Comic Sans: Die Schriftart, die niemand will, aber jeder nutzt
Ab sofort ist Comic-Sans DIE Hauptschriftart von Jansens-Pott.
Comic Sans ist die Helene Fischer der Schriftarten: Keiner gibt es zu, aber irgendwie haben alle sie schon mal benutzt. Sie taucht auf Geburtstagseinladungen von Oma, auf schlecht designten Firmenplakaten und in PowerPoint-Präsentationen auf, die nach purem Chaos schreien. Doch warum hat diese harmlos aussehende Schriftart einen Ruf, der schlimmer ist als der von schlechten WLAN-Verbindungen?
Ein kurzer Ausflug in die tragische Geschichte von Comic Sans
Comic Sans wurde 1994 von Vincent Connare entworfen. Sein Ziel? Eine freundliche Schrift für ein Microsoft-Programm namens „Bob“, das so nutzlos war, dass es bald von der Bildfläche verschwand. Comic Sans jedoch überlebte – ein unsterblicher Virus der Typografie.
Seitdem verbreitet sie sich wie eine Schrift gewordene Plage: Kindergärten, Hobbybastler, zweifelhafte Steuerberatungen – überall findet man sie, meist in Kombination mit quietschbunten Farben und Clipart-Grafiken, die aussehen, als wären sie mit Paint zusammengeschustert worden.
Warum hassen Designer Comic Sans?
Grafikdesigner zu fragen, was sie von Comic Sans halten, ist, als würde man einen Barista nach löslichem Kaffee fragen – man erntet nur entsetzte Blicke und eine Predigt über ästhetische Sünden. Comic Sans ist das textliche Äquivalent eines Clowns auf einer Beerdigung: fehl am Platz, unprofessionell und irgendwie verstörend.
Doch der eigentliche Grund für die Abneigung ist nicht die Schriftart selbst – sondern ihre hemmungslose, oft vollkommen unpassende Nutzung. Manche Dinge sollten einfach nicht in Comic Sans geschrieben werden, wie:
- „Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Konto gesperrt wurde.“
- „Bitte beachten Sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen.“
- „Herzliches Beileid.“
Aber warum wird Comic Sans trotzdem benutzt?
Weil sie fröhlich wirkt. Weil sie kindlich-naiv daherkommt. Weil Tante Gisela sie in Word gefunden hat und dachte: „Das sieht nett aus!“ Und irgendwie gehört Comic Sans einfach zur digitalen Welt dazu – wie schlechte Passwortgewohnheiten und nie geschlossene Browser-Tabs.
Das letzte Wort (in Comic Sans natürlich)
Comic Sans wird nicht verschwinden. Sie ist der Kakerlake unter den Schriftarten: unkaputtbar, allgegenwärtig und irgendwie faszinierend. Also lasst uns aufhören, sie zu hassen – und stattdessen strategisch einsetzen. Für Kindergärten? Klar! Für die Abschlussarbeit? Eher nicht.
Und für alle, die sich jetzt denken: „Hey, Comic Sans ist doch eigentlich ganz nett!“ – keine Sorge. Es gibt Selbsthilfegruppen.
Und morgen ist auch der 01. April wieder vorbei.
