Es wird nichts mehr so sein wie früher

Veröffentlicht: 13. März 2022

Autor: Herr Tommi

Zwei Jahre Pandemie, die noch nicht vorbei ist. Jetzt ein Krieg in Europa und dazu der Klimawandel, welcher ebenfalls wie ein Damoklesschwert über uns allen hängt. Die Welt verändert sich und es wird vermutlich nicht mehr so werden, wie wir es kannten. Achtung, es ist wieder viel Meinung, bei wenig Ahnung – aber unser Bauchgefühl muss auch mal raus.

Pandemie – es ist noch lange nicht vorbei

Über zwei Jahre leben wir nun schon mit der Pandemie. Zu Beginn der Pandemie war in der Gesellschaft ein unglaublicher Zusammenhalt zu spüren. Ihr erinnert Euch vielleicht an diese gemeinsamen Gesänge von Balkonen in Italien oder an die fast menschenleeren Straßen. Leider kippte in einigen Teilen der Bevölkerung schnell die Stimmung. Einige fingen an „selbst zu denken“, sich von der wissenschaftlichen Evidenz abzuwenden. Angeführt von einigen selbst ernannten Experten, die es sich mit Spendengeldern heute im Ausland gut gehen lassen, wurden Maßnahmen kritisiert und oft auch blockiert. Leider auch die Impfung, sodass wir heute mit einer mittelmäßigen Impfquote dastehen.

Und es ist noch lange nicht vorbei. Das Virus vom Typ BA.2 sorgt gerade für die sechste Welle, wenn wir richtig mitgezählt haben. Trotzdem werden am 20. März alle Maßnehmen gelockert oder Aufgehoben. Dazu gehört auch die generelle Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Da reibt man sich schon die Augen. In den letzten Tagen gab es neue Rekorde bei Ansteckungszahlen und Inzidenzwerten und trotzdem sollen die Maßnahmen wegfallen. Da fühlt man sich als Mensch, der alle Maßnahmen mitgetragen hat und teilweise in hanebüchenen Diskussionen verteidigt hat, von der Regierung ein klein wenig veräppelt.

Ja, wir haben keine Überlastung der Intensivstationen, trotz der hohen Infektionszahlen. Aber die restliche medizinische Versorgung geht am Stock. Arztpraxen, Normalstationen in Krankenhäusern, Rettungsdienste, Schulen, dort gibt es überall massive Probleme. Reihenweise sind dort Menschen mit Corona infiziert und das knappe Personal wird zusätzlich reduziert. Wenn jetzt auch noch die Maskenpflicht fällt, der letzte Schutzwall ohne großen Aufwand und Einschränkungen, dann fliegt uns das dort komplett um die Ohren.

Ja, wir müssen lernen mit dem Virus zu leben, ja Corona wird nicht wieder verschwinden. Aber damit leben zu lernen, heißt vielleicht auch, auf veränderte Mutanten reagieren zu können und mit gewissen Basismaßnahmen dagegenzuhalten. Und dabei sind die Masken doch nun wirklich das kleinste Übel, im Vergleich zu Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote oder die Schließung von Läden.

Leider lässt sich die Regierung hier vom kleinsten Partner der Koalition am Nasenring durch die Manege führen. Die beschließen die Aufhebung der Maßnahmen. Und dann liest man bei Twitter reihenweise Posts, wo Mitglieder der SPD und der Grünen, inklusive Herrn Lauterbach, das nicht richtig finden. Um es mal so zu sagen: Häh? Das geht sogar so weit, dass einige grüne Politiker:innen zu einer Petition gegen die Aufhebung aufrufen.

Was bleibt uns also nach der Pandemie. Nun, einerseits ein Virus, das nicht wieder verschwinden wird. Gleichzeitig ist aber das Vertrauen in die Politik ins Bodenlose gesunken. Dort ist man auch nach über zwei Jahren mit der Situation komplett überfordert, ignoriert wissenschaftliche Fakten, hat einen Expertenrat als Beratungsinstanz eingesetzt, auf die man aber nicht wirklich hört. Und dabei war es egal, wer die Regierung stellte, denn nach der Wahl wurde nichts besser. Es wurde weiter geredet, Wissenschaft ignoriert und eher auf Minderheiten gehört. Und wenn man sich vielleicht mal einig war, dann haben einzelne Bundesländer quer geschossen.

