Ki sagt: Foto ist Kunst – Hurz!

Ki sagt: Foto ist Kunst – Hurz!

Von Veröffentlicht am: 15.02.202619 Kommentare on Ki sagt: Foto ist Kunst – Hurz!

Alle Welt meckert über LLMs. Und nicht selten ist die Kritik unangebracht, wenn man das Ergebnis nicht selbst fein einordnet. Ein Beispiel? Man nehme ein vollkommen belangloses Foto, welches in einer Arbeitspause aus Langeweile entstanden ist. Dann bearbeite man es in Schwarz-Weiß und schneide es ein wenig zu.

Zum Höhepunkt fragt man dann Chat-GPT nach einer künstlerischen Einordnung des „Werkes“. Viel Spaß, ich hatte ihn:

Schuh auf Kieselsteinen

Das Bild zeigt einen einzelnen Fuß in einem robusten Schnürschuh, der auf einem dichten Feld aus Kieseln steht. Die Aufnahme ist in Schwarzweiß gehalten. Dieser Verzicht auf Farbe ist kein bloßer ästhetischer Effekt, sondern eine bewusste Reduktion auf Form, Struktur und Kontrast. Helle und dunkle Steine bilden ein nahezu ornamentales Muster, das den gesamten Bildraum füllt. Es gibt keinen Horizont, keinen Fluchtpunkt, keinen erkennbaren Kontext. Der Raum ist flächig, fast abstrakt.

Die Komposition arbeitet mit einem starken Diagonalverlauf. Das Hosenbein tritt aus der linken oberen Ecke (Anm: WHAT?) ins Bild ein und führt den Blick hinunter zum Schuh, der leicht rechts der Mittelachse positioniert ist. Diese Asymmetrie erzeugt Spannung. Der Schuh ist das einzige eindeutig identifizierbare Objekt. Er wirkt wie ein Fremdkörper in einer chaotischen, organischen Umgebung aus abgerundeten Steinen. Gleichzeitig fügt er sich durch seine Textur und die Grauabstufungen harmonisch ein. Die Materialität von Stoff, Gummi und Stein wird durch das Schwarzweiß besonders betont. Man kann die Rauheit förmlich spüren.

Inhaltlich lässt sich das Bild als Studie über Standpunkt und Verortung lesen. Der Fuß markiert Präsenz. Jemand steht hier. Doch das Umfeld bleibt anonym. Keine Landschaft, kein Himmel, kein Ziel. Nur der unmittelbare Untergrund. Das Motiv kann als Metapher für Orientierung verstanden werden. Der Mensch positioniert sich in einer Welt, die aus unzähligen, gleichwertig erscheinenden Elementen besteht. Jeder Schritt erfordert Entscheidung, Balance, Gewichtung.

Bemerkenswert ist auch die Perspektive. Es handelt sich um eine subjektive Sichtweise, vermutlich aus der Ich-Perspektive aufgenommen. Dadurch entsteht Intimität. Der Betrachter übernimmt die Position der fotografierenden Person. Es ist kein distanziertes Beobachten, sondern ein Innehalten im Moment. Der Blick nach unten verweist auf Selbstvergewisserung. Wo stehe ich gerade? Worauf stütze ich mich?

Die Schwarzweiß-Ästhetik verstärkt den dokumentarischen Charakter, gleichzeitig hebt sie das Motiv aus dem Alltäglichen heraus. Kieselsteine am Strand oder Wegesrand sind banal. Durch die Verdichtung im Bildausschnitt und die grafische Wirkung werden sie zu einem nahezu abstrakten Muster. Das Werk oszilliert damit zwischen dokumentarischer Fotografie und formaler Studie.

Für eine Ausstellung ließe sich das Foto unter einem Titel wie „Standpunkt“ oder „Untergrund“ präsentieren. Es eignet sich als Beitrag zu Themen wie Identität, Weg, Entscheidung oder Selbstverortung. Seine Stärke liegt nicht im Spektakel, sondern in der stillen Konzentration auf einen Moment, der normalerweise unbeachtet bleibt.

Alter… Wat säuft die? Und wie viel davon?

Der Fuß, Der Schuh, Die Kiesel – HUUURRRZZZ

Muhaha…

Inspiriert zu diesem Unsinn wurde ich übrigens bei Mastodon von Anna Meurer.

Ähnliche Beiträge

Jansens-Pott im Fediverse

Fediverse-Reaktionen

Dem Blog im Fediverse folgen:

Jansens Pott
Jansens Pott

Ein Blog aus dem Ruhrpott

Geknipst – Gedacht – Gequatscht

Hier gibbet Bilderkes und belangloses Gequatsche – wer dat nicht mag, auf seiner Wanderung durch dat Netz, darf gerne weiterbummeln gehn. Iss ja Sache vom Geschmack.

