Berlin Brettspiel Con 2022 – Unser erster Besuch auf der BerlinCon

Veröffentlicht: 19. Juli 2022

Autor: Herr Tommi

Am letzten Wochenende fand die Berlin Brettspiel Con 2022 statt. Für uns war es der erste Besuch bei dieser Messe und wir waren total begeistert. Drei Tage lang konnten wir den Wahnsinn der Welt mal ausblenden, nette Menschen kennenlernen, tolle Spiele testen und auch kaufen. Natürlich ist so ein Messebesuch auch immer anstrengend, trotzdem haben wir auf dem Rückweg breit grinsend im Auto gesessen und schon den Besuch für nächstes Jahr geplant.

Berlin Brettspiel Con 2022

Die Berlin Brettspiel Con findet seit einigen Jahren in Berlin statt. Die BerlinCon, wie sie abgekürzt genannt wird, fand in der Berliner „Station“ statt. Die Station-Berlin ist ein kleines Messe-/Konferenzzentrum, welches direkt im Bahnhof Gleisdreieck und nur wenige Meter vom Potsdamer Platz, sehr zentral in Berlin zu finden ist. Direkt gegenüber dem Eingang sind zwei Hotels zu finden, das Mercure-Hotel und das Aletto-Hotel. Im letzteren hatten wir uns einquartiert, was ausgesprochen praktisch war. Wir mussten nur über die Straße und waren am Eingang und hatten so jederzeit die Möglichkeit, unsere Einkäufe kurz auf das Zimmer zu bringen oder mal für eine kleine Pause (und eine Dusche) ins Hotel zu gehen.

Die BerlinCon selbst bezeichnet sich als „Das große Brettspiel-Sommerfestival für Gamer, Geeks und die ganze Familie!“. Das trifft es auch ganz gut, denn es hatte wirklich einen kleinen Festival-Charakter. Spieler aus ganz Deutschland, Europa waren in Berlin, um gemeinsam ein tolles Wochenende zu verbringen. Wir haben sogar Spieler aus Canada getroffen, welche auf Ihrer Reise durch Europa hier einen Stopp eingelegt haben.

Dazu kam ein Messeteil, wo über 80 Aussteller aus der Spielebranche ihre Produkte vorgestellt und auch zum Kauf angeboten haben. Bei den Spieleverlagen konnten neue und auch ältere Spiele getestet werden. Es gab Prototypen zu sehen, die noch in der Entwicklung sind oder auch Spiele, die kurz vor der Veröffentlichung stehen. Ein Highlight war sicherlich der Spiele-Flohmarkt. Dort konnte jeder Besuche, nach einer Registrierung, seine Spiele abgeben und zum Verkauf anbieten. Dort lagen Tausende von Spielen, in denen man stöbern konnte. Irre!

Dazu gab es noch Turniere, Bühnenprogramm und die Verpflegung war über verschiedene Foodtrucks hervorragend organisiert.

Am Freitag- und Samstagabend gab es dann noch die Spiele-Night. Von 19 bis 24 Uhr konnte hier nach Herzenslust gespielt werden. Dazu konnte man entweder eigene Spiele mitbringen oder Spiele ganz unkompliziert über eine Spiele-Ausleihe bekommen. Dort gab es die Wahl aus hunderten von Spielen, das war wirklich beeindruckend.

Unser Besuch auf der BerlinCon 2022

Wir hatten bereits 2021 überlegt dort mal hinzufahren, das war uns mit Corona aber alles noch zu unsicher. Dieses Jahr haben wir den Plan dann aber in die Tat umgesetzt und so haben wir uns Freitag auf den Weg nach Berlin gemacht. Vorab hatten wir uns das BerlinCon Badge gekauft. Mit diesem Ticket hatten wir Zugang zu den beiden Messetagen am Samstag und Sonntag und, viel wichtiger, einen garantierten Zugang zu den beiden Spielenächten am Freitag und Samstag.