Krieg in der Ukraine – das verändert die ganze Welt

Haben wir oben noch über die Politik gemeckert, müssen wir bei diesem Thema loben. Wir sind froh, dass die Politik hier besonnen reagiert, nicht hektisch Sanktionen beliebiger Art umsetzt. Da wird auch bei Druck von außen lieber noch zweimal über die Konsequenten nachgedacht. Bei diesem Thema macht die Politik, außer unserer Sicht, sehr viel richtig.

Dieser Krieg wird aber die Welt verändern, egal, wie er ausgeht. Nichts wird mehr so sein, wie in der Zeit davor. Die vielen Sanktionen gegen Russland und die Gegensanktionen haben bereits jetzt weltweite Folgen. Und die werden nicht über Nacht verschwinden, wenn der Krieg hoffentlich bald vorbei sein wird. Denn neben den wirtschaftlichen Folgen hat sich auch das Machtgefüge der Welt nun schon verschoben. Russland will wieder ernst genommen werden. Nun, das haben sie wohl erreicht, auf dem schlechtesten Weg, den man sich vorstellen kann. Angst erzeugt Macht.

Wie es alles enden wird, kann auch ein Experte wie Herr Ewald nicht wirklich sagen. Es sind nur Modelle, Thesen, wie es am Ende aussehen könnte. Fest steht aber, die Welt wird nach diesem Krieg anders aussehen. Man kann nur hoffen, dass dieser Konflikt nicht zu einem weltweiten Flächenbrand wird.

Es gibt aber auch positive Erkenntnisse aus der Situation. Die EU rückt zusammen, die westliche Staatengemeinschaft spricht mal mit einer Stimme. Das hätte man sich vorher kaum vorstellen können. Die Menschen gehen gemeinsam in großer Zahl auf die Straße. Im Gegensatz zu den Demos der Leerdenker kann man hier wirklich von Mengen sprechen, wo „wir sind das Volk“ eine Bedeutung hat.

Positiv ist auch, die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine oder beim Spenden. Nur, das ist der kleine Wermutstropfen, warum ging das vorher nicht, als ein paar hundert Asylsuchende vor der polnischen Grenze standen?

Nichts wird mehr so sein wie früher

Die Welt verändert sich gerade rapide. Wir glauben nicht, dass es wieder so werden wird, wie es 2019 noch war. Die Pandemie hinterlässt Spuren, der Krieg verändert die Welt ganz offensichtlich. Was das alles für uns normale Menschen bedeutet, ist noch kaum absehbar. Durch die Pandemie haben wir gemerkt, wie stark wir in Europa vom weltweiten Warenverkehr abhängig sind. Wenn die weltweiten Versorgungsketten zusammen, dann spüren wir das.

Auch bei den Energiekosten sind die Folgen zu spüren, teilweise dramatisch. Es wird teurer, das Auto zu tanken oder die Wohnung zu heizen. Dinge, die hier in Deutschland vor der Krise schon nicht preiswert waren,  werden für viele Menschen unbezahlbar. Damit meinen wir nicht den Fahrer eines dicken USV, der kann gar nicht genug für den Sprit bezahlen, vermutlich stört es ihn auch nicht weiter. Aber die kleine, alleinerziehende Halbtags-Altenpflegerin, die jeden Tag 30 Kilometer zur Arbeit pendelt, bekommt ernsthafte Probleme.

Es ist richtig, sich endlich bei der Energieversorgung unabhängig zu machen. Nein, falsch, es wird höchste Zeit und ist eigentlich lange überfällig. Aber die letzten Jahre wurde der Ausbau erneuerbarer Energien mehr gebremst als gefördert. Jetzt ist das Geschrei groß, oft aber von den Menschen, welche für die Bremse verantwortlich waren. Wobei, unsere FDP, die hatten wir oeben schon erwähnt, sieht hier noch eine andere Lösung. Man könnte doch töfte nach eigenem Gas und Öl bohren, in den Naturschutzgebieten der Nordsee. Manchmal kann man gar nicht so viel essen, wie man erbrechen möchte.

