Wie ich KI bei der Fotobearbeitung nutze?
Die KI hat auch bei der Bildbearbeitung ihren Einzug gehalten. Ich selbst bearbeite meine Fotos fast ausschließlich in Lightroom. Wobei, bearbeiten ist nicht unbedingt der richtige Ausdruck. Ich entwickle meine RAW-Dateien zu fertigen Fotos. Das trifft es besser. Es wird zugeschnitten, vereinzelt ein wenig die Belichtung korrigiert, Motive aufgehellt, Kleinigkeiten halt.
Bei diesen Arbeiten brauche ich kein KI-Tool. Im Gegenteil, ich habe es gerne selbst in der Hand, wie meine Fotos hinterher aussehen sollen. Daher nutze ich auch fast keine Presets (von anderen).
Bei zwei Schritten oder Korrekturen setze ich die KI aber mit wachsender Begeisterung ein.
Entrauschen mittels KI
Lightroom bietet die Möglichkeit, Bilder per KI zu entrauschen. Und ich sage es mal so, das Ergebnis überzeugt mich immer wieder. Das Rauschen wird entfernt, ohne dabei einen verwaschenen Pixelmatsch zu erzeugen. Jetzt bin ich zum Glück mit einer Vollformat-Kamera gesegnet, die von Haus aus schon ein gutes Rauschverhalten bei höheren ISO-Zahlen bis 6.400 liefert. Aber mit der Gewissheit, zu Hause noch nachbearbeiten zu können, drehe ich den Regler gerne noch ein Stück höher.
Das Foto ist ein Crop einer Aufnahme, die in einer dunklen Umgebung mit ISO 12800 entstanden ist. Auf der linken Seite des Reglers seht Ihr das Original, auf der rechten Seite, die per KI entrauschte Variante.
Reparaturstempel mit generativer Füllung
Dies ist die zweite Funktion, die ich gerne mal nutze. Nicht oft, aber gelegentlich sind Dinge im Foto, die man da nicht haben will. Das kann passieren, wenn ich Dinge beim Fotografieren übersehe, etwa einen hässlichen Mülleimer, den ich vor Ort kaum mal eben abmontieren kann. Dann setze ich gerne den Reparaturstempel ein. Das ging auch vor KI schon ganz gut, mit KI ist es aber vom Aufwand und Ergebnis her noch eine Klasse besser geworden.
Das Bild soll wirklich nur als Beispiel dienen. Mir käme nicht der Gedanke, das so zu bearbeiten. Aber mal angenommen, auf dem Foto links würden mich die anderen Schiffe und unser eigener Mast stören, dann wären diese wirklich einfach, mit der generativen Stempelfunktion zu entfernen. Einfach die gewünschten Bereiche markieren und eine der vorgeschlagenen Varianten einsetzen. Das Ergebnis ist recht nahe am Perfekt. Achtet mal auf das Geländer, hinter dem Mast. Das wird nicht einfach durchgezogen, nein, es ist sogar eine senkrechte Unterbrechung eingebaut.
Personen entfernen
Ich ergänze noch ein Tool, und zwar aus dem Bereich „Störende Elemente entfernen“ den Punkt „Personen“. Man kennt es ja, irgendwer steht immer im Bild rum, gerade innerhalb von Orten. Aber, auch hierfür bietet LR ein tolles Tool.
Einfacher geht es nicht. Nach der Aktivierung von „Personen entfernen“ werden die Personen im Foto zuerst markiert. Man kann nun entscheiden, Personen doch im Foto zu belassen, dann einfach die entsprechende Maske wieder entfernen. Danach ein Klick, und die Menschen sind weg.
Wie ihr seht, funktioniert das auch bei größeren Menschenmengen und mit dem Ausmaskieren. Frau Melli sollte ja im Bild bleiben. Kleines Detail: Ohne Menschen ist auch die Tür am Tempel im Hintergrund geschlossen. ;-)
Schnelle, effektive Werkzeuge, die ich gerne nutze
Für mich sind das schöne, kleine, schnelle Werkzeuge um Fotos zu verbessern. Das „alte“ Entrauschen führte oft zu schwammigen Bildern, da habe ich es lieber im Foto belassen. Störende Elemente konnte man auch ohne KI schon entfernen. Oft war das aber recht aufwendig, besonders bei ungleichmäßigen Hintergründen.
