Alfahosting Webhosting V2 – Unser Umzug auf das neue Paket

Veröffentlicht: 19. November 2021

1847 Worte- 7.5 Minuten Lesezeit- 2 Kommentare-
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Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 19. November 2021

Aktualisiert: 03. Dezember 2021

1847 Worte- 7.5 Minuten Lesezeit- 2 Kommentare-

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Unser Blog ist auf das Webhosting V2 bei Alfahosting umgezogen. Wir profitieren nun von ein paar neuen Funktionen und der Umzug war am Ende gar nicht so schlimm. Am Ende ging der Umzug sogar viel schneller und reibungsloser, wie vorher befürchtet.

Webhosting V2 bei Alfahosting

Beim Webhosting der neuen Generation gibt es zwei, drei Vorteile, die wir gerne nutzen wollten. Da ist zum Beispiel die neue Verwaltungsoberfläche (Cloud Pit), welche deutlich intuitiver zu nutzen ist, als das alt Confixx. Damit verbunden hat sich die Verwaltung der Mailadressen deutlich verbessert, ebenso die Verwaltung der Datenbanken. Endlich ist es möglich, jeder Datenbank eigene Usernamen und Passwörter zuzuordnen. Außerdem können Datenbankzugriffe von Extern untersagt werden.

Clot Pit Oberfläche bei Alfahosting

Cloud Pit Oberfläche bei Alfahosting

Weiter bietet das neue Paket eine Web-Application-Firewall, Backups alle 3 Stunden für die letzten 14 Tage und, für uns das allerwichtigste Feature, endlich HTTP2.

Wie kommt man an das Webhosting V2 bei Alfahosting?

Als Neukunde bekommt man das sofort, da kann das alte Webhosting nicht mehr gebucht werden.

Als Bestandskunde muss man noch bis in den Sommer 2022 warten. Dann sollen wohl nach und nach alle Kunden umgestellt werden. Alternativ kann man es sofort bekommen, muss dann aber den Umzug selbst vornehmen. Dazu stehen einem zwei Wochen lang beide Pakete, das Alte und das Neue parallel zur Verfügung. Und genau diese zwei Wochen haben uns vorher gestört. Was, wenn durch Arbeit oder andere Dinge, die Zeit nicht ausreicht?

Durch ein Serverproblem letzte Woche, wo der Support mal ein wenig schleppend war, bekamen wir das Angebot, den Umzug zu machen mit einer Übergangszeit von 3 Monaten. Da haben wir dann zugeschlagen und das angenommen. Und am Ende war es vollkommener Unsinn, sich so viel Gedanken zu machen. Der Umzug war in drei Tagen erledigt.

Unser Umzug zum Webhosting V2 bei Alfahosting

Wir sind mit drei WordPress-Seiten, einer Matomo-Installation und einer Nextcloud-Installation umgezogen. Das bedeutete, dass mehrere hunderttausend Dateien von A nach B kopiert werden mussten. Dazu kamen fünf Datenbanken, die ebenfalls auf den neuen Server kopiert wurden.

Wir beschreiben mal, wie wir diesen Umzug durchgeführt haben. Wenn Ihr das selbst machen wollt, könnt Ihr hier vielleicht den ein oder anderen Tipp finden. Das sollte übrigens auch funktionieren, wenn Ihr von einem Provider zu einem neuen umzieht.

Schritt 1 – Domains einrichten

Die Domains wurden von Alfahosting direkt im neuen Paket angelegt. Per DNS-Eintrag wurden die für die Übergangszeit noch auf den alten Server geleitet. In der Cloud Pit haben wir nun festgelegt, welche Domain auf welches FTP-Verzeichnis leiten soll. Einige ungenutzte Domains, von denen wir ein paar haben, können dort auch deaktiviert werden.

Aber Achtung, wenn ihr eine Domainänderung vorgenommen habt. In unserem Falle haben wir ja die reisen-fotografie.de Adresse in Jansens-Pott.de geändert. Hier darf keine 301-Weiterleitung im Cloud Pit eingetragen werden. Einfach die alte Domain auf das passende Verzeichnis leiten und dann die Weiterleitung in der htaccess-Datei regeln, sonst funktionieren die Weiterleitungen der kompletten URLs von Seiten und Artikeln nicht.

