Ich liebe es, persönliche Blogs zu lesen
Es ist inzwischen ein festes Ritual bei mir geworden. Am Abend schnappe ich mir meinen RSS-Reader und schaue mal, was die Blogger-Szene Neues ins Netz geworfen hat. Und selten werde ich enttäuscht. Ne, eigentlich nie.
Jeden Tag sehe ich neue Beiträge, die mich zum Lesen animieren. Bei Gott, nicht alle, die in meinem Reader auftauchen. So viel Zeit habe ich leider nicht. Gewisse Themen interessieren mich nicht, auf andere habe ich in dem Moment keine Lust. Aber trotzdem finde ich jeden Tag ein paar Beiträge, die ich dann komplett lese.
Manchmal sind es sehr persönliche Beiträge, an anderen Tagen dann wieder etwas über Technik oder Politik. Ich sehe tolle Reiseberichte, Wochenrückblicke, technisches Zeugs, Streitereien zwischen Windows und Linux, Apple-Bashing und Apple-Fans. Andere berichten von Spaziergängen, Radtouren oder (am allerbesten) über ihre Haustiere. Hach, es ist eine wunderbare Vielfalt. Ich lerne dabei, ich fühle manche Dinge mit, aber es kann auch vorkommen, dass ich Dinge komplett anders sehe. Manchmal reißt es mich dann zu einem Kommentar hin oder ich schreibe selbst hier auf dem Blog darüber.
Einige Beiträge sind lang, einige eher kurz. Wieder andere bestehen (fast) nur aus Bildern. Ich mag alle Formen, wie etwas rübergebracht wird.
Es gibt sachliche Beiträge, es gibt Emotionen zu lesen. Dinge zum Lachen, zum Staunen, andere unterhalten einfach, und bei einigen hat man plötzlich was im Auge. Andere sind provokativ, manche stänkern, manche ranten sich auch mal die Seele frei. Manchmal sehe ich auch Beiträge über Krankheit oder Tod. Das belastet mich dann. Aber wer, wenn nicht ich, kann verstehen, wie gut es tut, auch mal darüber zu schreiben? Es ist gut, es ist richtig und wichtig.
Was alle Beiträge auf persönlichen Blogs gemeinsam haben, ist die Leidenschaft, die man oft für ein Thema spüren kann. Man merkt, da hängt Herzblut hinter und viele Blogs haben eine sehr persönliche Note. Und das mit allen Stärken und Schwächen. Mit Schreib- und Grammatikfehlern, mit perfekten Texten, mit schiefen Fotos, mit ausstellungsreifen Bildern. Vielfalt – gelebte Vielfalt in Textform. Das unterscheidet Blogs so positiv von redaktionellen, journalistischen Inhalten im Netz.
Und ich möchte keinen gelesenen Beitrag von Euch tollen Bloggerinnen und Bloggern missen.
