Projekt 52 – Warum ich Dunkelheit nicht mag
Es gibt Menschen, die mögen die Dunkelheit. Die sagen, sie sei beruhigend. Kuschelig. Still. Ich bin keiner dieser Menschen.
Ich mag Dunkelheit nicht.
Und das hat gleich mehrere Gründe. Manche davon sind ganz pragmatisch, andere eher emotional – und manche einfach nicht logisch erklärbar. Aber wenn ich ehrlich bin: Sie zieht mich runter. Immer ein bisschen. Manchmal aber auch mehr.
Wenn die Tage kürzer werden, wird auch meine Laune kürzer
Es fängt jedes Jahr irgendwann im September an. Die Tage schleichen sich zusammen. Erst kaum merklich. Dann schlagartig. Plötzlich ist es um sieben Uhr abends stockdunkel. Morgens dämmert es nur zögerlich. Und ich merke, wie mir die Energie und gute Laune flöten geht. Nicht schlagartig, aber stetig.
Ich funktioniere noch. Natürlich. Der Job läuft, die To-do-Liste schrumpft, alles im Rahmen. Aber innerlich wird es still. Die Antriebslosigkeit kriecht wie feuchte Kälte in die Gedanken. Ich merke, dass es an der Stimmung nagt. Dieses ewige Grau. Dieses frühe Schwarz. Die Zeit des Grübelns fängt wieder an.
Zu früh dunkel für das, was mir gut tut
Ich fahre gern Fahrrad. Stammleser hier wissen das. Es ist mein Ventil. Bewegung, frische Luft, Abstand. Aber wenn ich nach Feierabend aus dem Büro komme, ist es zu spät. Draußen Nacht. Natürlich könnte ich trotdem auf das Rad steigen und losfahren. Aber, es fühlt sich für mich nicht gut an. Ich will Weite. Ich will Licht. Ich will nicht im Zwielicht durch die Kälte heizen, mit Sicht auf 20 Meter und der ständigen Sorge, ob ich gleich in ein Schlagloch brettere. Und im Dunklen Ruhrgebiet zu fahren, bei dem Verkehr, ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.
Und ja, es gibt Indoor-Alternativen. Ich werde im kommenden Winter mal ein Fitness-Studio versuchen. Zwei oder drei Besuche in der Woche, ein wenig dort auf dem Fahrrad sitzen und so ein wenig auspowern. Mal schauen, ob ich das durchhalte und durchziehe.
Stimmung im Winterschlaf
Mit der Dunkelheit verändert sich auch die Welt um mich herum. Menschen werden stiller. Die Straßen leerer. Gespräche kürzer. Alles wirkt irgendwie im Standby-Modus. Als ob das Leben einen Gang runtergeschaltet hätte und niemand es zurückdrehen will.
Klar, Kerzenlicht ist nett. Und ja, ein Kaffee bei Kerzenschein hat auch was. Aber ich bin eher Team Sonnenaufgang. Team helles Licht. Team “Lass uns draußen sitzen, auch wenn’s nur zehn Minuten sind.”
Vielleicht ist es auch ein bisschen Trotz
Manchmal frage ich mich, ob ich die Dunkelheit nicht auch einfach ablehne, weil ich mich ihr nicht beugen will. Weil ich nicht akzeptieren mag, dass ich mich ihr immer wieder anpassen muss. Jedes Jahr aufs Neue. Ich bin kein Fan vom “Einfach durchhalten bis zum Frühling”.
Ich will nicht durchhalten. Ich will leben. Auch im November. Auch im Dezember.
Aber stattdessen sitze ich da, müde um halb sieben abends, und frage mich, ob es okay ist, jetzt schon ins Bett zu gehen.
Licht ist für mich Lebensqualität
Am Ende läuft es wohl genau darauf hinaus. Ich bin jemand, der Licht braucht. Tageslicht. Himmelslicht. Kein künstliches LED-Flackern. Und wenn es fehlt, fehlt mir was. Vielleicht klingt das dramatischer, als es ist – aber so fühlt es sich eben an.
Deshalb: Ich mag die Dunkelheit nicht. Sie macht mir nichts kaputt, aber sie nimmt mir etwas. Und das reicht schon, um sie nicht willkommen zu heißen.
Projekt 52
Sari veranstaltet seit vielen Jahren auf ihrem Blog Heldenhaushalt die Linkparty Projekt 52. Jeden Monat werden 4-5 Themen vorgeschlagen, zu denen man dann Fotos macht, einen Beitrag erstellt oder ein Social-Media Posting. Für mich ist das eine tolle Motivation, ein wenig auf dem Blog zu schreiben. Warum habe ich diese schöne Aktion nicht früher entdeckt?
Links zur Aktion:
