American Truck Simulator – ein bisschen Road-Trip-Feeling

Veröffentlicht: 27. Januar 2022

Autor: Thomas Jansen

Neben Brettspielen mag ich gelegentlich auch mal ein schönes Spiel am heimischen Rechner. Hier stehe ich besonders auf Simulationen aller Art und eine hat mich nun aus den Socken gehauen. Der American Truck Simulator gibt mir wenigstens ein klein wenig das Gefühl, auf amerikanischen Highways und Interstates unterwegs zu sein.

American Truck Simulator – Road-Trip Feeling

Vor ein paar habe ich bei Twitter ein paar Screenshots von einem LKW-Simulator gesehen. Die haben mich sehr beeindruckt und ich haben mir das Programm mal angeschaut. Es gibt davon eine deutsche/europäische Variante und eben die US-Variante, den American Truck Simulator. Bei Steam bekam man das Grundspiel für 3,99 EUR, also war das Risiko gering, falls es doch nicht gefällt.

Das Spiel benötigt Rechenpower

Da es auch eine MAC-Version von dem Spiel gibt, haben ich diese zuerst runtergeladen und auf dem Mac Book Pro installiert. Naja, es läuft, aber sehr hakelig oder man muss die Grafikeinstellungen so weit runter schrauben, dass es nicht mehr schön aussieht.

Also nach über einem Jahr mal wieder den Spiele-PC angeworfen. Dieser hat einen schnellen AMD-Prozessor, 16 GB Arbeitsspeicher und eine Radeon RX580 Grafikkarte. Und siehe da, da läuft das Spiel mit allen Grafikreglern auf Maximum vollkommen flüssig. Aber nur, wenn man es im DirectX-Modus startet. Wenn man das vergisst, gibt es eine Situation im Spiel, wo es anfängt zu hakeln. Und zwar immer dann, wenn man einen Blinker am Truck einschaltet. Fragt jetzt bitte nicht nach dem Warum.

Damit war das Problem mit der Rechnerleistung erledigt. Nun kam aber noch das Problem Steuerung. Man kann die Trucks über die Tastatur steuern, aber sagen wir es so, elegantes Autofahren sieht anders aus. Das hatte was von 1,9 Promille und am Lenker eingeschlafen.

Irgendwo in einer Sammelschublade habe ich aber noch ein Gamepad gefunden. Und damit lässt sich wunderbar fahren. Gas und Bremse liegen auf den Hebeln, welche man mit den Zeigefingern erreicht. Gelenkt wird über den Mini-Joystick links und der rechte Stick ist für die Bewegung der Ansicht aktiviert. Blinken und Steuerung des Tempomaten geht über verschiedene Tasten am Gamepad. Perfekt.

Hammer Grafik mit Wiedererkennungswert

Wann haben die Programmierer eines Simulators alles richtig gemacht? Nun, wenn sich ein Simulator anfühlt, wie die echte Umgebung, dann war die Arbeit auf jeden Fall erfolgreich. Wenn man aber beim Spielen Dinge wiedererkennt, erstaunt vor dem Rechner sitzt und denke „Hey, da waren wir schon“, dann haben sie perfekte Arbeit abgeliefert.

Und das ist mir in diesem Spiel schon ein paar mal passiert. Nicht nur bei bekannten Skylines, wie Las Vegas oder San Francisco. Nein, auch abseits der großen Strecken. Ein Beispiel ist der Wolf Creek Pass. In Colorado gelegen, kurz vor Durango, mitten in den Rocky Mountains. Über den 3000 Meter hohen Pass haben wir uns 2013 mit dem Wohnmobil gequält. Ein besonderes Highlight war damals ein Rastplatz mit einer tollen Aussicht auf das Tal. Und genau diese Stelle habe ich jetzt im Simulator sofort wiedererkannt.

Melanie am Wolf Creek Pass

Wolf Creek Pass

Oben seht ihr die Bild von unserer Reise 2013. Und nun die Eindrücke aus dem Spiel. Bei diesem Anblick war klar, das haben wir schon mal gesehen.

