Gendern? Och, Kinders…

Gendern? Och, Kinders…

Von Veröffentlicht am: 07.07.202521 Kommentare on Gendern? Och, Kinders…

Gendern, ein Thema welches gerade mal wieder heiß diskutiert wird, zumindest in der Bloggerszene. Auslöser war ein Beitrag von Oliver, welcher dem Gendern eher negativ gegenübersteht. Was da aber in den Kommentaren auf dem Blog, in anderen Blogs oder auf Social (?) Media abgeht, Du lieber Himmel. Natürlich gibt es auch andere Beiträge dazu, zum Beispiel vom Henning oder vom Horst. Weitere Beiträge findet Ihr zum Beispiel über Rivva. Einzig der Thomas ist in den Kommentaren und auf seinem Blog in eine sachliche Diskussion mit Oliver eingestiegen – so kann es doch auch gehen.

Ja, Olivers Beiträge polarisieren gelegentlich. Vermutlich deshalb, weil er nicht im linken Mainstream schwimmt. Zudem nimmt er oft kein Blatt vor den Mund, daraufhin hatte ich auch schon eine kleine Differenz mit ihm. Halte ich ihn deswegen für einen schlechten Menschen, halte ich ihn für einen rechten Troll oder lösche ich seinen Blog aus meinem RSS-Reader? Klare Sache, dreimal Nein. Denn, sorry, das ist Kinderkacke und trägt nur weiter zur schlechten Laune bei. Man kann sich doch einfach mal streiten, über eine Sache, über eine Sichtweise, ohne dem Gegenüber komplett seine Daseinsberechtigung abzusprechen oder ihn in eine Schublade zu stecken. Das nervt inzwischen hart.

Wir Blogger sind ja so ein tolerantes, weltoffenes Völkchen. Zumindest werden viele nicht müde, die Szene so zu beschreiben. Offensichtlich hört diese Toleranz genau in dem Moment bei einigen abrupt auf, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Dann prangert man auch gerne mal an, blockiert, verfällt in Social (?) Media Verhalten. Naja, muss je jeder für sich selbst entscheiden. Nach außen wirkt es dann aber oft, wie? Genau, Kinderkacke!

Achso ja, das Gendern.

Gendere ich hier auf dem Blog?

Nein, ich gendere hier nicht. Ich bin dafür zu faul, komme mit der Schreiberei dann nicht zurecht. Zumal ich noch keine Form gefunden habe, die ich für mich beim Schreiben/Lesen gut finde. Und da es keine Pflicht ist, nehme ich mir das Recht heraus, darauf auf meinem Blog zu verzichten. Darüber hat sich übrigens noch nie jemand beschwert.

Ich schließe aber gar nicht aus, dass ich hier irgendwann gendern werde. Wenn es endlich eine einheitliche, definierte Form des Genderns gibt. Eine, die nicht auch wieder Diskussionen auslöst. Dann könnte ich mir das durchaus vorstellen. Allerdings nicht, wenn sich diese Menschys-Variante durchsetzt, die finde ich ganz schlimm. Erdbebenopferys liest sich ja niedlich, aber das kann es doch wohl nicht sein.

Schließe ich hier Menschen aus?

Nein, denn wer mich kennt, also nicht nur hier im Netz, sondern im echten Leben weiß, für mich sind alle Menschen erst einmal genau eines: Menschen, denen man mit Respekt begegnet. Dabei ist mir das Geschlecht, das Aussehen, die Hautfarbe, die Herkunft oder andere Merkmale oder Vorlieben vollkommen Wumpe.

Habe ich etwas gegen das Gendern?

Überhaupt nicht. Wer es macht, soll es tun. Es wäre für mich auch kein Grund, irgendeinen Blog oder eine Seite zu boykottieren, welche gendert. Denn damit wären wir wieder bei der oben erwähnten Kinderkacke.

Halte ich Menschen, die gegen das Gendern sind für rechts(extrem), boomerig, doof oder nicht beachtenswert?

WTF, Alter, natürlich nicht.

Mehr Respekt und Contenance bitte!

Einfach mal damit klarkommen, dass verschiedene Menschen verschiedene Meinungen und Einstellungen haben. Zum Gendern, zur Politik, zum Leben, zu allem. Dadurch werden diese Menschen aber nicht weniger wertvoll oder müssen despektierlich behandelt werden. Mit gegenseitigem Respekt und sachlichem Austausch würden wir alle ein paar Schritte weiterkommen.

