Star Wars Rebellion angespielt

Veröffentlicht: 06. September 2022

Autor: Herr Tommi

Vor ein paar Tagen ist das Brettspiel Star Wars Rebellion bei uns eingetroffen. Und nach den ersten Partien müssen wir sagen, sorry, wir dem Spiel total verfallen. Das Spiel stürzte einen in die Geschichte der Star Wars Episoden IV bis VI. Man erlebt am Spieltisch seinen eigenen Star Wars Film, welcher in der Zeit des jungen Luke Skywalker spielt. Viele bekannte Geschichten und Charaktere findet man im Spiel wieder. Am liebsten würden wir mit einem Lichtschwert am Tisch sitzen und Tipps von Meister Yoda bekommen. Wir möchten Euch das Spiel an dieser Stelle einmal vorstellen, ohne dabei zu sehr ins Schwärmen zu geraten. Ob uns das gelingen wird?

Lange mit dem Kauf gezögert

Wir haben lange damit gehadert, dieses Spiel zu kaufen. Die offenbar sehr komplexen Regeln haben uns genau so abgeschreckt, wie die angegebene Spiellänge von bis zu 4 Stunden. Dazu ist das Spiel nicht unbedingt ein Schnäppchen, auch wenn man sehr viel Material und Spielspaß für sein Geld bekommt. Ein weiter Grund war, das hätte niemals auf unseren alten Tisch gepasst, auf dem wir lange gespielt haben.

Mit dem Kauf unseres Spieltisches war das Argument aber aus der Welt. Und auch die vier Stunden Spielzeit schreckten uns nun nicht mehr. Wenn wir mal Pause machen wollen, Deckel auf den Tisch und die Katzen können kein Chaos im Universum anrichten. Also, haben wir uns das Spiel nun endlich gegönnt.

Informationen zu Star Wars Rebellion

Star Wars Rebellion Cover

Star Wars Rebellion – Worum geht es im Spiel?

Die Geschichte spielt zur Zeit der ersten Star Wars Filme, also die Episoden IV – VI, welche zwischen 1977 und 1983 verfilmt wurden. Star Wars Rebellion ist ein Spiel für zwei Spieler. Wenn man Teams bildet, kann es auch zu viert gespielt werden. Ein Spieler/Team spielt die Rolle des Imperiums um Darth Vader, der andere Spieler führt die Rebellen, angeführt von Prinzessin Leia.

Das ganze Spiel dreht sich am Ende um die geheime Rebellenbasis. Das Imperium versucht, diesen zu finden und zu zerstören. Die Rebellen dagegen müssen einfach versuchen, lange zu überleben und den Stützpunkt geheim zu halten und gegen das Imperium zu verteidigen. Ja, es sind zwei komplett unterschiedliche Spielziele für die beiden Spieler. Und genau so asynchron gestaltet sich das komplette Spiel.

Schon beim Auspacken des Spiels fiel uns die Übermacht an imperialen Einheiten auf. Das setzt sich dann später im Spiel fort. Die imperialen Truppen fallen wie ein Schädling über die Sternensysteme her. Sie breiten sich aus, unterdrücken die Völker in den Systemen, alles mit dem Ziel den geheimen Stützpunkt zu finden. Das geht schon beim Spielaufbau los, wo das Imperium deutlich mehr Systeme und Einheiten zugeteilt bekommt.

In einem Forum kam die Frage auf, wie das Spiel schneller zu spielen sei? Nun, die Antwort war eindeutig. Versuche als Rebellen das Imperium zu vernichten, dann ist das Spiel in 1,5 bis 2 Stunden vorbei. Denn diese Taktik ist grandios zum Scheitern verurteilt. Die Rebellen sind einfach zu schwach, ein Vernichtung des Imperium ist unmöglich.

Im Spiel findet man verschiedene Mechaniken. Dabei steht die Strategie natürlich im Vordergrund des Geschehens. Kämpfe und Proben werden ausgewürfelt, auf der Zeitleiste findet ein kleines Wettrennen statt. Dazu kommt, besonders für den Imperiums-Spieler noch der Bereich Area-Control und Area Majority hinzu, weil sich durch einige besetzte Felder Vorteile im Spiel ergeben.

Imperium, Rebellen – wie gewinnen die Fraktionen das Spiel?