Parkplatz

Und ja, es ist die gleiche Stelle mit ebenso beeindruckender Aussicht. Also angehalten und die Aussicht genossen. An vielen Stellen im Spiel findet man an den Sehenswürdigkeiten ein Feld, mit dem man eine Animation des Ortes starten kann. So auch am Wolf Creek Pass. Und die Bilder sind dann schon sehr beeindruckend.

Mit dem Truck Wolf Creek Pass

Golden Creek Pass in Colorado

Neben dem hohen Wiedererkennungswert haben mich aber noch andere Dinge in dem Spiel beeindruckt. Es sind viele kleine Details, die einfach stimmig sind. So haben die lokalen Autos immer die passenden Nummernschilder, Ortschaften sehen anders aus – passend zur Region, Verkehrsregeln variieren wie in der Realität in den verschiedenen Bundesstaaten. Die AI-Fahrzeuge verhalten sich halbwegs realistisch, es gibt nur sehr wenige Fehler in der Animation.

Was macht man im American Truck Simulator?

Als Spieler startet man das Spiel in einem Karriere-Modus. Zum Start kann man nur als angestellter Fahrer für verschiedene Arbeitgeber fahren. Mit der Zeit sammelt man dann Erfahrung und Geld. Damit kann man sich irgendwann den ersten eigenen Truck kaufen. Ich habe damit aber gewartet, bis ich im Level 13 angekommen bin. Denn ab diesem Zeitpunkt gibt es die besseren, größeren Trucks zu kaufen.

Natürlich müssen die Aufträge pünktlich abgeschlossen werden, die Kunden warten auf ihre Waren oder Maschinen. Dabei gilt es, keine Unfälle zu bauen, keine Knöllchen zu bekommen und die Ladung nicht zu beschädigen. Das mit den Knöllchen ist so eine Sache. Man kann zu schnell fahren, eine dunkelgelbe (hüstel) Ampel überfahren oder ein Stopp-Schild missachten. Das macht man 100 mal, und dann wird man plötzlich erwischt. Dann wird es richtig teuer, wie in den USA halt üblich. Da wandern schon mal mehrere hundert Dollar aus dem Geldbeutel in die Staatskasse.

Daher sollt man sich schon an die Verkehrsregeln halten. Es ist kein Autorennspiel, es ist eine Fahrsimulation mit Wirtschaftskomponente.

Mit noch mehr Einkommen können weitere Fahrzeuge angeschafft werden, weitere Fahrer eingestellt werden und das eigene Unternehmen ausgebaut werden. Dabei fließt aber auch eine Menge Geld wieder ab. Fahrzeuge müssen gewartet werden, Reparaturen fallen an und eine Tankfüllung kann schnell 500-800 Dollar kosten.

Der eigene Truck

Beim ersten eigenen Truck standen mir Modelle von Volvo, Ford, GMC und Peterbilt zur Auswahl. Naja, ich habe nicht lange gezögert und bei Peterbilt zugeschlagen. Wenn schon ein US-Truck-Spiel, dann natürlich mit dem richtigen Gefährt. Das gute Stück habe ich dann im Laden gefunden.

Peterbilt Truck von Thomas

OK, schon nicht schlecht. Aber die Standard-Ausstattung war ein wenig dürftig. Also los, großer Motor rein, besseres Getriebe, viel Chrom und Zubehör für die Optik, Hörner auf das Dach und dann noch eine schöne Lackierung. Danach habe ich dann auf kaufen geklickt und war um 215.000 Dollar ärmer.

Fertig konfigurierter Peterbilt

Die erste Ausfahrt führte mich dann von meinem Firmensitz in Kalifornien nach San Francisco. Ausgeliefert wurde eine Baumaschine.

