Mehr Freizeit – weniger Nebenjobs

Veröffentlicht: 21. September 2022

Autor: Herr Tommi

Wer uns kennt und schon länger verfolgt weiß, dass wir neben unseren normalen Jobs noch zwei selbstständige Nebenjobs haben. Einmal der Verkauf von Reisen als mobile Reiseberater und dazu noch den Blog-Helfer, wo wir andere Blogger technisch unterstützen. Bei beiden Jobs werden wir nun massive Änderungen vornehmen. Denn so wie in den letzten Jahren wollen wir nicht weitermachen, wir werden ja auch nicht jünger.

Mobile Reiseberater

Seit 2015 verkaufen wir als mobile Reiseberater recht erfolgreich Reisen. Das waren meist Pauschalreisen, aber auch Flüge, Mietwagen, Ferienwohnungen, Rundreisen, Kreuzfahrten, alles, was das Herz eines Reisenden erwärmt. Das Geschäft war aber nie einfach, gerade die Kundengewinnung war zu Beginn unserer Tätigkeit eine große Herausforderung. Wir haben das aber ganz ordentlich hinbekommen und uns im Laufe der Jahre einen schönen Kreis an Stammkunden aufgebaut.

Und genau für diese Stammkunden, die wir aktuell haben, ändert sich nichts. Wir werden diese weiter beraten und auch Reisen für sie buchen.

Für Neukunden sind wir aber ab sofort nicht mehr ansprechbar. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits haben wir in der Corona-Krise gerlent, wie toll die „Partnerschaft“ zwischen Reiseunternehmen und Fluglinien gegenüber den Reisevermittlern funktioniert. Das sah dann so aus, dass alle Arbeit auf die Vermittler abgewälzt wurde, weil die „Partner“ selbst ihre Hotlines teilweise abgeschaltet hatten. Das endete dann aber nicht darin, dass man trotz massenweiser Stornierungen mal eine kleine Provision bekommen hätte. Ne, die Arbeit lag bei uns, Provision war futsch, weil Reise storniert. Schon während der Krise wurde dann klar, Nur-Flug-Buchungen gibt es bei uns nicht mehr, da man dafür ohnehin keinerlei Provision bekommt, aber den ganzen berechtigten Ärger der Kunden am Bein hatte.

Corona war natürlich eine absolute Ausnahme-Situation, die so in der Form hoffentlich so schnell nicht wieder passiert. Trotzdem ist uns da klar geworden, dass diese „Partnerschaft“ zum Reisevertrieb doch auf sehr wackeligen Beinen steht.

Kundenverhalten

Ein weiterer Grund, keine Neukunden mehr anzunehmen, ist aber das Buchungsverhalten der Kunden. Es gab immer schon einzelne Fälle, wo die Kunden sich von uns beraten ließen und dann lustig woanders gebucht haben. Nur ist dieses Verhalten in den letzten Monaten zur Regel geworden. In den letzten Wochen haben wir für einige potenzielle Neukunden Angebote erstellt. Dabei kam ein Großteil der neuen Kunden per Mundpropaganda zu uns, also über Stammkunden. Da wurden Angebote erstellt, erst wollte man nach Griechenland, dann auf einmal in die Türkei, ach, Spanien soll auch nett sein. Also dreimal Hotels herausgesucht, darauf geachtet, dass alle Vorlieben erfüllt wurden, der Pool bloß nicht 3 cm zu klein ist. Und dann auf einmal Funkstille. Auf Nachfrage dann die Aussage bekommen, ja wir haben Hotel X bei Dubiosen-Online-Anbieter Y gebucht, da war es 40 EUR billiger, bei einer 3.000 EUR-Reise.

Ein anderer wollte Mietwagen für seine USA-Reise haben, wo er alle 4 Tage an einem anderen Ort mit dem Flieger ankam. Also für mehrere Orte die Mietwagen herausgesucht, einmal großes Auto, weil man dort Freunde treffen wolle, einmal kleines Auto und mit verschiedenen Übernahmestationen, weil man allein von Flughafen A nach B fährt, und andere Varianten. Dann änderte sich plötzlich die Route, dafür hatte man endlich Flugzeiten, also alles erneut von vorn herausgesucht. Und dann wurde es plötzlich wieder ruhig, wo man vorher keine Probleme damit hatte, seine Wünsche Samstag Abend um 22:30 Uhr zu übermitteln. Und siehe da, man hat jetzt bei einem Billig-Anbieter in den USA direkt gebucht, sparte am Ende immer 200 EUR. Wir wünschen nun viel Spaß mit der Selbstbeteiligung, welche dort im Fall der Fälle anfällt.

Das waren nur zwei Beispiele aus den letzten Wochen. Ganz ehrlich, darauf haben wir keine Lust mehr. Wir hatten kurz überlegt, einfach eine Beratungspauschale von 100 EUR einzuführen. Diese würde im Falle einer Buchung bei uns erstattet. Wenn woanders gebucht wird, wäre das für uns die Bezahlung für die Beratung gewesen. Aber am Ende war uns der Aufwand dafür auch zu hoch, da muss man ja in Deutschland auf wieder drölfundachzig rechtliche Dinge beachten.