Schritt 2 – Mailadressen einrichten

Im nächsten Schritt haben wir unsere sieben Mailadressen, die wir im Einsatz haben, in der Cloud Pit eingerichtet. Die neuen IMAP-Postfächer haben wir dann in unseren Mailprogrammen eingerichtet und konnten so schon gespeicherte Mails aus den alten Konten in die neuen übertragen. Neue Mails kamen dann noch, bis zur Umstellung, auf den alten Konten an und mussten ebenfalls verschoben werden.

Da beide Pakete parallel laufen, kann man mit dem Verschieben der Mails auch bis nach der Umstellung warten. Die alten Konten sind ja weiter erreichbar.

Schritt 3 – Datenbanken einrichten

Nun haben wir die fünf Datenbanken für unsere Seiten eingerichtet. Schön im neuen V2-Paket ist es, dass nun jede Datenbank einen eigenen User und damit auch ein eigenes Kennwort bekommen kann.

Schritt 4 – FTP-User einrichten

In der Cloud Pit ist bereits ein FTP-User eingerichtet. Hier müsst Ihr nur das Kennwort setzen, um diesen nutzen zu können.

Schritt 5 – FTP-Daten kopieren

Jetzt folgte der zeitlich aufwändigste Teil des Umzuges, mehrere hunderttausend Dateien vom alten auf den neuen Server zu übertragen. Das kann man per FTP machen. Also alle Dateien auf den eigenen Rechner kopieren und dann auf den neuen Server übertragen. Das dauert aber sehr lange, da ja zwei Kopiervorgänge nötig sind.

Um die zu übertragenden Datenmengen ein wenig zu reduzieren und um nach dem Umzug unerwünschte Effekte zu bekommen, schaltet vorher auf den Seiten alle Caching-Module (WP-Rocket, FasterCache, Autoptimize, usw.) ab. Löscht zudem die Inhalte im Verzeichnis /wp-content/cache. Aber auch so bleiben noch viele Dateien für die Übertragung übrig.

Daher haben wir uns entschieden, die Übertragung per SSH-Shell zu machen. Windows-User benötigen hierfür ein extra Programm, zum Beispiel Putty. Wir als Mac-User konnten dafür einfach die Terminal-Anwendung nutzen.

Damit haben wir zwei Verbindungen aufgebaut, einmal zum neuen und die andere zum alten Server.

Jetzt haben wir eine Webseite nach der anderen kopiert. Dazu haben wir das entsprechende Verzeichnis auf dem alten Server aufgerufen und erst mal alle Dateien und Verzeichnisse in eine Datei komprimiert.

tar -czf umzug_xxx.tar.gz ./

Statt „umzug_xxx“ könnt ihr dort jeden beliebigen Namen einsetzen. Ihr bekommt keinerlei Rückmeldung in der Shell, wie weit der Vorgang fortgeschritten ist. Die benötigte Zeit hängt natürlich von der Datenmenge ab. Bei unserem Blog hier hat das Packen gute 25 Minuten gedauert. Bei einer anderen Seite war es in zwei Minuten erledigt. Ihr könnt aber per FTP-Client in das Verzeichnis schauen und dort beobachten, wie die Datei immer größer wird.

Die gepackte Datei haben wir dann auf den neuen Server übertragen.

scp umzug_xxx.tar.gz user@webx.alfahosting-server.de:/var/www/vhosts/user.webx.alfahosting-server.de/verzeichnis/.

Hier müsst Ihr folgende Werte anpassen. Natürlich muss der Dateiname passen. Als User gebt Ihr Euren FTP-Usernamen ein und webx ersetzt Ihr durch den richtigen Servernamen von Alfahosting. Diesen findet Ihr in der Cloud Pit unter Pfade und Ports. Am Ende muss dann das richtige Zielverzeichnis auf dem neuen Server stehen.