Baumaschine aufgeladen

Die Tour ging über Nacht, also konnte ich direkt das Bett im neuen Truck testen. Gemütlich und im Kühlschrank war auch genug leckeres Zeug. Ne, mal im ernst, im Spiel muss man Pausen machen, weil sonst die KI Fehler beim Fahrer einrechnet. Witzig ist dabei, dass irgendwann das Gähnen des Fahrers zu hören ist. Zudem macht das Fahren im Dunklen keinen richtigen Spaß, man sieht ja nichts. Wenn der Auslieferungstermin es zulässt, dann kann man die Nächte überschlafen.

Pause in der Nacht

Brücke vor SFO

SFO Piers

Angekommen in SFO

Zusätzliche MODs für American Truck Simulator

Neben dem Grundspiel gibt, welches Kalifornien beinhaltet, gibt es einige weitere Bundesstaaten, mit denen man die Landkarte erweitern kann. Inzwischen bekommt man den kompletten Westen der USA. So kann man von Washington bis New Mexico Aufträge bekommen. Texas ist angekündigt und wird wohl in den nächsten Wochen erscheinen.

Zusätzlich zu den kostenpflichtigen Karten der Bundesstaaten gibt es noch unzählige kostenlose MODs für das Spiel. Davon habe ich folgende installiert:

  • Real Traffic Density and Ratio – Der Verkehr im Original ist ein wenig dürftig, es ist kaum was los auf den Straßen. Mit diesem MOD fühlt es sich realistischer an. Man steht auch mal im Stau, besonders in den Städten.
  • Real Comanys – Mit diesem MOD werden die Fantasiefirmen aus dem Orignal durch echte Firmennamen und Logos ersetzt. APS ist nun wirklich UPS und Walymarkt ist nun der Walmart.
  • Realistic Roads – Mehr Abwechslung und schönere Straßenbeläge
  • More Time to Deliver – Dieser MOD erhöht die Lieferfristen, sodass unterwegs auch mal Zeit für einen Abstecher zu einer Sehenswürdigkeit bleibt.
  • Top Corner – Small Mirrors – Blendet kleine Rückspiegel am rechten und linken, oberen Bildrand ein. Die normalen Truck-Spiegel sind teilweise nur durch Drehung der Ansicht zu sehen. Das nervt, denn man benötigt die ständig.

Fazit – American Truck Simulator macht Spaß

Mir macht American Truck Simulator wahnsinnig viel Spaß. Es ist eine wunderbare Möglichkeit mal abzuschalten und ein klein wenig von Road-Trips in den USA zu träumen. Und nein, wenn wir wieder rüber fliegen, mieten wir uns keinen Truck.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei dem Spiel ist super. Allerdings braucht das gute Stück viel Rechenpower, wenn man die Optik in voller Ausdehnung genießen möchte. Und ohne vernünftiges Steuergerät ist es nicht spielbar. Mit der Tastatur macht es einfach keinen Spaß. Mit einem Gamepad funktioniert es aber prima. Hm, mal schauen, vielleicht gönnen wir uns gelegentlich noch ein Lenkrad. Nur kosten die guten schon ein paar hundert Euronen, das investieren wir eigentlich lieber in Spiele.

Sehr gut gefällt mir auch, dass man das Spiel jederzeit abspeichern und später fortsetzen kann.

Weitere Eindrücke aus dem American Truck Simulator

blog-ats_20220127_113344_00

blog-ats_20220127_114027_00

blog-ats_20220127_120259_00

blog-ats_20220127_120618_00

blog-ats_20220127_130752_00

blog-ats_20220127_131432_00

blog-ats_20220127_131559_00

blog-ats_20220127_132026_00

blog-ats_20220127_132302_00

blog-ats_20220127_132608_00

blog-ats_20220127_132813_00

blog-ats_20220127_133126_00

blog-ats_20220127_133503_00

 

Vielen Dank für Deinen Besuch

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Schau auch mal in die anderen Themenbereiche auf dem Blog:

ReisenUSA-Reisen • Ruhrgebiet & NRWE-BikeZoosFotografieTierfotografieFlugzeugfotografieSpieleckeGequatsche

Noch mehr aus diese Kategorie:

Schreibe einen Kommentar