
Was kostet ein Bootsurlaub in Friesland?
Eine der häufigsten Fragen, die wir zu unseren Bootsurlauben in Friesland gehört haben, ist die nach den Kosten. Was kostet so ein Boot an Miete, welche weiteren Kosten fallen an? Also haben wir im letzten Urlaub mal mitgeschrieben.
Welche Kosten hatten wir 2025 bei unserem Bootsurlaub in Friesland?
Hier erst einmal die nackten Zahlen. Auf die einzelnen Posten gehe ich danach nochmals ein.
- Bootsmiete: 2.583 EUR
- Liegegebühren: 133 EUR
- Brückengebühren: 29 EUR
- Lebensmittel/Getränke: 191 EUR
- Restaurants, Cafés: 194 EUR
- Diesel: 194 EUR
Daraus ergeben sich Gesamtkosten von 3.324 EUR für 12 Tage auf dem Boot, also rund 277 EUR pro Tag.
Natürlich können diese Kosten extrem variieren, wie man an den einzelnen Positionen sehen kann:
Bootsmiete
Wir haben für die Miete der Aquarius 2.583 EUR für 12 Tage bezahlt. Also 215,25 EUR pro Tag. Das ist nicht preiswert, aber auch noch lange nicht am oberen Ende der Skala. Denn wir waren noch zur Vorsaison (Anfang Juni) unterwegs. In den Ferienmonaten kann es noch einmal 20-30% nach oben gehen. Zudem hatten wir zwar ein gutes Boot mit einer passablen Ausstattung. Aber es war halt auch schon recht alt – dadurch aber auch „erfahren“, Kinderkrankheiten gab es nicht. Worauf ich hinaus will: Wollt Ihr ein ganz neues, hochmodernes Boot, dann zahlt Ihr auch schnell das Doppelte oder noch mehr.
Und ist bei Booten Folgendes wichtig:
- Ausreichende Motorisierung – gerade bei Wind ist man froh im jedes PS
- Bug- und Heckstrahlruder – zum einfachen Manövrieren für uns Landratten
- WC und eine Dusche
- vernünftige Betten
- Sauber und gepflegt
- vollständige Ausstattung (auch in der Küche)
Wir empfehlen dringend, sich die Boote vor der Anmietung vor Ort anzuschauen. Die Bilder im Netz oder in den Prospekten der Anbieter sind nicht immer ganz aktuell. Um es mal wohlwollend auszudrücken. Wir selbst haben mit unseren Booten noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Aber so manches Boot, dass wir nicht gemietet haben, sah in echt doch ein wenig anders aus.
Bzgl. der Kosten hängt es natürlich stark von der gewünschten Ausstattung, der Größe des Bootes und dem Alter des Bootes ab. Kosten sparen kann man sicherlich, wenn man mit mehreren Familien/Paaren auf einem Boot unterwegs ist. Damit können die Kosten geteilt werden. Unser Boot hätte zum Beispiel 5 Schlafplätze gehabt. Für uns kommt das aber nicht in Frage, wir wollen im Urlaub unsere Ruhe haben.
Liegegebühren
Übernachtet Ihr in Häfen, dann fallen Liegegebühren an. Darin inbegriffen sind meistens auch der Strom für das Boot und sanitäre Einrichtungen.
Hier kann man natürlich sparen, indem man mehr Marrekrite-Liegeplätze ansteuert. Diese sind kostenlos, bieten aber auch keinerlei Service. Also kein Strom, kein Wasser, keine Toiletten. Das ist nicht weiter schlimm, wenn man alles an Bord hat. Dann sind diese Plätze wirklich wunderbar. Zumal sie meist sehr schön in der Natur liegen. Restaurants oder Cafés sucht man dort aber ebenfalls vergebens.
Jede Nacht an einem Marrekrite-Liegeplatz zu verbringen wird aber nicht funktionieren. Ab und zu muss das Boot mal für ein paar Stunden am Strom angeschlossen werden, damit sich die Akkus wieder richtig vollladen können. Bei unserem Boot wurde uns empfohlen, mindestens jede 3. Nacht mit Landstrom aufzuladen.
Brückengebühren
Manche Zugbrücken verlangen einen kleinen Obulus, damit man durchfahren darf. Es gibt auch Schleusen, wo das so ist, davon haben wir aber noch keine erlebt.
Die Kosten werden an der Brücke und oft auch schon an einem Schild vorher angekündigt. Bei Durchfahren der Brücke wird ein Holzklotschen an einer Leine herabgelassen, wo man dann die Euros hineinlegt. Man sollte als immer etwas Kleingeld griffbereit haben.
Allerdings ist das weniger geworden. In den Schiffsurlauben meiner Kindheit, kostete noch eine Mehrzahl der Brücken Geld. Heute ist es fast schon die Ausnahme. Und die Gesamtsumme von 29 EUR in 12 Tagen ist auch überschaubar.