SSH Übertragung

SSH Übertragung

Der Fortschritt wird in der Shell angezeigt. Auch hier ist Geduld gefragt. Die Übertragung der Datei von diesem Blog hat gute 1,5 Stunden gedauert. Das ist aber deutlich schneller, als den Weg über FTP zu wählen.

Im dritten Schritt müssen die Daten nun im Terminal-Fenster des neuen Servers entpackt werden. Dazu einfach in das Zielverzeichnis gehen und den folgenden Befehl eingeben:

tar -xzf umzug_xxx.tar.gz

Auch hier wird kein Fortschritt angezeigt. Das Entpacken ist abgeschlossen, wenn die Eingabe am Prompt wieder möglich ist. Danach liegen dann alle Dateien an der richtigen Stelle.

Ein Hinweis noch zu Passwörtern in der SSH Shell. Wenn Ihr aufgefordert werdet, Passwörter einzugeben, beispielsweise beim Kopieren auf den neuen Server, dann werden diese nicht angezeigt. Es werden auch keine Sternchen geschrieben. Einfach Tippen, absenden, fertig.

Schritt 6 – Übertragung der Datenbanken

Nun haben wir die Datenbanken auf den neuen Server kopiert. Hier haben wir einfach einen Export aus der html-Oberfläche gemacht und die exportierte Datei per FTP in das passende Verzeichnis auf den neuen Server gelegt.

Das Entpacken lief dann wieder über den SSH-Client. Denn damit ist es möglich, auch riesige Datenbanken zu importieren, ohne dass es zu einem Timeout kommt.

mysql -h localhost -u DB_USER  -pPASSWORT DB_NAMEdatenbank_xxx.sql

Vorher wechselt Ihr in der Shell in das Verzeichnis, wo die Sicherungsdatei der Datenbank liegt. Dann müssen an der passenden Stelle der Benutzername, das Kennwort und der Datenbankname eingetragen werden, die Ihr vorher an der Cloud Pit festgelegt habt. Auch hier erfolgt keine Fortschrittsanzeige. Wenn die Eingabeaufforderung wieder erscheint, ist der Vorgang abgeschlossen. Ihr könnt jetzt per PHPMyAdmin nachschauen, ob die Datenbank gefüllt ist.

Schritt 7 – Anpassen der Konfigurationsdateien

Zum Schluss mussten noch die Konfigurationsdateien der einzelnen Seiten angepasst werden. Bei den WordPress-Seiten müssen in der wp-config nur die Datenbankdaten auf die neue Datenbank angepasst werden.

Bei Matomo müssen ebenfalls nur die neuen Datenbank-Daten eingetragen werden. Dies geschieht in der Datei config.ini.php, welche Ihr im Verzeichnis /config findet.

Bei der Nextcloud müsst Ihr die Datei config.php im Verzeichnis /config editieren. Neben den Datenbank-Zugangsdaten müsst Ihr hier aber noch die Serverpfade ändern. Diesen findet Ihr in der Cloud Pit unter „Pfade und Ports“.

Schritt 8 – Umstellung der Server

Mit den oben genannten Schritten waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Wir haben dann bei Alfahosting Bescheid gegeben, dass die Umstellung erfolgen kann. Ein Mitarbeiter hat dann die DNS-Einträge so gesetzt, dass die Aufrufe nun auf den neuen Server geleitet werden.

Bedenkt dabei, es kann ein paar Stunden dauern, bis alle DNS-Server auf der Welt die Änderung mitbekommen haben. Bei uns ging das sehr schnell, Mails kamen bereits Minuten nach der Umstellung in den neuen Postfächern an. Die Seiten wurden uns nach rund 50 Minuten über die neuen Server angezeigt.