Freitag – das ersten reinschnuppern

Wir sind dann gegen 18 Uhr in Berlin angekommen, haben schnell unser Zimmer bezogen, das Auto ins Parkhaus gebracht. Bereits im Hotel wimmelte es von Gamern, und auch in der Lobby waren die Tische mit Spielen belegt. Wir haben uns dann aber direkt auf den Weg in die Station gemacht, zur ersten Game-Night. Puh, da waren wir erstmal erschlagen. So viele Menschen, so viele Spiele, und das nach so einem anstrengenden Tag. Also erstmal zu den Foodtrucks, ein Häppchen essen und gedanklich erstmal ankommen.

GameNight auf der BerlinCon

Hier hatten wir dann zum ersten Mal die Gelegenheit, mit einigen Vloggern aus der Szene zu sprechen und einfach mal Danke zu sagen, für die tollen Videos mit Informationen zu Spielen und der Szene. Sven vom Brettballett (Grüße gehen raus), Johannes von Hunter&Friends (welcher Veranstalter der BerlinCon ist) und Thomas von Better Board Games sind im realen Leben ebenfalls sehr nette Zeitgenossen.

Wir haben uns danach dann Living Forest zum Spielen an der Ausleihe sichern können. Wir waren uns nicht sicher, ob uns das Spiel gefallen würde, also haben wir es dann mal getestet und für gut befunden. Am Samstag haben wir es dann gekauft und am Samstagabend wurde es dann zum Spiel des Jahres in der Kategorie Kennerspiele ausgezeichnet.

Spiele-Ausleihe auf der BerlinCon

Wir hätten gerne noch 2-3 andere Spiele getestet, diese waren aber alle ausgeliehen. Dafür sind wir dann aber mit Phil von der Spieleausleihe ins Gespräch gekommen und das endete dann darin, dass wir ihm ein Spiel abgekauft haben, welches er uns am nächsten Tag mitgebracht hat. Auch irgendwie cool gelaufen.

Gegen 22 Uhr haben wir dann aber schlapp gemacht. Morgens um 7 angefangen zu arbeiten, dann nach Feierabend nach Berlin gefahren, dort in den Trubel der Game-Night eingetaucht. Wir sind halt auch nicht mehr die Jüngsten.

Shoppen am Samstag

Am Samstag sind wir nach einem kleinen Frühstück direkt rüber in die Station. Unser erstes Ziel war dann der Spiele-Flohmarkt. Aber puh, die Idee hatten viele andere auch. Eine riesige Warteschlange zog sich durch die Halle, da hätten wir sicher eine bis anderthalb Stunden angestanden. Denn in den Flohmarkt kam immer nur eine begrenzte Anzahl von Personen rein. Und das war auch gut so, so konnte man dort in Ruhe stöbern. Wir beschlossen dann, es einfach später nochmal zu versuchen.

Messebereich auf der BerlinCon

Wir sind dann in den Ausstellerbereich und haben dort die ersten Spiele gekauft und haben bei einigen Spielen mal bei den Vorführungen zugesehen. Ruckzuck war unsere Einkaufstasche voll und wir waren froh, diese mal eben im Hotelzimmer ausladen zu können. Beim weiteren stöbern wurden wir dann angesprochen, ob wir an einer Spielerklärung teilnehmen wollen, da wären noch zwei Plätze frei. Na klar, sehr gerne. So haben wir dann Fyfe kennengelernt, von dem wir beide noch nie etwas gehört hatten. Und die Erklärung gab es vom Spielentwickler Kosch persönlich. Da konnte man merken, wie viel Herzblut in so einem Spiel stecken kann. So ganz nebenbei, das Spiel ist auch noch klasse. Also rein in ein Einkaufsbeutel.

Spiele-Flohmarkt

Zum Mittag wollten wir es dann nochmal auf dem Flohmarkt probieren. Und – tadaaa – Mittagspause, geschlossen. Aber, eine halbe Stunde später sollte er wieder öffnen und die Schlange war noch sehr überschaubar. Also haben wir uns da angestellt, oder bessser gesagt angesetzt, denn die Schlange wurde durch Stühle begrenzt. Das hatte dann ein wenig Wartezimmer-Atmosphäre, aber mit einer angenehmen Aussicht auf das Kommende. Und als sich die Türen zum Flohmarkt wieder öffneten, waren wir recht flott drinnen. Die Spiele, die wir auf unserem Wunschzettel hatten, haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber zwei andere Spiele. Und diese waren sogar noch verschweißt und neu, sowas gab es da auch zu finden.

Wir haben dann noch weitere Spiele gekauft, und auch noch Spiele getestet. Hier hat sich dann gezeigt, was alte Hasen uns schon erzählt hatten. Diese Spielevorführungen und Erklärungen hängen ganz stark vom Erklärbär ab, der die durchführt. Wir wollten uns eigentlich „Endless Winter“ erklären lassen und ggf. auch  kaufen. Nur, bei der Erklärung sind wir irgendwann im Kopf ausgestiegen. Das Spiel ist wahnsinnig komplex und die Erklärung kam vom Spickzettel abgelesen. Nach 15 Minuten wussten wir immer noch nicht, was eigentlich Ziel des Spiels ist. Da warten wir dann lieber noch ein wenig und schauen uns ein paar Videos im Netz an.

Beim gleichen Verlag konnten wir uns dann aber auch eine Demo des fast fertigen Spiels „Imperial Steam“ anschauen. Diese hat uns überzeugt und da werden wir sicher zuschlagen, wenn das Spiel im Laufe des Jahres auf den Markt kommt. Auch dieses Spiel ist ein knallhartes Expertenspiel. Hier hat es der Erklärbär aber geschafft, den Einblick in das Spiel sehr interessant zu gestalten und den Sinn und die Techniken des Spiels verständlich rüberzubringen.

Tja, so wurde es langsam Abend, wir waren ein paar Mal im Zimmer den Einkaufsbeutel leeren und die Beine wurden schwer. Also haben wir mal eine kleine Pause im Zimmer gemacht. Ok, Melli, Tommi ist derweil nochmal rüber und, tadaa, hat noch eine Spielerklärung mitgemacht und gekauft. Selbstbeherrschung, so wichtig. Achja, fast vergessen. Melli hat natürlich noch am Glücksrad von Hunter&Friens gedreht und natürlich den Hauptgewinn abgestaubt, den tollen Spielerucksack. Den haben wir dann auch für den Transport der Spiele zum Auto gut gebrauchen können.

Game-Night am Samstag – lauter Kraken

Zur Spielenacht sind wir dann, nach einem leckeren Abendessen im Hotel wieder rüber in die Station. Dort entdeckten wir dann einen Tisch, wo gerade „Feed the Kraken“ aufgebaut wurde und ein Schild „Mitspieler gesucht“ auf dem Tisch stand. Da haben wir uns dann dazu gesellt, da wir dieses Spiel unbedingt mal spielen wollten. Denn leider kann man es nur ab 5 Spielern spielen, bis maximal 11 Spielern. So haben wir dann mit vier total sympathischen Jungs aus Brandenburg die erste Runde zu sechst gespielt. Eine zweite Runde war dann sogar zu zehnt, da sich noch 3 Gamer und eine Gamerin dazu gesellt haben.

Kraken-Spielrunde

Bei dem Spiel sind die Mitspieler eine Schiffsbesatzung, welche in das gelobte Land segelt. Dazu gibt es einen Spielplan, auf dem das Schiff bewegt wird. Allerdings gibt es an Bord auch Piraten und einen verrückten Kultisten. Die Spieler bekommen geheim ihre Rollen zugewiesen und nur die Piraten kennen sich untereinander. Im Laufe des Spiels versuchen dann die Fraktionen das Schiff entweder ins gelobte Land oder in die Piratenbucht zu steuern. Der Kultist dageben will von einem Kraken gefressen werden, dann hätte er gewonnen. Nun müssen die Mitspiele raus finden, wer am Tisch spielt welche Rolle, wer lügt, wer ist Pirat oder Kultist. Kuz, das Spiel ist mega kommunikativ, leicht zu lernen, macht einen Riesenspaß. Wir haben wirklich viel gelacht, gerätselt und beide Male haben die Piraten gewonnen. Wenn wir die Gelegenheit hätten, regelmäßig in größerer Runde zu spielen, hätten wir es sofort gekauft.