Fediverse-Reaktionen

Dem Blog im Fediverse folgen:

Jansens Pott
Jansens Pott

Ein Blog aus dem Ruhrpott

Geknipst – Gedacht – Gequatscht

Hier gibbet Bilderkes und belangloses Gequatsche – wer dat nicht mag, auf seiner Wanderung durch dat Netz, darf gerne weiterbummeln gehn. Iss ja Sache vom Geschmack.

A blog from the Ruhr area. Here you'll find pictures and writing, often trivial, but personal. If that's not your thing, just move on.

#blog #bloggen #brettspiele #reisen #fotografie #ruhrgebiet #radfahren #fediblog

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  1. Martha 07/07/2025 um 17:52 - Antwort

    Ich stimme dir in allen Punkten zu.. manchmal fühlt man sich doch wie in einem Sandkasten wo der eine dem anderen mit dem Schäufelchen auf den Kopf haut oder dessen Sandfigur kaputt macht.

    • Herr Tommi 07/07/2025 um 20:38 - Antwort

      Und anschliessend mit dem Fuß aufstampft und schreit „Mit dem spiele ich nicht mehr!“.

  2. Horst Schulte 07/07/2025 um 18:49 - Antwort

    Und da beklagen sich viele über die schlechte Stimmung innerhalb und außerhalb des Webs. Wenn ich lese, dass bestimmte Blogs wegen einzelner Beiträge über strittige Themen auf schwarze Listen gesetzt werden, entsteht nur Frust. Wie du sagst, wir verstärken die ohnehin schon vorhandene schlechte Laune. Völlig verrückt und unnötig. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ohne das Gegenüber auf diese Weise zu mobben. Nichts anderes ist das nämlich. Finde ich jedenfalls.

    • Herr Tommi 07/07/2025 um 20:37 - Antwort

      Jemanden wegen seiner Meinung, die noch nicht einmal besonders extrem ist, auszugrenzen – ja, das ist Mobbing. Ich habe das als Kind lang genug erleben dürfen.

      Aber so weit scheint die Inklusion von anderen Menschen doch nicht zu gehen, dass andere Meinungen einfach mal akzeptiert werden oder man in einen sachlichen Dialog geht.

  3. Oliver 08/07/2025 um 7:31 - Antwort

    „Zudem nimmt er oft kein Blatt vor den Mund, daraufhin hatte ich auch schon eine kleine Differenz mit ihm“ Bin ich so vergesslich, dass ich mich nicht daran erinnern kann, oder war es eine Kleinigkeit?

    Jedenfalls danke für deine Worte und neutrale Sichtweise sowie dem Zuspruch. Dadurch und die Verlinkungen sowie deren Kommentare wurde meine Sicht der Dinge erweitert.

    Gruss
    Oliver

  4. Lorenzo 08/07/2025 um 11:19 - Antwort

    Ich gendere, weil es mir wichtig ist, aber Gendern ist natürlich kein Muss. Es ist aber auch kein Feindbild bzw. etwas Schreckliches, wie einige behaupten.

  5. Skythe 08/07/2025 um 15:36 - Antwort

    Als das Gendern vor 10 jahren oder so durch Anatol Stefanowitsch und andere in linke, deutsche Kreise gepresst wurde, habe ich geschrieben: „Hört auf, eure und unsere begrenzte Zeit und Aufmerksamkeit mit solch unwichtigem Schmarrn zu verschwenden, der genau KEIN Leben verbessert.“ Man war natürlich viel zu dumm, blind und eitel, um damit aufzuhören.

    10 Jahre später gab es weltweit einen unglaublichen Abrutsch nach rechts. Die USA, Italien, Ungarn, Polen, Holland, Dänemark, UK, Schweden, Spanien und Frankreich werden bereits von Rechtsextremisten oder Faschisten regiert oder stehen kurz davor. Unter anderem, weil Linke sich weltweit mit Themen wie Gendern, DEI und Intersektionalität beschäftigt haben statt für eine bessere Welt zu kämpfen.

    Und deutsche Blogger stellen 2025 ERNEUT die existenziell wichtige Frage: Gendern oder nicht?

    Wir sind so verloren. Schämt euch, ihr Salon-Linke. Das 4. Reich wird auf euren Sternchen und Binnen-Is errichtet.

