Wie wichtig ist uns das Thema von Brettspielen?

Veröffentlicht: 04. Februar 2022

Autor: Thomas Jansen

Moderne Brettspiele leben oft von ihrem Thema. Das gilt besonders für die sogenannten Eurogames. Dabei werden die Spieler in eine fantasievolle Themenwelt entführt, in welche die Story des Spiels eingebettet ist. Oft kommen Unkenrufe, dass man diese Themen beliebig ändern könnte, ohne dass die Funktion des Spiels darunter leiden würde, daher wäre sie überflüssig. Wir sehen das aber ein wenig anders.

Themen von Brettspielen

Jeder kennt die großen Spielklassiker, die ganz ohne Thema oder Story auskommen und nur ein abstraktes Spielfeld bieten. Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Dame, Monopoly. Bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht kennen wir nur das gelb-grüne Spielfeld und die Pömpel als Spielfiguren. Eine Thema wäre es, wenn man das Spielfeld zum Beispiel im Weltraum-Design gestalten würde, die Pömpel durch Figuren von Jedi-Rittern ersetzen und in der Spielanleitung eine Science-Fiction-Story um das Spiel legen würde. Aber würde sich was an den Regeln ändern? Vermutlich nicht. O. K., das rauswerfen würde vermutlich als wegbeamen bezeichnet. Aber am Prinzip würde sich nichts ändern.

Große moderne Spiele bieten aber genau diese Story. Ganz berühmt dafür sind die sogenannten Eurogames, wo ganze Fantasie-Welten rund um das Spiel aufgebaut werden. In diese optische Umgebung wird dann die Story gepackt, zusammen mit Regeln, welche oft Teil der Story sind.

Arche Nova – ein Zoospiel – Ein anderes Thema denkbar?

Nehmen wir als Beispiel mal das aktuell sehr beliebte Spiel Arche Nova, welches auch zu unseren aktuellen Lieblingsspielen gehört. Das Thema bei diesem Spiel ist es, einen Zoo aufzubauen, Gehege zu bauen, Tiere zu kaufen und Artenschutz zu betreiben. Dazu gibt es für die Spieler einen schönen Zooplan, es gibt kleine Gehegeplättchen, die man in den eigenen Zoo legen kann. Die Tiere kommen über unzählige Karten in den Zoo, welche schön mit Fotos von den Tieren gestaltet sind. Zusätzlich muss man Mitarbeiter einstellen, mit Partnerzoos und Universitäten arbeiten und kann dann Artenschutzprojekte unterstützen, welche den Spielern wichtige Punkte bringen.

Spieler-Tableau mit Zooplan

Jetzt könnte man natürlich hingehen, und das komplette Thema des Spiels ändern, ohne die Regeln anzupassen. Statt eines Zoos, baut man nun also einfach einen, sagen wir mal, Supermarkt auf. Die Tierkarten werden durch Lebensmittelkarten ersetzt, mit leckeren Fotos. Die Partnerzoos sind auf einmal Fabriken, an denen man sich beteiligt und dann Rabatte beim Einkauf von diversen Lebensmitteln aus dieser Fabrik bekommt. Forschung, die muss nicht geändert werden, Forschung kann man immer gebrauchen. Der Artenschutz wäre ersetzt durch Wohltätigkeitsprojekte. Und der Spielplan wäre kein Zoo, sondern ein Supermarkt, in den man passend große Regale einbauen muss, dazu noch Kaffeestände.

Das Spiel würde dann nach den gleichen Regeln, mit dem gleichen Spielmechanismus funktionieren. Darum eine Story gelegt, wie spannend es ist, so einen Supermarkt aufzubauen.

O. K., das ist jetzt ein wenig überspitzt, es gibt bestimmt spannendere Themen, als einen Supermarkt aufzubauen.

Hätten wir Arche Supermercado gekauft?

Jetzt kommen wir aber zur Hauptfrage: Hätten wir dieses Arche Supermercado gekauft? Vermutlich eher nicht, denn das Thema hätte uns so gar nicht interessiert. Wir glauben auch nicht, dass das Spiel dann zu einem der meistgehypten Spiele der Spielemesse geworden wäre.

Wir wissen in dem Fall nicht, ob der Autor des Spiels erst die Idee hatte, ein tolles Zoospiel zu machen oder erst den Spielmechanismus im Kopf hatte und dann ein Zoospiel um den Mechanismus herum erstellt hat. Am Ende steht aber ein, in unseren Augen, perfektes Ergebnis.

Für uns war das Thema, einen Zoo aufzubauen, schon allein ein Kaufargument. Dass sich dahinter dann noch ein fantastischen Spiel versteckt, welches uns nun schon viele Stunden an den Spieltisch fesselt, kam noch als i-Tüpfelchen obendrauf.

Ist das Thema bei Spielen für uns wichtig?

Ich glaube, für uns ist die Frage eindeutig mit Ja zu beantworten. Gerade Arche Nova ist hier ein Paradebeispiel. Mit einem anderen Thema wäre das Spiel vielleicht auch bei uns gelandet, wenn es nicht gerade Supermärkte gewesen wären. Das Ganze umgesetzt in eine Weltraum-Wirtschafts-Simulation wäre sicherlich auch gut angekommen.

Wir mögen die Themen bei Brettspielen. Arnak ist für uns das Spiel, wenn wir Tempel erkunden wollen. Terraforming Mars wird bei uns auf den Tisch gelegt und wir sagen, komm, wir besiedeln den Mars. Ultimate Railroads ist unser persönliches Eisenbahnspiel. Wir verbinden mit den Spielen ein Thema, eine Abenteuer- oder Fantasiewelt. Natürlich würden all diese Spiele auch in einem abstrakten Umfeld funktionieren, rein spieltechnisch gesehen. Nur würden sie uns dann vermutlich nicht mehr so gut gefallen und uns nicht mehr das Gefühl geben, in eine andere Welt einzutauchen.

Wer noch mehr zu dem Thema lesen möchte, dem empfehlen wir den Artikel „Das ist hier nicht das Thema“ von Georgios Panagiotidis auf der Spielbar. Er steigt noch ein wenig tiefer in das Thema ein.

Das Thema eines Spiels erfüllt dabei eine ähnliche Funktion. Es weckt Assoziationen, welche wir als zwanghaft sinnstiftende Wesen mit den Regelmechanismen in Verbindung bringen wollen. Wir sind es gewohnt uns der thematischen Versatzstücke zu bedienen, um die Regeln greifbar zu machen. Je einfacher uns das fällt, umso thematischer fühlt sich das Spiel an.

Allein diesen Satz aus seinem Beitrag möchten wir mehrfach unterschreiben. Denn das Thema das Spiels, die Begrifflichkeiten für verschiedene Gegenstände oder Spielzüge können wir leichter lernen, wenn sie zu dem Thema des Spiels passen und dadurch logisch werden.

Wobei wir auch gerne Spiele ohne Thema mögen, wenn sie gut gemacht sind. Ein Paradebeispiel ist hier sicherlich Azul, welches in einer abstrakten Welt spielt.

Wie sieht es bei Euch aus? Wie wichtig ist für Euch das Thema eines Brettspiels? Wichtig, oder könntet Ihr darauf verzichten? Schreibt uns gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag.

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