Am späten Abend haben wir unseren Besuch dann gemütlich ausklingen lassen, noch einige nette Gespräche geführt und sind dann irgendwann todmüde ins Bett gefallen.

Sonntag – ab nach Hause

Am Sonntag sind wir dann nach dem Frühstück nach Hause gefahren. Wir mussten ja 6 Stunden fahren und beide am Montag wieder arbeiten. Das werden wir nächstes Jahr besser machen. Wir werden nach der Messe noch drei oder vier Tage in Berlin anhängen. Denn von der Stadt haben wir jetzt natürlich nichts gesehen und das ist für Berlin viel zu schade.

Unsere Einkäufe

BerlinCon Einkäufe

Jetzt zeigen wir Euch natürlich noch, was wir alles gekauft haben. Neumoderndeutsch würde man das jetzt wohl Haul nennen, aber das machen wir natürlich nicht.

  • Fyfe – Ein Plättchelegespiel, wo man die Wertungsreihen auf dem Spielbrett selbst bestimmen kann.
  • Herr der Ringe – Reise nach MIttelerde (gebraucht) – Das Spiel haben wir schon lange auf der erweiterten Wunschliste. Mal schauen ob es und gefällt, mit Frodo und seinen Freunden Abenteuer zu erleben.
  • Everdell – Pearlbrook – Eine Erweiterung für das wunderschöne Spiel Everdell, mit dem eine Wasserlandschaft dazu kommt.
  • Imhotep + Erweiterung – Das hatten wir nun gar nicht auf dem Schirm, haben es aber auf dem Flohmarkt originalverpackt und mit einer Erweiterung gefunden. Die Spieler sind Baumeister im alten Ägypten und sollen Monumente für die Ewigkeit bauen.
  • Grand Austria Hotel – Die Spieler betreiben ein Hotel in Wien und müssen dieses Ausbauen und die Gäste zufriedenstellen.
  • Brass Birmingham – Eine Wirtschafts-Simulation, welche in England spielt.
  • Nauticus – Die Spieler bauen Segelschiffe und verschiffen damit Waren. Ein Spontankauf vom Flohmarkt.
  • Furnance – Auch eine kleine Wirtschafts-Simulation mit Karten.
  • Scout – Karten-Stichspiel
  • Living Forest – Die Spieler versuchen als Naturgeister den geweihten Baum vor den Angriffen des Flammengeistes Onibi zu schützen. Das Spiel ist gerade zum Kennerspiel des Jahres 2022 ausgezeichnet worden.

Eine Menge Spiele, der Winter kann also kommen. Dabei haben wir unser geplantes Budget für das Wochenende aber tatsächlich eingehalten. Das sollte man sich auch tunlichst vorab setzen, sonst kann es dort ganz böse eskalieren.

Fazit – Wir kommen wieder zur BerlinCon

Nach den Erfahrungen vom Wochenende ist ganz klar, wir fahren auch in 2023 wieder zur Berlin Brettspiel Con. Alleine diese tolle Atmosphäre, die Community vor Ort, ist die Reise wert. Überall trifft man Spiele-Fans, auf der Veranstaltung und auch im Hotel. Man lernt schnell neue Leute kennen, spielt gemeinsam, hat einfach eine gute Zeit zusammen.

Das ist ein ganz anderes Feeling, wie auf einer großen Messe, wie die SpielEssen. Natürlich ist das auch toll, aber es ist halt eine kommerzielle Messe, wo der Verkauf im Vordergrund steht. Die BerlinCon ist natürlich viel kleiner, dafür fühlt es sich aber auch gemütlicher an.

Tja, und neben tollen Spielen und Eindrücken haben wir noch etwas Positives mitgebracht, Frau Melli ist seit heute Morgen positiv im Corona-Test, bei Herrn Tommi ist noch nichts. Test negativ und auch keine Beschwerden. Mal schauen, wir lange noch. Das Risiko war uns aber klar und bewusst. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, nur irgendwann muss doch auch das Schöne im Leben mal wieder weiter gehen.

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