Um die verschiedenen Ziele bei Star Wars Rebellion zu verstehen, noch ein kleine Erläuterung dazu. Das Imperium gewinnt sofort, wenn der geheime Rebellenstützpunkt gefunden wurde und dort im System alle Raum- und Bodeneinheiten zerstört wurden. Das ist erst mal einfach zu verstehen, ausbreiten, zerstören, unterdrücken, vereinzelt mal mit dem Todesstern ein komplettes System auslöschen. Was man als Imperator halt so macht.

Für die Rebellen gibt es ein anderes Ziel. Auf einer Leiste des Spielbretts läuft ein Rundenmarker von 1 nach oben. Am Ende jeder Spielrunde wird dieser eine Stufe nach oben geschoben. Auf der gleichen Leiste liegt ein Sympathiemarker der Rebellen. Dieser läuft aber von 14 abwärts. Immer wenn die Rebellen Sympathien in den Systemen sammeln, wird der Marker um eine Stufe nach unten geschoben. In dem Moment, wenn der Zeitmarker und der Sympathiemarker sich auf der Leiste treffen, haben die Rebellen sofort gewonnen.

Also ist damit das Spielziel der Rebellen definiert. Überleben, Zeit schinden und Sympathie sammeln. Diese bekommen die Rebellen, indem der Spieler Ziele erfüllt, die er nach jeder Spielrunde in Form von Zielkarten auf die Hand bekommt.

Ausgeglichenes Ungleichgewicht – das ist faszinierend

Jetzt sollte man meinen, die imperialen Streitkräfte, mit Ihrer Masse und Kampfstärke wären hier klar überlegen. Das haben wir am Anfang auch gedacht. Aber der Eindruckt täuscht gewaltig. Das Spiel ist sensationell gut ausbalanciert. Die geheime Rebellenbasis zu finden ist ja eine Sache, die bei 44 Sternensystemen schon eine Herausforderung ist, auch wenn man immer wieder Hinweise durch Spionagedrohnen bekommt, wo der Stützpunkt nicht ist. Hat man den Stützpunkt dann gefunden, muss er auch sofort und vollständig zerstört werden. Überlebt nur eine einzige Einheit der Rebellen, können diese den Stützpunkt auf ein anderes System verlegen. Dann fängt die Suche wieder an, während der Zeitmarker unerbittlich immer höher rutscht.

Dazu kommt, dass die Rebellen einige sehr interessante Missionskarten haben, welche dem Imperium das Leben schwer machen. So kann die Produktion von Einheiten sabotiert werden, Überraschungsangriffe geflogen werden, Ablenkungsmanöver durchgeführt werden.

Aber natürlich haben auch die imperialen Kräfte sehr interessante Missionen. So kann natürlich per Todesstern mal ein komplettes Sternensystem eingeäschert oder ein Anführer in Karbonit gegossen werden und das muss nicht Han Solo sein. Hier kann es jeden erwischen, auch mal Prinzessin Leia.

Am Ende würden wir sagen, nach unseren ersten Partien, die Rebellen sind vielleicht einen Tick einfacher zu spielen.

Spielablauf bei Star Wars Rebellion

Nach dem Aufbau des Spielfeldes werden zunächst die ersten Systeme auf dem Spielfeld den Rebellen oder dem Imperium zugelost. Natürlich bekommt das Imperium hier mehr Systeme, ebenso wie sie mehr Bodeneinheiten und Raumschiffe bekommen. Und zur Belohnung gibt es auch direkt einen Todesstern. Die Rebellen bekommen deutlich weniger Systeme und Einheiten, die sie verteilen dürfen. Danach sucht sich der Rebellenspieler den Standort des geheimen Stützpunktes aus.

Jeder Spieler bekommt zudem 4 seiner Anführer. Und hier stolpert man dann über die bekannten Charakteren aus den Filmen. Der Imperator, Darth Vader, Prinzessin Leia, Han Sole, Chewbacca, alle sind sie da und bringen verschiedene Eigenschaften mit ins Spiel. Im Laufe der Partie können dann weitere Anführer rekrutiert werden.

Nachdem sie Spieler dann ihre Missions-, Ziel-, und Projektkarten gemischt haben, kann es endlich mit der ersten Runde losgehen. Der Aufbau ist, wenn man Übung hat, recht schnell, in 15-20 Minuten erledigt.