Keine Neukunden mehr

Also ziehen wir hier die Reißleine und nehmen keine neuen Kunden mehr an. Unsere Stammkunden betreuen wir gerne weiter, weil uns der Reisevertrieb eigentlich sehr viel Spaß macht. Natürlich auch, weil wir damit ein paar Euro nebenbei verdienen, welche uns wiederum mehr Möglichkeiten bei den eigenen Reisen bieten. Nur, richtig angewiesen sind wir nicht auf das Geld, daher haben wir den Luxus, uns unsere Kunden aussuchen zu können.

Blog-Helfer

Kommen wir zum zweiten Nebenjob, dem Blog-Helfer. Dabei haben wir anderen Bloggern bei technischen Dingen geholfen. Installation, Einrichtung, Themes- und Plugin-Einrichtungen, Schulungen, und noch einiges mehr. Auch hier stellen wir die Neukunden-Annahme ein.  Unsere bisherigen Kunden betreuen wir gerne weiter, die haben ja teilweise noch Guthaben für den Service. Den können diese weiter bei uns einlösen und wir stehen für Hilfe gerne bereit.

Hier gab es natürlich keine Nerv-Kunden, wie beim Reiseverkauf, eher im Gegenteil. Es wurde aber für einen Nebenjob einfach zu viel. Wir mussten in den letzten Wochen einige Anfragen ablehnen, weil die Projekte unseren möglichen Zeitrahmen gesprengt hätten.

Webseiten sind vom Netz

Als Konsequenz aus diesen Maßnahmen, haben wir beide Webseiten vom Netz genommen. Bei der Road-Reisen-Seite findet man nun nur noch unser Online-Portal, welches wir über unsere Kooperation mit Amondo bekommen.

Die Bloghelfer-Seite leitet nun auf diesen Blog hier um.

Beide Seiten dienten ja der Neukundengewinnung. Da wir diese nicht mehr machen wollen, sind die Seiten überflüssig geworden. Und zwei Seiten weniger bedeutet auch, weniger Updates und Pflege, das sind im Monat auch wieder ein paar Minuten gewonnene Freizeit.

Freizeit ist kostbar

Und genau diese Zeit ist uns inzwischen zu kostbar, um sie ständig am Rechner zu verbringen. Tommi hat einen Mehr-Als-Vollzeitjob, der Spaß macht, aber halt auch einiges an Zeit verschlingt, oft genug auch am Abend oder am Wochenende. Das ist kein Jammern, denn gerade diese zeitliche Flexibilität ist eine tolle Sache.

Melli hat in ihrem neuen Job nun auch einen unbefristeten Vertrag, mit mehr Stunden. Somit fällt auch hier ein wenig Freizeit weg.

Wir haben in der Corona-Krise doch einige Dinge gelernt, und zwar positive Sachen. So haben wir es schätzen gelernt, viel Freizeit gemeinsam zu verbringen. Sei es, dass man am Abend mal eine Stunde zusammen mit dem Rad fährt oder am Spieltisch sitzt. Weiter haben wir gelernt, dass unser Reiseverhalten vor der Krise eindeutig dekadent war. Drei bis vier Reisen, davon teilweise mehrere Fernreisen im Jahr. Durch Corona sind wir geerdet worden, es macht auch Spaß hier in Deutschland und in die Nachbarländer zu verreisen. Oder mal nicht wegzufahren und einfach mit dem Rad den Ruhrpott zu erkunden.

Kurz: Gemeinsame Freizeit ist uns sehr wichtig geworden, und diese füllen wir gerne mit Reisen oder Ausflügen aus, es müssen aber keine x Fernreisen mehr sein. Das spart uns eine Menge Geld und die Umwelt dankt es uns auch noch.

Und diese Freizeit schaffen wir uns durch die oben genannten Maßnahmen. Denn es war in den letzten Jahren oft sehr stressig. Wir wurden ja oft genug gefragt, wie wir das eigentlich alles schaffen? Es hat aber funktioniert, eine lange Zeit hat es sogar riesig Spaß gemacht, auch beim Blick in die Buchhaltung – zumindest bis das Finanzamt den Finger gehoben hat. Aber durch die ruhige Zeit der Corona-Krise, wo keiner Reisen gebucht hat und keiner Gelder hatte, um Projekte am Blog umzusetzen, haben wir diese Ruhe und Freizeit lieben gelernt.

Als es nun wieder losging, die Anfragen wieder mehr wurden, wurde es zunehmend zur Belastung. Heute ein Termin, morgen Abend am Rechner, übermorgen stand auch schon was im Kalender. Nein, das tun wir uns nicht mehr an.

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2 Kommentare

  1. Gabriele Wiegard 21. September 2022 um 10:29 - Antworten

    Gute Entscheidung 👍
    Gemeinsame Zeit ist das Wichtigste, genießt es!!!

  2. Marie Schade 21. September 2022 um 16:40 - Antworten

    Liebe Melanie, lieber Thomas,
    dass Ihr jetzt kürzer tretet um mehr für Eure Gemeinsamkeit zu tun, ist absolut verständlich, das Leben ist zu kurz, um nicht die Gemeinsamkeit zu genießen. Es ist zwar sehr schade, dass Ihr keine „Neukunden“ für Bloghelfer annehmt, ich hatte Euch noch vor kurzem empfohlen. Aber ich hoffe sehr, dass Ihr mir noch etwas helft, wenn es nötig ist. Das wäre super.
    Liebe Grüße und viele schöne gemeinsame Stunden, Tage …..
    Marie

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