Nachdenken oder doch lieber die KI fragen?

Nachdenken oder doch lieber die KI fragen?

Thomas hat einen Beitrag zum Thema richtiges Nachdenken geschrieben, der aktuell auf vielen Blogs aufgenommen und diskutiert wird. Viele Beiträge nehmen dabei Bezug darauf, dass viele Menschen heute lieber eine KI befragen, als selbst über Probleme und Lösungen nachzudenken.

Das habe ich mal zum Anlass genommen, darüber nachzudenken (der war jetzt gut, oder?), wann und wo ich in den vergangenen Monaten auf eine KI zugegriffen habe, um mir das Nachdenken zu ersparen. Da man mir hier im Netz teilweise nachsagt, entschieden zu viel die KI zu nutzen und diese auch nicht zu verteufeln, kann es jetzt für einige Mitmenschen verwirrend werden. Wobei ich bis heute nicht verstehe, woher dieser Ruf eigentlich kommt. Vermutlich liegt es wirklich nur daran, dass ich die Technik eben nicht verteufle und schon gar nicht die Menschen, die sie einsetzen.

Schauen wir uns mal ein paar Situationen an, in denen ich oft und viel mein Hirn nutze.

Da ist meine psychische Erkrankung. Darüber denke ich (entschieden zu viel) nach. Lösungen versuche ich mithilfe von Therapeuten und anderen Fachleuten in gemeinsamer Arbeit zu entdecken, was auch in kleinen Schritten funktioniert. Ich käme überhaupt nicht auf die Idee, diese Gedanken auch nur im Ansatz mit einer KI zu besprechen.

Auch im weiteren privaten Leben, denke ich über Sorgen und Probleme immer noch selbst nach. Selbst nach Kochrezepten suche ich im Netz und frage keine KI. Und bei ernsteren Themen kommt die KI erst recht nicht zum Einsatz.

Im beruflichen Umfeld werde ich täglich mit neuen Problemen und Herausforderungen konfrontiert. Da man auch als IT-Admin nicht alles wissen kann, sind diverse Foren, Suchmaschinen und andere Quellen im Netz fester Bestandteil der täglichen Arbeit. KI kommt dabei nicht vor. In den vergangenen Monaten hatten wir einen Fall, bei dem wir einfach keine Lösung finden konnten, wo wir tatsächlich mal 2-3 KIs gefragt haben. Und? Die haben uns auch nicht weitergeholfen und viel Unsinn erzählt. Wir haben die Lösung später doch an anderer Stelle im Netz gefunden.

Hier auf dem Blog: Ja, hier nutze ich KI, für Titelbildchen und Korrekturen der Texte. Gelegentlich diskutiere ich aus Spaß mal ein Thema mit einer KI durch, über welches ich hier schreiben will. Das sehe ich aber eher als Austausch, um Ideen zu sammeln. Allerdings passiert das sehr selten, in der Vergangenheit vielleicht einmal pro Monat, wenn es hochkommt. Später nötige Recherchen werden weiter manuell durchgeführt und die Texte schreibe ich am Ende ganz alleine.

Ich liebe es generell, selbst nachzudenken. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb ich komplexe, strategische Brettspiele so liebe. Auch in meinem persönlichen Umfeld, beruflich und privat, spielt das Thema KI eigentlich keine Rolle. Die berühmte Aussage „ChatGPT hat gesagt…“ ist in diesem Umfeld nicht existent. Auch nichts als Thema in Gesprächen, zumindest im privaten Umfeld. Auf der Arbeit wird das Thema KI schon mal thematisiert. Dabei bin ich dann oft die größte Spaßbremse, die ein aggressives Abwarten empfiehlt, um zu schauen, wie sich die ganze Technik entwickelt.

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Kommentare

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  1. Wolf 09/02/2026 um 9:42 - Antwort

    Das hast Du gut beschrieben. Meiner Meinung nach, ist das Geschrei wegen KI ein Angstsignal. Auf der einen Seite weiß jeder, das da viel Mist rauskommt, dann, andererseits Deepfakes und düstere SiFi Filme. Und sei es nur HAL9000…. Da läuten im Unterbewusstsein die Alarmglocken. Die Angst davor, all die jungen Leute gehen mit KI genauso um wie mit Smartphones: was geht, wird gemacht….

    • Herr Tommi 09/02/2026 um 16:17 - Antwort

      Und der Umgang mit KIs wird irgendwann ganz normal werden. Die aktuellen Systeme sind sicherlich noch weit davon entfernt perfekt zu sein, sie sind noch nicht einmal wirklich intelligent. Aber warten wir die Entwicklungen mal ab, die wird rasant fortschreiten.

  2. Angela 09/02/2026 um 9:50 - Antwort

    Es gibt grundverschiedene Herangehensweisen mit KI. Die einen nutzen sie wirklich wie du für ausgewählte Zwecke und nicht als Denkersatz, sondern zur Textkorrektur.

    Andere erzählen immer wieder total unreflektiert, was „Chatty“ zu sagen hatte, ohne einzukalkulieren, dass da auch eine Menge Quatsch dazwischen ist.. In meinen Nachhilfestunden höre ich das echt immer wieder.

    Da sehe ich tatsächlich einen Ansatz der Erosion im Denken, allerdings sind auch einige Jugendliche dabei, die sich unwohl fühlen damit, fremde Federn als eigene Leistung abzugeben. Allerdings merken sie den Druck, den es erzeugt, wenn ihr Umfeld so unkritisch ist.

    Ich versuche jedenfalls mein Bestes, denen, die sich nicht die Referate von „Chatty“ zaubern lassen, den Rücken zu stärken.