Eine Runde in Star Wars Rebellion

Das ganze Spiel läuft rundenbasiert ab. Eine Runde setzt sich dabei aus drei Phasen zusammen:

  1. Zuteilungsphase
  2. Kommandophase
  3. Auffrischphase

Zuteilungsphase

In der Zuteilungsphase muss überlegt werden, welche seiner Missionskarte man von der Hand spielen möchte. Diese wählt man aus und weist sie einem passenden Anführer zu. Es sollten aber nicht alle Anführer aus dem Kommandozentrum eingesetzt werden, denn diese werden auch benötigt, um auf Missionen des Gegners zu reagieren oder um Truppen im Weltraum zu bewegen.

Kommandophase

In der Kommandophase von Star Wars Rebellion werden nun die vorher gewählten Missionskarten ausgespielt oder Truppen im Weltraum bewegt. Bei den Missionskarten kommt es dann zu sogenannten Proben. Möchte ein Rebell eine Mission ausspielen, kann es sein, dass das Imperium etwas dagegen hat und einen eigenen Anführer entsendet, um zu intervenieren. Dann wird ausgewürfelt, ob die Mission erfolgreich ist oder nicht.

Treffen durch Bewegungen im Raum oder durch Missionskarten auf einem Planeten Truppen der Rebellen und des Imperiums aufeinander, kommt es sofort und immer zum Kampf. Dieser dauert, bis eine Seite alle Einheiten des Gegners im Weltraum oder am Boden zerstört hat oder einer beider Seite in ein anderes System flüchtet. Auch die Kämpfe werden per Würfel ausgetragen. Und glaubt uns, diese Schlachten können epische Ausmaße annehmen. Die machen aber sogar Melli Spaß, die sonst gar nicht so auf konfrontative Spiele steht. Das könnte aber auch an ihrem unverschämten Würfelglück liegen, welches den Imperator schon zur Verzweiflung gebracht hat.

Und genau diese Proben bei den Missionen und die Kämpfe sorgen dafür, dass eine Runde im Spiel auch mal 30 Minuten oder länger dauern kann. Andere Runde sind dagegen in 10 Minuten erledigt. Im Schnitt haben wir wirklich immer rund 4 Stunden für eine Partie gebraucht.

Wenn beide Spieler gepasst haben und keine Aktion mehr ausführen wollen, ist die Kommandophase beendet. Dies ist oft die Möglichkeit für den Rebellenspieler, eine seiner Zielkarten auszuspielen und einen wertvollen Sympathiepunkt zu bekommen.

Auffrischphase

In der Auffrischphase wird die nächste Spielrunde vorbereitet. Die Anführer kommen zurück in die eigene Kommandozentrale, wenn sie nicht gerade gefangen wurden oder irgendwo als Karbonit-Möbelstück rumstehen. Die Spieler ziehen neue Missionskarten, die Rebellen eine neue Zielkarte, das Imperium bekommt ein paar Informationen von Drohnen, wo sich der Stütztpunkt nicht befindet. Dann wird der Zeitmarker vorgesetzt. Dieser triggert dann, ob neue Anführer rekrutiert werden können und/oder ob auf den loyalen (oder unterdrückten) Planeten neue Kampfeinheiten produziert werden. Wenn ja werden diese noch verteilt und es geht mit der Zuteilungsphase der nächsten Runde weiter.

Erweiterung Aufstieg des Imperiums

Nach der ersten Partie des Grundspiels war uns beiden klar, das ist unser Spiel. Also haben wir direkt noch die Erweiterung „Aufstieg des Imperiums“ nachgeordert. Sie bringt weitere Anführer, wie Jyn Erso und endlich auch Jabba the Hut, und Missionskarten ins Spiel, welche sich an dem Film „Rogue One: A Star Wars Story“ orientieren. Die Geschichte wird dadurch ein wenig abwechslungsreicher. Natürlich gibt es auch neue Einheiten, wie die U-Flügler und die Nebulon-B-Fregatte. Am Spiel ändert sich dadurch bisher wenig, ein paar neue Missionskarten und neue Einheiten. Sie verlängern das Spiel auch nicht.

Was ganz neu ist, um Vergleich zum Grundspiel, ist das Kampfsystem. Es kommen neue Taktikkarten, Kampfregeln und eine weitere Würfelart hinzu. Dieses neue Kampfsystem sorgt für filmreife Gefechte im Weltraum. Das System wird dadurch spannender, aber für den Spieler auch planbarer.

Fazit zu Star Wars Rebellion

Kurzfassung: Star Wars Rebellion ist mit Abstand das beste und faszinierendste Zweispieler-Spiel in unserem Spieleregal.

