Die Geschichte des Banff National Park
1885 ist der Banff National Park in Kanada gegründet worden. Beim Bau der Canadian Pacific Railway zeigten die Ureinwohner drei Bauarbeitern eine Höhle, in der eine warme, schwefelhaltige Thermalquelle existiert.
Da sich die drei Bahnarbeiter nicht über eine Nutzung der Quelle einigen konnten, griff 1885 der kanadische Staat ein und erklärte erst einen begrenzten Raum um diese Quelle als Schutzgebiet. 1887 wurde das Gebiet dann auf die Fläche des heutigen National Parks ausgedehnt. Damit ist der Banff National Park der älteste National Park in Kanada und der zweitälteste in Nordamerika. Nur der Yellowstone National Park in den USA ist noch älter.
Ein wenig Geschichte kann man auch im Banff Park Museum schnuppern. Alleine das Gebäude ist mehr als sehenswert. Das bereits 1903 erbaute Gebäude stammt noch aus einer Zeit ohne Strom und fliessend Wasser. Im Museum findet man alle Tierarten, die im Banff National Park heimisch sind.
Hodos am Tunnel Mountain
Direkt an unserem Campground vorbei führte noch der Tunnel Mountain Scenic Drive, der ein paar Aussichtspunkte in das Tal des Tunnel Mountain bietet.
Wo wir gar nicht mit gerechnet haben, das es dort auch Hodos gibt, diese Felsformationen die im Südwesten der USA in Massen zu finden sind.
Das Wetter wurde am letzten Tag übrigens richtig schlecht. Wir machten uns auf den Weg Richtung Yoho und Revelstoke National Park. Diese sind dann aber einen weiteren Bericht wert.
Informationen zum Banff National Park
- Land: Kanada, Alberta
- Lage: Nordwestlich von Calgary in den Rocky Mountains
- Größe: 6.641 km2
- Gegründet: 1885
- Eintritt: Erwachsene 9,80 CAD, Senioren 8,30 CAD, Kinder 4,90 CAD pro Tag
Jahrespass für alle kanadischen National Parks: Einzelperson 67,70 CAD – Familie 136,40 CAD
Der Jahrespass rechnet sich, wenn man auf einer Reise mehr als 7 Tage in National Parks verbringt. - Campgrounds für RVs: 16 Stück (von Mitte Mai bis Ende September)
- Hotels/Lodges: In den Orten Banff und Lake Louise findet man zahlreiche Hotels
- Homepage: http://www.pc.gc.ca/eng/pn-np/ab/banff/index.aspx
- Tipps bei Tripadvisor: https://www.tripadvisor.de/Tourism-g154910-Banff_National_Park_Alberta-Vacations.html
Weitere Reiseberichte rund um den Jasper National Park
Wir sind ja wahrlich nicht die einzigen Reiseblogger, die im Banff unterwegs waren. Daher noch ein paar Lesetipps:
- Oliver von Woanderssein – Unterwegs im Banff Nationalpark & weiter nach Vancouver: http://www.woanderssein.com/2015/09/02/kanada/19617/banff-nationalpark-bis-vancouver/
- Thomas von Thomas Guthmann – Wanderungen im Banff und Jasper Nationalpark: http://www.thomasguthmann.de/blog/kanada-wandern-im-jasper-national-park-banff-national-park/
- Anita von Travelita – Lake Louise – Skifahren, wo Bären schlafen: https://www.travelita.ch/lake-louise-skifahren-wo-baeren-schlafen/
- Banff National Park Blog (englisch) – Aktivitäten außerhalb des Banff Parks: http://banffnationalpark.com/howto/banff-national-park-activities/
Das war unser Reisebericht mit Eindrücken aus dem Banff National Park. Hoffentlich haben wir einen kleinen Eindruck von diesem wunderbaren Park geben können.





