    • Paula 10/07/2025 um 7:22 - Antwort

      Siehe dieser Matthias, der darauf hinwies, dass die Schlumpfgermanen gewählt werden, weil die echten Probleme der Menschen ignoriert werden.

      Andererseits galt das bereits in Ostdeutschland, als die NPD noch nicht „Die Heimat“ hieß: Die etablierten Parteien im Dorf machen Dinge wie das JuZ zu, dann bietet die NPD der Dorfjugend etwas gegen die Langeweile und die etablierten Parteien machen ein „surprised Pikachu face“ und fragen sich, warum die NPD bei der Dorfjugend so beliebt ist.

  6. Norbert 09/07/2025 um 9:31 - Antwort

    Sie geht wieder um, die Gender-Debatte – zumindest in Blogging-Kreisen. Dabei wird Gendern als schlechtes Konzept tituliert, Befürworter*innen ein links-grünes Gedankengut unterstellt, aber das Wesentliche außer Acht gelassen.

  7. Britta Langhoff 09/07/2025 um 19:38 - Antwort

    Da muss ich mich doch mal ein bißchen durch die verlinkten Beiträge klicken. ich hatte im letzten Jahr auch einen Artikel geschrieben mit den Gründen, warum ich im Blog nicht gendere.
    Die Kommentare waren aber durchweg ok, auch wenn manche anderer Ansicht waren.
    Sehr interessant fand ich einen Kommentar, der mich darauf aufmerksam machte, dass geschriebenes Gendern nicht inklusionsfähig sei. Für Menschen mit Sehbehinderung, die sich Texte durch Geräte vorlesen lassen, sind gegendert geschriebene wohl äußerst schwierig. Diese Geräte können weder Gendersternchen noch Doppelpunkte vorlesen. Ebenso sei es schwierig für Menschen, die einfache Sprache brauchen und/ oder unsere Sprache gerade erst lernen. Das fand ich einen super spannenden Hinweis. Gerade auch jetzt, wo das Barriere-Freiheitsgesetz greift.
    Also: Wenn Du nicht genderst, schließt Du keinen aus. Im Gegenteil.
    Liebe Grüße
    Britta

    • Herr Tommi 09/07/2025 um 21:15 - Antwort

      Genau dieses Argument gegen das Gendern habe ich auch mal von einer fast blinden Bekannten gehört. Und daher ist auch einer der Gründe, warum ich darauf verzichte.

  8. detlef 09/07/2025 um 19:41 - Antwort

    find ich gut, wie du hier argumentierst, ohne auch nur mit einem wort auf die eigentliche kritik einzugehen. zeigt halt generell ganz gut, auf welchem niveau deutschland generell und kollektiv angekommen ist.

    es gibt aktuell drei politische meinungen zum gendern. „ja, bitte!“, „nein!“ und „mir doch egal!“.

    „ja, bitte!“ ist ein meinungsbild, das im linken spektrum angesiedelt ist. da kanstt du „argumentieren“ (was du hier in dem text nicht machst) was du willst. es wird sich nicht ändern. genau so wenig, wie die tatsache, dass ausnahmslos rechte, rechtspopulisten, neonazis, nationalsozialisten, faschisten, rassisten, massenmörder und menschenfeinde mit der „gendern, nein danke!“ hetze gegen menschen begehen.

    nochmal: das sind keine linken. und auch keine demokraten. es sind menschenfeinde oder menschen, die der rechten hetze von menschenfeinden auf dem leim gegangen sind.

    du bist jemand der „ist mir doch egal fraktion“ der sich versucht neutral zu halten, aber die rechte seite relativiert und toleriert.

    es wäre wirklich gut gewesen, wenn du wenigstens ein einziges (!) beispiel für deine thesen rausgehauen hättest, dann könnte man dich halt auch irgendwie ansatzweise ernstnehmen, aber es geht halt nicht.

    stattdessen fischst du halt nach klicks im rechten millieu.

    eure „schwarzen listen“ und „linker mainstream“ existiert exakt an einem ort: in euren gehirnen, in eurer fantasie.

    • Herr Tommi 09/07/2025 um 21:07 - Antwort

      Alter, Du bist aber mal komplett vom Weg ab. Wer gegen Gendern ist, ist ein rassistischer Massenmörder? Ich fische im rechten Millieu?

