Transport Fever 2 – Eisenbahn bauen kann süchtig machen
Aktuell suchte ich wieder mit Transport Fever 2 herum. Es gibt wohl kaum ein anderes PC-Spiel, mit dem ich so viel Zeit verbracht habe. Laut Steam sind es aktuell rund 220 Stunden.
Aber, worum geht es in dem Spiel eigentlich?
Zu Beginn sitzt man vor einer Karte, deren Größe man vorab variabel einstellen kann. Dazu kann das Startjahr gewählt werden, also ob man mit Dampfloks oder direkt mit einem ICE beginnen kann. Außerdem kann man die Klimazone wählen und ob man in Asien, Europa oder den USA unterwegs ist.
Auf der Karte sind Städte zu sehen und zahlreiche Industrieanlagen. Nun geht es darum, Passagiere von A nach B zu bekommen. In den Städten kann man die Passagiere per Bus oder Straßenbahn transportieren. Zwischen den Städten geht es dann mit dem Zug weiter, zumindest auf meinen Karten. Es gäbe aber auch die Möglichkeit Fernbusse einzusetzen oder Flugzeuge. Achja, Schiffe gehen auch, wenn denn Wasserstraßen in der Nähe sind.
So ein Netz für Passagiere aufzubauen, ist noch recht einfach. Die Städte miteinander verbinden, Bahnhöfe bauen, Linien einrichten. Dazu natürlich in den Städten ein ÖPNV-Netz, um die Passagiere auch zu den Bahnhöfen zu bekommen.
Aber dann gibt es noch die Industrien. Jede Stadt benötigt bestimmte Waren. Diese müssen aber erst produziert werden. So gibt es zum Beispiel Farmen, welche Getreide produzieren. Dieses muss dann zu Lebensmittelfabriken transportiert werden, wo daraus Brot hergestellt wird. Und dieses muss dann in die Städte befördert werden, wo die Nachfrage danach besteht. Brot war nun aber die einfach Variante. Es gibt aber auch Werkzeug, als Ware. Dazu muss erst Stahl aus Kohle und Erz hergestellt werden, dazu Holz aus Bäumen. Holz und Stahl müssen dann zu Werkzeugfabriken transportiert werden und von dort die Werkzeuge zu den Städten. Das ist schon ein wenig kniffeliger, weil die zusammengehörenden Industrien nur selten nebeneinander auf der Karte liegen. Auch hier kommen Züge für den Transport infrage, aber auch LKWs, Flugzeuge oder Schiffe.
So wächst das Streckennetz nach und nach zu erstaunlichen Größen. Auf meiner aktuellen Karte sind es 36 Bus- und Straßenbahnlinien, 26 Passagier-Zuglinien, 72 Güterzuglinien, 1 Güter-Fluglinie. Auf diesen Strecken verkehren 273 LKW, Busse, Straßenbahnen und Flugzeuge. Weit über 1000 Signale regeln dabei den reibungslosen Zugverkehr, besonders auf den vielbefahrenen Hauptstrecken.
Bereits in der Grundversion des Spiels ist alles dabei, was man für ein gutes Erlebnis braucht. Aber, die Fülle an kostenlosen Mods macht es noch reizvoller. Rollmaterial, Bahnhöfe, Schienen, Gebäude aller Art, Funktionserweiterungen machen das Spiel erst so richtig genial.
Auf meinen Karten betreibe ich aber keinen „Schönbau“. Da müsst Ihr mal nach Videos bei Youtube suchen. Da werden selbst kleine Zäune auf den Bahnhöfen manuell gesetzt. Bei mir geht es darum, dass das Netz funktioniert und nicht vollkommen deppert aussieht. Bei mir dürfen aber auch TGVs auf deutschen Strecken fahren.
Meine aktuell Karte spiele ich seit dem Jahr 1920 und bin inzwischen im Jahr 2143 angekommen. Daher gibt es dort auch eine AI-gesteuerte Magnetbahn, mit 750 km/h Spitzengeschwindigkeit. Diese wird aber nur auf einer Hauptstrecke von Hamburg nach München eingesetzt, mit einem Halt in Düsseldorf. Die Fluglinie von HH nach M konnte ich danach auflösen, die war nicht mehr rentabel.
Aber so langsam juckt es in den Fingern, mal wieder eine neue Karte zu starten. Die aktuelle ist fast komplett ausgebaut – alle Industrien erschlossen, die Städte gut versorgt.
Wenn ich Transport Fever starte, schalte ich übrigens komplett ab. Ich kann stundenlang daran herumbasteln und die Welt um mich herum vergessen. Ich bin schon ganz gespannt auf Version 3 des Spiels, was wohl 2026 erscheinen soll.
Habt Ihr auch so ein Enstpannungsspiel? Dann raus damit in den Kommentaren.