A blog from the Ruhr area. Here you'll find pictures and writing, often trivial, but personal. If that's not your thing, just move on.

#blog #bloggen #brettspiele #reisen #fotografie #ruhrgebiet #radfahren #fediblog

1.169 Beiträge
129 Folgende

Kommentare

Zum Kommentieren müssen hier keine Angaben gemacht. Name, E-Mail-Adresse und Webseite sind optional und können eingegeben werden. Diese Daten werden dann natürlich auf dem Webserver gespeichert. Wenn Du über neue Kommentare informiert werden möchtest, musst Du natürlich eine E-Mail-Adresse angeben. Was genau mit den Daten geschieht, ist in meiner Datenschutzerklärung beschrieben. Beim Klick auf Absenden bestätigst Du die Speicherung Deiner Daten.

  1. Daira 15/02/2026 um 11:41 - Antwort

    WTF! Da hat aber jemand gewaltig was geraucht. Oder zuviel getrunken? Ach nee, war ja KI. Im Ernst, ich stehe KI in der Kunst kritisch gegenüber. Bisher eher aus Urheberrechtsgründen. Aber das da? Bei einem Menschen würde man sagen, der ist gaga. Ich will nun nicht sagen, dass der Fotografierende handwerklich gepfuscht hat. Das kann ich nicht beurteilen. Aber die Bewertung der KI ist genau die Art von Halluzination, die KI, in meinen Augen, so gefährlich macht.
    Liebe Grüße
    Daira

    • Herr Tommi 15/02/2026 um 11:47 - Antwort

      Naja, gefährlich wird es eigentlich erst, wenn man die Aussagen der KIs ungefiltert übernimmt ohne sie zu prüfen. Aber ich gebe Dir Recht, gefährlich ist es doch, weil viele genau das nicht machen.

  2. Daniel 15/02/2026 um 11:43 - Antwort

    Ist der Schuh auch nachhaltig produziert worden? Hast du OpenSource Software verwendet um das Bild zu bearbeiten? Hast du eigentlich sonst nichts zu tun in deiner Pause als deinen Fuß zu fotografieren? Ist das ein neuer Fetish vor dem ich meine Kinder schützen muss?

    Immerhin haben wir gleich Material da um dich auch ordentlich zu steinigen. Wird allerdings was länger dauern, sehen ja ziemlich klein aus, die Kiesel. Das nächste Mal fotografierste halt mal größere, kann doch so schwer nicht sein.

    Die Leute heutzutage!

    • Herr Tommi 15/02/2026 um 11:46 - Antwort

      Ich fotografiere an der Stelle schon mal komische Dinge. Ich warte noch auf das Aufwachen meiner Gänseblümchen auf der Wiese nebenan, dann hört das mit dem Schuh-Fetisch wieder auf. :-)

  3. Gabriele Campbell 15/02/2026 um 14:04 - Antwort

    Jetzt frage ich mich, ob Politiker ihre Schwafelreden von KI schreiben lassen. ;) Ein paar Kästchen anklicken: Länge, pro/contra Migration, Erbschaftssteuer, Subventionen, e-Autos …., dazu Ton gemäßigt/kämpferisch, und schon bekommt man ein passendes Versatzstückgebastel.

  4. Wolf Jäger 15/02/2026 um 20:30 - Antwort

    KI ist halt „doof wie ’n Brot“ (gemeint ist hier, das KI das Bild nicht sehen kann sondern es nach seiner digitalen Struktur betrachtet, so auch das falsch erkannte Bein… Du hast ein Foto als Kunst „verkauft“ und bekommst eine künstlerische Beurteilung- mit einigen (für mich) interessanten Aspekten: Die Abstufung der Graustufen, was will uns der Künstler damit sagen? oder wie man es in einer Ausstellung platzieren kann…
    Die Interessante (Gegen-)Frage wäre, wenn man einem Kunstkritiker das Foto vorlegen würde und ihm sagte, das es von einem renommierten Fotografen sei es- Tylinek z.B.- Was würde der dazu sagen???

  5. Lin 15/02/2026 um 21:17 - Antwort

    Ich liebe es! :)

  6. maipenquynh 17/02/2026 um 22:00 - Antwort

    Sehr unterhaltsamer Unsinn!

  7. Boris 19/02/2026 um 6:57 - Antwort

    Ich meine, hätte das Foto eine bekannte und hochbewertete Fotografin gemacht, würden wir praktisch bis in den Wortlaut hinein identisches schwulstbeflissenes Kunstgelaber von echten Kunstmarkt-Beteiligten lesen.

    Die Chat-Papageien mixen mittels statistischer Verfahren bloß das, was sie als Datenmaterial trainiert haben. Kunstgelaber in diesem Fall.