      Sorry, der Kommentar ist dermaßen daneben, den musste ich freischalten, statt zu löschen.

      Und BTW: Was ich hier muss oder nicht, bestimmst keinesfalls Du. Und argumentieren würde ich, wenn ich jemanden von meiner Einstellung überzeugen wollte. Das war aber nicht die Absicht dieses Artikels.

  9. Gabriele Campbell 10/07/2025 um 17:48 - Antwort

    Ich persönlich mag das Gendern nicht und praktiziere es normalerweise auch nicht. Es unterbricht den Lesefluss und lässt bei mir den Eindruck entstehen, dass man uns Frauen unterstellt, so wenig Selbstbewußtsein zu haben, dass man sich nicht einfach ‚mitgemeint‘ fühlen kann. Sehen manche Frauen das anders und finden, es brauche eine spezielle Bezeichnung, um das Bewusstsein dafür zu wecken, dass Frauen immer noch unterrepräsentiert sind, nicht ernst genommen werden …. – natürlich, und das respektiere ich auch.

    Bei uns im Institut wird offiziell nicht gegendert, aber wer gendern will, kann es machen. Aussage des Vorgesetzten: „Ich will hier keine Grundsatzdiskussionen über Gendern, das ist eine persönliche Angelegenheit und soll gefälligst von beiden Seiten respektiert werden.“ Funktioniert ganz gut.

    Wenn ich den Autoren Fahnenkorrekturen ihrer Publikationen schicke, verweise ich auf die Non-Gendern-Politik (es gibt in jeder Veröffentlichung auch den Hinweis, das alle denkbaren Geschlechter mitgemeint sind). Oft bekomme ich positive Reaktionen, und nur eine Frau hat das bisher abgelehnt; bei ihrem Beitrag habe ich dann halt die Sternchen wieder reingemacht.

    Mein Blog ist auf Englisch, da habe ich das Problem nicht. :) In einem Forum, wo es vielen Leuten wichtig ist, versuche ich, dran zu denken, weil meine Ablehnung des Genderns jetzt nicht so manifest ist, dass ich es nicht auch mal machen kann – da sind wir wieder beim Respekt (in diesem Fall für eine Mehrheit in einem Forum).

    • Herr Tommi 13/07/2025 um 19:29 - Antwort

      Ich mag die Aussage Deines Chefs, genau so sollte es überall gehalten werden.

  10. Anne 11/07/2025 um 9:23 - Antwort

    Viel wichtiger als die Form ist doch der Inhalt. Nur weil jemand keine Doppelpunkte, Sternchen und Große Is mitten im Wort verwendet, kann ich doch nicht auf ein komplettes Weltbild schließen und wilde Dinge unterstellen.

    Ich mag den Ansatz, anstelle der männlichen einfach mal die weibliche Beufsbezeichnung zu verwenden („Wissenschaftlerinnen arbeiten an…“), das durchbricht Stereotypen und Klischees im Kopf viel besser und klingt nicht so furchtbar gestelzt.

    Jede erdenkliche Variante von Menschlein explizit aufzulisten, fühlt sich oft mehr an wie eine Floskel und löst nicht automatisch alle Probleme. Bei Stellenausschreibungen etwa ist es ja nett, dass überall prominent „m/w/d“ dahintersteht, aber das Geschlecht ist ja nun beiweitem nicht das einzige Merkmal, anhand dessen Menschen ausgegrenzt werden. „Rollstuhl / Fußgänger“ beispielsweise. Oder „flexibel / hat Kinder“.

    Long story short… ich finde es viel wichtiger, Werte wie Respekt und Toleranz durch Taten zu leben und durch das, WAS man schreibt, nicht durch kategorisches Gendern.

    • Gabriele Campbell 11/07/2025 um 14:46 - Antwort

      Ich möchte mal eine Stellenbeschreibung sehen, in der steht: „Mitarbeiter über 50 sind bei uns aufgrund ihrer Erfahrung und Gelassenheit willkommen.“

      Stattdessen fliegt man ab einem bestimmten Geburtsdatum in den meisten Fällen gleich durch die Vorauswahl. (Ich habe mit 50+ noch eine neue Stelle gefunden, aber das war Glück plus – zugegeben – ein bischen Vitamin B.)

    • Herr Tommi 13/07/2025 um 19:29 - Antwort

      Die Long story short bringt es auf den Punkt