
Nachrichten? Stop! Nur noch das Nötigste!
Seit Ende 2019, als die ersten Meldungen über einen merkwürdigen Virus in China in den Nachrichten auftauchten, leben wir doch in einer Art Dauer-Alarm-Zustand. Corona, Ukraine-Krieg, Terror, kaputtes Klima. Jeden Morgen erwartet man bei den Schlagzeilen schon wieder auf eine neue Katastrophe. Das wird jetzt noch schlimmer, wenn man jeden Tag rätselt, was dieser Wahnsinnige im weißen Haus nun wieder angestellt hat.
Das alleine ist ja alles schon schlimm genug. Dazu kommen aber noch die täglichen Säue, welche durch die Social Medias getrieben werden. Und je extremer eine Seite ist, desto lauter ist die Treibjagd. Und nein, da tun sich alle nichts. Egal, ob rechts, links, divers, männlich, weiblich, (sucht Euch aus, was/wen ich vergessen habe) wenn die Empörungsmaschine läuft, drehen viele komplett am Rad.
Da nehme ich mich ganz bewusst nicht aus. Ich war zu Beginn von Corona ebenso in der Empörungsblase gefangen. Aus meiner Sicht natürlich immer auf der guten Seite. Das endete oft in vielen kleinen Diskussionen in den Social Medias, die mich irgendwann aufgerieben haben. Und, was hat es gebracht? Nichts, gar nichts. Das mag daran liegen, dass ich nicht gut genug argumentiert habe. Ich vermute aber eher, die Personen gegenüber wollten nichts von einer anderen Meinung wissen. Ok, ich ja auch nicht.
Bei mir endete das damit, dass ich irgendwann in einem Doom-Scroling-Hamsterrad gefangen war. Ständig die neuesten Aufreger mitnehmen, und dann mit den Fahnen des Guten die Bösen bekämpfen. Natürlich nur virtuell und mit Worten.
Das ging irgendwann auf die Gesundheit. Sowohl psychisch als auch physisch. Aus diesem endlosen Kreislauf der nervenaufreibenden Diskussionen musste ich dringend herauskommen. Seitdem habe ich meinen persönlichen Medienkonsum massiv verändert.
Weniger ist oft mehr.
Heute bin ich auf einem Stand, dass ich mich noch über die Lage und Vorgänge in der Welt informiere. Aber in verträglichen Maßen und auf Diskussionen in den Social Medias lasse ich mich überhaupt nicht mehr ein.
Claudia vom Blog Digital Diary hat das Thema „Weltgeschehen: Wie informiert Ihr Euch?“ aktuell in die Bloggerrunde geworfen. Wer möchte, kann entweder bei ihr kommentieren oder einen eigenen Blogbeitrag zu dem Thema schreiben. Sie hat in ihrem tollen Beitrag eine kleine Auflistung gemacht, über welche Medien sie sich über aktuelle Themen informiert. Eine solche möchte ich hier für mich auch einfügen.
- Großmedien: Hier konsumiere ich Nachrichten hauptsächlich über die Apps der ZDF-Nachrichten und über NTV. Gelegentlich schaue ich auch mal bei der TAZ oder SZ hinein. Meist sind die Artikel aber recht identisch, halt wenig überarbeitete Agenturmeldungen. Lokal blicke ich gelegentlich auch mal auf die Seiten der WAZ.
- Soziale Medien: Bei Mastodon bewege ich mich größtenteils nur innerhalb meiner Follower-Timeline. Politik gibt es dort auch, allerdings in kleinen, vertretbaren Dosen. Wenn ich etwas mehr sehen möchte, schaue ich auch mal in die Föderierte Timeline. Deutlich politischer und aktueller geht es bei Bluesky zu.
- TV/Mediatheken: Wenn es etwas aktuell Spannendes/Interessantes gibt, schaue ich durchaus gerne die ARD- oder ZDF-Nachrichten. Das aber auch nur 2-3 Mal in der Woche. Mediatheken nutze ich nur, um mir schöne Dokumentationen anzusehen.
- Radio: Das Radio nutze ich selten und wenn, dann nur im Auto. Hier ist meistens WDR5 eingestellt, ein Sender zu aktuellen und wissenschaftlichen Themen (tagsüber).
- Podcasts: Hier mag ich mich unterhalten lassen. Es gibt aber einige Podcasts, die einen wissenschaftlichen Hintergrund haben, die ich gerne höre. Da geht es durchaus auch mal um aktuelle, politische Themen. Jung & Naiv ist ein gutes Beispiel dafür.
- YouTube: Für mich ist YouTube ein reines Unterhaltungsmedium.
Ihr seht, mein persönlicher Nachrichtenkonsum ist inzwischen recht minimal. Dabei geht es nicht darum, dass ich vollkommen uninteressiert wäre. Bei den meisten Dingen kann ich den Verlauf der Dinge leider nicht beeinflussen. Warum soll ich mich damit übermäßig belasten? Das führt dann auch dazu, dass ich über viele Dinge im Netz nicht mehr diskutieren werde, weil es einfach nur Kraft kostet.
Das klingt in Summe nach einem riesigen Fall von Eskapismus. Das ist auch so, besonders am Wochenende. Da kann es passieren, dass ich gar keine Nachrichten konsumiere. Lieber genieße ich dann zusammen mit Frau Melli das Hier und Jetzt.
Daher wird es auch auf diesem Blog hier nur sehr homöopathische Portionen Politik geben. Ich möchte hier über Dinge schreiben, die mir guttun oder getan haben. Ok, über das ein oder andere kleine Sauna-Missgeschicke oder andere kleine Ärgernisse des Alltags berichte ich dann schon. Diese Dinge sind aber sehr weit vom Weltgeschehen entfernt.