Es gäb aktuell Maßnahmen, um schnell den Energiebedarf zu drosseln. Unter anderem ein Tempolimit auf den Autobahnen. Na, wer stellt sich wohl dagegen? Wann genau waren eigentlich die Wahlen, welche die FDP gewonnen hat und seitdem den Kanzler und alle Minister stellt?

Und über all diesen Sorgen und Problemen darf man eines nicht vergessen, den Klimawandel. Dieser wird an uns und die nachfolgenden Generationen noch ganz andere Herausforderungen stellen.

Wie es weitergeht? Wir wissen es nicht, keine Ahnung. Im Moment fühlt man sich hilflos, ausgeliefert einer weltpolitischen Lage, welche wohl die Mehrheit der Menschheit so nicht sehen will. Dummerweise interessiert das die Mächtigen in den Ländern nur herzlich wenig. Wir haben uns im Leben oft gefragt, wie es zu Kriegen kommen kann. Nun erleben wir es hautnah. Es ist nur ein Funke, der fehlt, um ein Szenario in Gang zu setzen, welches dann nicht mehr zu bremsen ist. Daher sind wir auch schockiert, wer so alles nach einem NATO-Eingreifen in der Ukraine ruft. Das kommt teilweise von Menschen, die wir lange „kennen“ und als eher friedliebend eingeschätzt hätten. Vielleicht ist es aber aus dem Kontrollverlust begründet. Vielleicht ist es der Wunsch, aktiv das Drama aufhalten zu wollen.

Können wir so reisen, wie vor 2019? Sind Reisen noch bezahlbar oder gibt es viele Länder, wo es unsicher wird hinzureisen? Bleibt die Versorgung stabil oder müssen wir dauerhaft mit leeren Regalen in Supermärkten rechnen oder auf viele Dinge verzichten? Wie entwickelt sich die Wirtschaft? Wird es weiter Arbeit für Viele geben? Ist der Krieg in der Ukraine erst der Anfang, welche Länder sollen danach zurück ins Russische Reich geholt werden? All das bewegt uns im Moment und bereite uns Kopfschmerzen.

Lasst es Euch gut gehen, genießt jede schöne Stunde, bleibt gesund.

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2 Kommentare

  1. Horst Schulte 14. März 2022 um 12:16 - Antworten

    Guter Beitrag. Wahrscheinlich sprecht ihr den meisten aus dem Herzen. Wir sind an dem Punkt, an dem irgendwie alle Gewissheiten zerbröseln. Unsicherheit war vor dem Krieg und der Pandemie Teil unseres Lebensgefühls. Inzwischen haben wir Dinge (auch über uns Menschen) lernen müssen, die diese Unsicherheit noch weitere, schlimme Dimensionen hinzugefügt haben.

  2. Bernhard 5. Juni 2022 um 20:11 - Antworten

    naja, eine Gewissheit gibt es schon noch:

    “In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.”
    Egon Bahr 2013 vor Schülern in Heidelberg

    Insoweit tun einem die Ukrainer leid, die darin zerrieben werden.
    Und bei uns funktioniert die Propaganda so gut, daß „alle mitmachen“ – die lautesten Pazifisten gestern sind die, die heute am lautesten nach schweren Waffen schreien … (daß die Propaganda auf der anderen Seite funktioniert – davon ist einfach auszugehen)

    Ich bin alt genug, mich deutlich noch an das gemeinsame Haus Europa erinnern zu können damals Anfang der 90er … es hätte eine schöne Zukunft werden können …

    Apropos Pazifisten: ist irgendwie ein Dejavus … der grüne friedensbewegte Außenminister Fischer war damals 1999 mit einem Schlag derjenige, der am lautesten für die Bombardierung Jugoslawiens getrommelt hat …

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