Warum ist das so? Nun, wir bewundern generell jeden Spieleentwickler. Wir haben vermutlich nicht ansatzweise eine Vorstellung davon, wie aufwendig es ist, ein solches Brettspiel zu entwickeln. Allein die Idee zu haben und das dann umzusetzen, einfach nur Hut ab. Hier ist aber ein Meisterstück gelungen, was viele andere Spiele in den Schatten stellt, auch ausgezeichnete Spiele. Daher ziehen wir direkt mehrere Hüte vor Corey Konieczka, dem Entwickler von Star Wars Rebellion.

Fangen wir mit dem Thema an. Es gibt nicht viele Spiele, wo einen das Thema so fesselt. Denn dieses Spiel würde mit keinem anderen Thema funktionieren. Punkt. Bereits mit dem ersten Öffnen der Schachtel sind wir in die Star Wars Welt abgetaucht. Die Stanzbögen mit den bekannten Charakteren, die Tie-Fighter, die X-Wings, oh – guck mal, ein Todesstern, ein AT-AT. Und das in rauen Mengen und schön anzusehen. Das Spiel hat mit dem riesigen Spielplan, den vielen Miniaturen und Anführern eine gewaltige Tischpräsenz. Dabei wirkt es auch im Spiel nicht überladen, alles hat seinen Sinn und Zweck. Und kleiner würde es nicht gehen, dann wären die Modelle der kleinen Fighter einfach zu klein.

Dann die Story, welche durch die Missionskarten ins Spiel kommt. Hier einen Planeten per Todesstern zerstören, da einen Gegner in Karbonit eingießen, hier Hilfe von R2D2 oder von C3PO bekommen und Luke zum Yoda schicken, um ihn zum Jedi ausbilden zu lassen. Man schreibt im Spiel tatsächlich seinen eigenen Star Wars Film, mit eigener Handlung, aber den bekannten Geschichten und Helden.

Dann das ausgewogene Spiel der beiden grundverschiedenen Fraktionen mit unterschiedlichen Spielzielen. Bei uns haben meist die Rebellen gewonnen, aber es war immer verdammt eng. Das Imperium hat den Rebellenstützpunkt durchaus finden können, nur reichte meist die Truppenstärke nicht aus, diesen auch zu zerstören.

Uns haben vor dem Kauf die Regeln auch ein wenig abgeschreckt. Aber wie immer, die sind gar nicht so wild. Das Grundsystem hat man schnell drauf. Einige Missionskarten sind kniffelig und müssen genau gelesen werden. Auch muss man sich einmal in die Begriffe des Spiels eindecken. Was sind Systeme, was sind Regionen, was bedeutet loyal, was bedeutet unterdrückt und einige andere Dinge. Allerdings liegt dem Spiel ein ausgezeichnetes Referenzhandbuch bei, welches die ganzen Begriffe ausführlich erklärt. Bei Youtube findet man bei „Michael will spielen“ zudem eine super Video-Einführung in Star Wars Rebellion plus Erweiterung.

Für Einsteiger gibt es übrigens eine Einführungspartie, wo einige Effekte weggelassen werden und der Spielaufbau nicht gelost, sondern zugewiesen wird. Diese können wir zum Einstieg wirklich empfehlen. Und für die erste Partie sollten 5 bis 6 Stunden eingeplant werden, da man eigentlich ständig im Handbuch blättert. Das gibt sich aber schnell, das wird bereits in der 3. oder 4. Runde besser.

Der einzige Kritikpunkt, wenn es denn einer sein soll, ist die Spielzeit. Man sollte sich wirklich vier Stunden Zeit nehmen. Viel kürzer wird es nicht, wenn nicht einer der Mitspieler komplett pennt und einen Bock schießt. Aber am Ende weiß man das, wenn man das Spiel kauft und auf den Tisch bringt.

Es gibt übrigens auch einen Modus, mit dem man das Spiel zu viert spielen kann. Dann bilden je zwei Spieler ein Team und spielen gemeinsam. Allerdings verlängert das die Spielzeit auf 5 bis 6 Stunden, denn es kommen ja noch die Absprachen im Team dazu.

Aber sagen wir es mal so. Wenn wir nach einem vierstündigen Spiel noch 20 Minuten am Tisch sitzen und über die soeben gespielte Partie reden, über Taktiken und Entscheidungen fabulieren, eine epische Schlacht nochmals durchsprechen, dann hat das Spiel nicht ganz so viel verkehrt gemacht.

Kennt Ihr Star Wars Rebellion? Habt Ihr es schon gespielt? Dann schreibt uns gerne mal Eure Eindrücke in die Kommentare.

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