    • Herr Tommi 09/02/2026 um 16:19 - Antwort

      Das mit dem Druck, es auch machen zu müssen, ist vermutlich ein wirkliches Problem. Hier hilft vermutlich nur Aufklärung und das Schulen einer vernünftigen Nutzung der neuen Möglichkeiten.

  3. Sari 09/02/2026 um 12:16 - Antwort

    Ein Mal letztes Jahr, als ich eine Schnipsel Jagd für die Mannschaft des Sohnes planen wollte und nach drei Stunden mir der Kopf so rauchte, dass ich einfach mal die KI eine hab erstellen lassen. Am Ende habe ich dann ihre Vorschläge und meine Ideen kombiniert. Ähnlich nochmal mit einem Ernährungsplan, den ich bis heute nicht umgesetzt bekommen habe…

    • Herr Tommi 09/02/2026 um 16:19 - Antwort

      Für solche Dinge würde ich KI auch mal nutzen, schon allein, um mal die Vorschläge zu sehen.

  4. Lorenzo 09/02/2026 um 18:30 - Antwort

    Ein Mittelweg ist richtig.

  5. Patrick Jobst 10/02/2026 um 4:15 - Antwort

    Ich möchte jetzt nicht lästern, aber bei manchen Zeitgenossen, die andere dafür kritisieren, dass sie KI verwenden, kommt durch selber denken nicht unbedingt ein besseres Ergebnis heraus. ;)

  6. Horst Schulte 10/02/2026 um 11:36 - Antwort

    Ich empfinde es fast als tragisch, dass all die Probleme, mit denen wir Menschen uns in diesen Zeiten konfrontiert sehen, von der Einführung der KI begleitet werden. Viele (ich auch) sind überfordert von all dem, was uns gewisse Veränderungen auf dem Globus abfordern.

    Kriege, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, faschistische Regierungen, Faschismus generell, Rassismus, Frauenhass, Wohnungsnot, Schwerkriminalität, Inflation und wie diese Themen alle heißen. Wer von all dem nicht überfordert ist, der hat die richtige Einstellung gefunden oder ist einfach doof. Aber dafür gibts jetzt zum Glück die KI. Da muss keiner mehr nachdenken.

    Wir delegieren auch das Nachdenken. So geht ein Narrativ, mit dem wir uns momentan auseinandersetzen. Ich hörte von einem Bildungsfunktionär, dass Kinder, die heute in die Schule kommen, nicht allein zur Toilette gehen können, ihre Schnürsenkel nicht binden können und bei anderen selbstverständlichen Fertigkeiten gibt es ebenfalls Defizite. Auf den Grund dafür angesprochen, erwiderte er trocken, man solle mal beobachten, wie viel Augenkontakt manche Mütter mit ihren Sprösslingen beim Spaziergang hätten. Ihre Blicke seien auf dem Mobil-Bildschirm fixiert. Diese Form der Verwahrlosung sei es (so diese etwas reaktionär wirkende Funktionär) habe Folgen. Nun mag man über solche Statements denken, was man mag. Es ist diese schöne neue Welt, in der wir uns bewegen und mit der nicht alle gleichermaßen verantwortungsvoll umgehen. Die Folgen sind nicht absehbar.

    Fragt mal eure KI, was man tun könnte, um aus der Nummer herauszukommen. Ich glaube, sie hat auch keine besseren Antworten als die, auf die wir ganz allein kommen.

  7. ClaudiaBerlin 12/02/2026 um 15:39 - Antwort

    Mir ersetzt die KI auch nicht das nachdenken, aber ganz großartig das Suchen! Dabei geht es lange schon nicht mehr nur um den Ersatz der klassischen Google-Suche, sondern

    – heute habe ich mich 2 Std. lang von Gemini durch den Google-Youtube-Paypal leiten lassen, um eine veraltete Paypal-Account-Mailadresse durch die aktuell zu ersetzen. Bei 3 Google Abos (deren nur 2 noch aktiv sind, die sich mit dem 3.überschnitten haben) gab es Irritationen, eine unerklärliche Erstattung – es wurde ein ellenlanger Talk, letztendlich hat alles geklappt. Hätte ich diese „Leitung“ nicht gehabt, keine Ahnung ob ich nicht mittendrin beim Suchen nach Einstellungen das Handtuch geschmissen hätte!

    – mehrseitige englische Garantiebedingungen eines Monitors (juristisch, schrecklich zu lesen) hab ich in NotebookLM hochgeladen und dann meine Fragen dazu beantworten lassen – super!

    – Ansprechadresse / Telefonnummer eines großen Herstellers gesucht. Das erste „Wühlen durch Webseiten“ blieb ergebnislos. Nicht so die Anfrage an Gemini, die mir eine Telefonnummer gab, wo sich sogar direkt EIN MENSCH meldete, wow!

    – Fragen zur Nutzung / speziellen Anforderungen diverser Software: Wo man üblicherweise im FAQ-Sumpf landet und gefühlt ewig sonstiges durchsucht, gibt KI die geforderte Antwort sofort – super.

    Das sind nur die Dinge, die mir grade aktuell einfallen – es gibt mehr! All das kann ich nicht durch „Nachdenken“ lösen!

    • Herr Tommi 13/02/2026 um 20:55 - Antwort

      Zum Suchen will auch das auch mal vermehrt ausprobieren. Bisher gleiche ich aber immer noch alle Quellen ab, welche mir eine KI hinhält. Das macht mir dann mehr Arbeit. Da muss ich mir noch eine Strategie überlegen.