KI im Blog?
Das Thema KI polarisiert derzeit extrem (also wie jedes andere Thema derzeit). Die Einen lehnen KI-Techniken generell ab, die Anderen feiern jedes neue KI-Tool als Wegweiser in eine glorreiche Zukunft. Und dazwischen scheint mal wieder ein tiefer, schwarzer Graben zu sein.
Ich sehe mich ein wenig in der Mitte, zwischen den verschiedenen Meinungen – also praktisch im Graben. Und genauso unterschiedlich nutze ich KI. Niemals würde ich meine Texte von einer KI schreiben lassen. Ich bin auch kein Freund von fotorealistischen KI-Bildern. Die fotografiere ich lieber selbst, was ja auch ein Hobby von mir ist. Und ich teile auch die Bedenken gegenüber den KI-Techniken, zumindest kann ich sie nachvollziehen.
In den letzten Wochen habe ich mir sehr viele Blogs im Netz angeschaut, um wieder tiefer in die Szene einzutauchen. Dabei sind mir sehr viele KI-Dinge aufgefallen. Natürlich viele Bilder oder Grafiken, die eindeutig per KI erstellt wurden. In vielen Beiträgen wurde zudem ein offener Umgang mit der neuen Technik beschrieben. Das hat mich dazu bewogen, mir mal ein paar der beschriebenen Tools anzusehen und mit denen ein wenig zu experimentieren. Jetzt habe ich einige dieser Tools tatsächlich in meinen Workflow aufgenommen, als kleine Helferlein.
Denn machen wir uns nichts vor, die Technik ist da, sie wird bleiben und wachsen. Ob uns das persönlich gefällt, spielt dafür keine Rolle.
KI für Texte
Ich nutze ChatGPT gerne, um mir Themenvorschläge zu holen oder einen Vorschlag für die Gliederung eines Blogartikels geben zu lassen. Ich hole mir dort Inspirationen, fülle die Artikel dann aber von Hand mit meinem Geschreibsel aus. Die KI hilft mir dabei, eine Schreibblockade vor einem leeren Editor-Fenster zu durchbrechen. Danach nutze ich gelegentlich DeepL Write, um grobe Schreibfehler zu beseitigen und Vorschläge für schönere Formulierungen zu bekommen. Denn oft genug bin ich mit meinen Texten nicht zufrieden. Dabei lerne ich sehr viel, was ich in Zukunft für mein eigenes Schreiben nutzen kann.
Vor DeepL habe ich das Language Tool zur Anzeige von Korrekturen für Rechtschreibung und Grammatik direkt im Browser verwendet. Und das arbeitet inzwischen auch mit KI-Techniken. So kann auf dieses Tool Verbesserungsvorschläge für Sätze oder Absätze liefern.
KI für Bilder und Grafiken
Wie oben geschrieben, ich lasse keine fotorealistischen Bilder per KI erzeugen. Da hadert mein fotografisches Herz mit mir. Das Thema Urheberrecht macht die Nutzung für mich schwierig. Allerdings wird auch dieses Thema nicht mehr regulierbar sein.
Auf dem Brettspiel-Blog habe ich zahlreiche Fotos mit alten Zauberern mit langen weißen Bärten von einer KI erzeugen lassen. Da hatte ich leider nie einen zur Hand, wenn ich die Bilder brauchte. Und Frau Melli mit Bart, och nee. Allerdings nehme ich inzwischen auch Abstand von diesen Bildern. Wofür ich die KI, in dem Falle Ideogram, sehr gerne nutze, sind Grafiken. So übrigens auch über diesen Beitrag hier. Für mich ist das ein tolles Tool, um mal schnell ein Titelbild zu erstellen, wenn gerade keines der eigenen Fotos passend wäre – noch nichtmal ein Erdmännchen oder ein kleiner Affe.
Weiterhin nutze ich die KI-Funktionen von Lightroom oder Photoshop mittlerweile regelmäßig für Korrekturen in Fotos. Alleine das KI-Entrauschen ist sensationell gut. Und das KI-basierte Füllen von Korrekturstempeln, ich möchte das nicht mehr missen.
KI – ist es das Böse?
Ja, KI verbraucht Unmengen an Energie. Ja, das Thema Urheberrechte ist (zurecht) sehr umstritten. Ja, KI hat auch eine Menge Risiken. Aber die Technik ist da und sie wird nicht mehr verschwinden. Beruflich haben wir uns aber auch schon Codezeilen per KI generieren lassen. Und das hat erschreckend gut funktioniert. Die Themen Urheberrecht und Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten müssen offen diskutiert werden. Da kommen noch große Aufgaben und Änderungen auf die Gesellschaft zu.
Für mich persönlich ist es eine schöne, technische Spielerei – worauf ich vollkommen abfahren und wo ich stundenlang mit herumspielen kann. Und ich glaube, den KI-Konzernen ist es ein klein wenig egal, ob der Herr Tommi mit dem Tool rumspielt oder es eben sein lässt.
Ich würde allen jungen Menschen raten, lernt die KIs kennen. Lernt gute Prompts zu schreiben, lernt die KIs effektiv zu nutzen. Denn sie werden unser Leben verändern, auch die Arbeitswelt. Ob das einzelnen Boomern, wie mir, jetzt gefällt oder nicht, ist vollkommen uninteressant. Die Konzerne und die Industrie setzen voll auf die neuen Techniken, also werden sie sich auch durchsetzen. Das wird auch keine Politik mehr einfangen, die sind ja mit dem Neuland Internet teilweise noch vollkommen überfordert. Bestenfalls wird die Technik und deren Einsatz ein wenig reguliert oder es kommen Kennzeichnungs-Pflichten.
Wie ist das für Euch? Ist KI für Euch ein NoGo oder ein spannendes Thema, mit dem Ihr Euch beschäftigt? Schreibt gerne einen Kommentar.