Wenn alles glattgelaufen ist, dann funktionieren Eure Seiten einfach weiter. Ihr erkennt nicht direkt, ob sie nun vom alten oder vom neuen Server kommen. Mit einem kleinen Trick kann man das aber testet. Geht per FTP in das Plugin-Verteichnis und benennt dort ein unwichtiges Plugin temporär um. Schaut jetzt in die Plugin-Liste bei WordPress auf dem neuen Server. Kommt dort nun eine Fehlermeldung, dass das Plugin nicht gefunden wurde, dann schaut Ihr auf den neuen Server. Danach müsst Ihr natürlich die Umbenennung des Plugin-Verzeichnis auf dem FTP-Server wieder rückgänig machen.

Schritt 9 – Testen und Nacharbeiten

Im letzten Schritt haben wir dann einige Dinge auf den Seiten ausprobiert, und geschaut, ob alles funktioniert. Bei uns gab es keinerlei Probleme.

Und vergesst nicht, das Caching jetzt wieder in Betrieb zu nehmen.

Ein Umzug ohne Probleme – alle Bedenken waren überflüssig

Am Ende waren alle Bedenken mal wieder überflüssig, wie so oft. Aber wehe, wir hätten gesagt, wir „machen mal eben“ – das wäre vermutlich vor die Wand gefahren.

Der komplette Umzug hat, von der Beauftragung bis zur Umstellung, keine ganze drei Tage gedauert. Also wären die 14 Tage, welche Alfahosting dafür vorsieht, vollkommen ausreichend gewesen. Wir haben „nur“ fünf Seiten und die Datenmengen sind zwar viel, aber im Verhältnis zu manchen Rieseninstallationen mit Webshops noch überschaubar. Da kann es zeitlich natürlich ganz anders aussehen.

Und, was hat es am Ende gebracht? Wir denken, allein die HTTP/2 Funktionen bringen schon eine ganze Menge. Mal ein Beispiel, unsere Road-Reisen-Seite kam vor dem Umzug bei Google PageSpeed Insights ohne Caching auf einen Wert von 57. Nach dem Umzug sieht das so aus, 91 bei ebenfalls noch deaktiviertem Caching.

PageSpeed Road-Reisen

PageSpeed Road-Reisen

Ob es nur an HTTP/2 liegt oder der Server einfach schneller ist und noch nicht viele andere Kunden darauf liegen, können wir natürlich noch nicht sagen. Trotzdem waren wir über diese Messung sehr erfreut.

Für uns hat sich der Umzug gelohnt und es hat auch Spaß gemacht. Seit Jahren hat Thomas nicht mehr mit SSH gearbeitet, warum eigentlich nicht? Es ist eine sehr komfortable und schnelle Möglichkeit, die jeden FTP-Client in den Schatten stellt.

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2 Kommentare

  1. Henning Uhle 19. November 2021 um 12:51 - Antworten

    Hallo zusammen,

    nun ja, dann habt ihr ja alles richtig gemacht. Ich bin ja immer wieder beeindruckt, wie sinnvoll das ist, was ihr da so treibt. Ich hätte Muffensausen, mir mein Baby zu zerstören. Jaja, Backup ist alles, ich meine halt nur.

    Ich habe ja die Diskussion von Thomas bei Twitter mitbekommen, bevor ich beschlossen habe, zumindest eine Auszeit zu nehmen. Es ist gut, dass das Alles so gut geklappt hat. Ich habe immer nur gute Erfahrungen mit dem Support von Alfahosting gemacht. Deshalb konnte ich gar nicht glauben, dass das jetzt plötzlich schief geht.

    Wie dem auch sei… Ich schau mal, ob ich es beschleunigen _muss_, auf das neue System umzuziehen. Vielleicht reicht es ja einfach aus, wenn ich mal abwarte. Aber es stimmt schon, die neue Oberfläche hat schon was.

    • Thomas Jansen 19. November 2021 um 13:53 - Antworten

      Hi Henning,

      die Oberfläche ist sicherlich kein Grund, unbedingt zu wechseln. Im Grunde braucht man die ja nicht regelmäßig, also zumindest wir Hobbyblogger.

      Technisch gesehen war der Wunsch nach HTTP/2 sicherlich der Wichtigste. Denn das fanden wir im alten Paket schon ein wenig schade, dass diese moderne Technik nicht angeboten wurde.

      LG Thomas

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