Dezentralisierung gerne – aber bitte ohne Links und Klicks
Aktuell scheint sich ein Trend abzuzeichnen, dass Links zu Blogs im Fediverse wenig geklickt werden. Henning und Martin beobachten das Phänomen, was ich hier in den Statistiken auch sehen kann. Seit Monaten nehmen die Klickzahlen von Mastodon ab.
Nun dachte ich bisher immer, dass es an meinen belanglosen Beiträgen liegt. Aber jetzt fallen mir im Nachgang, einige Diskussionen ein. Diese habe ich im Laufe der letzten 2 Jahre bei Mastodon geführt. Themen waren:
- Warum teilst Du nicht Deinen kompletten Beitrag hier im Fediverse.
- Ich klicke auf keine Links, das ist ja ein Medienbruch.
Ok, kann man so sehen. Dann sollte man aber den Ruf nach dezentralisierten Inhalten im Web zügig einstellen. Wenn wir am Ende doch wieder alles auf eine Plattform kippen, sind wir alle nochmals am Arsch, wenn diese Plattform dann wegbricht oder in irgendeine Schmuddelecke abdriftet.
Dazu kommt, dass gerade Mastodon nicht dafür geschaffen ist, ellenlange Texte ins Netz zu stellen. Wenn dieser dann noch mit Fotos, an den passenden Stellen (z.B. ein Reisebericht) versehen werden soll, ist es ganz vorbei mit den Möglichkeiten.
Ich kann es ja verstehen, wenn Menschen keinen Bock auf Links haben, die auf Seiten mit drölfzehnhundert Trackern leiten. Da habe ich auch keinen Bock drauf. Aber auf normale, meist private Blogs? Wo es schlimmstenfalls mal ein paar Affiliate-Links oder Ad-Banner gibt (bei sehr vielen auch gar nichts). Schmeißt Euch einen Ad-Blocker in den Browser und gut ist.
Das freie Netz, was sich viele zurückwünschen, kann nur mit dezentralen Inhalten auf vielen Plattformen funktionieren. Ein Teil davon ist sicher das Fediverse mit all seinen Möglichkeiten. Aber auch Blogs, Foren, RSS und andere technische Möglichkeiten sollten dazugehören. Und der Weg Nummer 1, all diese freien Inhalte miteinander zu verknüpfen, ist nun mal der gute alte Link.
Ich kann es gar nicht verstehen oder nachvollziehen, woher die Abneigung kommt, mal einen Link zu klicken und auf einer anderen Plattform ausführliche Inhalte anzuschauen. Für mich ist das eine alltägliche Selbstverständlichkeit, wenn ich im Netz unterwegs bin.
Ok, ich kann es auch verstehen, wenn Leute generell keine Blogs lesen wollen oder speziell meinen Blog doof finden. Da bin ich absolut fein mit.
Kleiner Nachtrag: Wer das jetzt hier als Aufregen oder Herumweinen betrachtet, hat weder meinen Blog, mich als Mensch oder meine Beiträge bisher verstanden und interpretiert da was rein. Wenn ich mich aufrege, liest sich das deutlich anders.