Supermarkt / Restaurants / Cafés
Diese Kosten sind natürlich hochgradig individuell. Wir waren nur einmal richtig in einem Restaurant Essen. An den anderen Abenden haben wir uns an Bord selber verpflegt. Die anderen Kosten unter Restaurants sind durch Kuchenstücke, Eisbecher oder kleinere Snacks zustande gekommen.
Wer also jeden Abend essen gehen will, wird hier deutlich mehr ausgeben. Zumal das in den Niederlanden ein wenig teurer ist, als bei uns zu Hause.
Diesel
Bei Touren bis zu drei oder vier Wochen braucht man die Boote nicht selbst zu tanken. Die Dieseltanks fassen meist mehrere hundert Liter. Die meisten Vermieter machen das bei der Rückgabe und verrechnen dann den verbrauchten Diesel mit der Kaution.
Der Verbrauch hängt natürlich stark von der Größe des Schiffs, der gefahrenen Strecke und der Stärke der Maschine ab. Wir haben in diesem Jahr 389 Kilometer gefahren und dabei rund 110 Liter Diesel verbraucht. Diese Kosten darf man unterwegs nicht vergessen. Man schippert so vor sich hin und am Ende kommt dann die Rechnung.
Tipp für die erste Reise auf einem Mietboot – Gönnt Euch ein Training
Wer zum ersten Mal mit einem Motorboot unterwegs ist, oder lange Pause gemacht hat, sollte noch ein Skipper-Training einplanen. Das kosten zwischen 150 und 200 EUR. Dabei zeigt Euch aber ein erfahrener Skipper die wichtigsten Dinge. Knoten, Schiff bremsen, das Manövrieren des Bootes, An- und Ablegen, durch Brücken fahren. Wir haben das letztes Jahr vor unserem ersten Turn gemacht und die 2 Stunden waren unglaublich wertvoll.
Fazit: Preiswert ist anders – es ist aber jeden Cent wert
Urlaub auf dem Boot ist kein Schnäppchen. Das muss einem vorab klar sein. Allerdings kann man an vielen Stellschrauben drehen (Bootskosten, Selbstversorgung) um das in das eigene Budget zu bekommen.
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Spannende Aufstellung. Wenn man denkt, was 12 Tage Hotel kosten, ist es nicht mal so arg, finde ich? Plus: Der Tisch ist fix groß genug für ordentliche Brettspiele. 😁Anders als in vielen Hotelzimmern…🤪
Stimmt, für ein Arche Nova hätte der nicht ausgereicht, aber „normale“ Spiele passen schon.
Und klar, man muss das alles im Verhältnis sehen. Wenn ich dagegen halte, was uns damals 10 Tage Namibia gekostet hat, ist der Bootsurlaub doch wieder ein Schnäppchen.
Immer wieder ein toller Bericht 🤩
Für diejenigen, die zum ersten Mal einen Bootsurlaub machen, würde ich immer ein Skippertraining empfehlen. Das bietet jeder Vercharterer an, kosten variieren zwischen 150 und 200 Euro für zwei Stunden. Wir haben das bei unserem ersten Stahlboot-Charter auch gemacht, obwohl wir sogar Bootsführerscheine haben. Es war aber wirklich Gold wert. Wir sehen so viele Manöver von Charterbooten, die wirklich nicht immer ungefährlich sind.
Wenn man vor der Buchung nicht die Gelegenheit hat, das Boot vor Ort zu besichtigen, kann man sicher auch ein bißchen rumfragen. Es gibt solche und solche Vercharterer. Manche haben zu Recht einen schlechten Ruf, das muss man sagen. Es gibt aber auch etliche, wo ich jederzeit bedenkenlos chartern würde. Wir haben ja auch etliche Jahre gechartert und einiges ausprobiert. Ich würde auf Nachfrage auch Empfehlungen geben.
Das ist ein sehr guter Einwand, den nehme ich oben noch mit auf. Wir haben das letztes Jahr, vor unserem ersten Turn auch gemacht. Und dieses 2-stündige Trainig war ebenfalls jeden Cent wert.
Wer Tipps braucht, kann sich natürlich auch bei uns melden. Wir haben zwar erst 3 verschiedene Vermieter genutzt aber uns einige (viele) andere angesehen.
Interessanter Bericht, wie immer, Tommi.
Das sind sehr hilfreiche Informationen. So ein Bootsurlaub reizt mich schon lange.
Was ist denn eine ausreichende Motorisierung?
50 PS sollten es schon sein, mehr geht immer.
Interessante Aufstellung, ich hätte das höher geschätzt.
Aber es gibt nicht wenig Urlaubsformen und Destinationen, wo man schnell deutlich mehr bezahlen kann.
Der einzige Nachteil, den ich sehe: Wird einem in feuchtfröhlicher Runde schummrig, sollte man immer auf die feste Seite fallen. ;)
Das wäre durchaus hilfreich. Man kann aber auch Schwimmwesten mit dazu buchen. :-)